„Ein Auf­bruch­si­gnal – jetzt muss es erst rich­tig los­ge­hen“

Re­ak­tio­nen aus Sach­sen und Thü­rin­gen zur Wahl von Kramp-kar­ren­bau­er zur neu­en Cdu-che­fin

Dresdner Neueste Nachrichten - - SACHSEN UND MITTELDEUTSCHLAND - VON AN­DRÉ BÖH­MER UND ANDRE­AS DEBSKI

HAM­BURG/DRES­DEN. Sach­sen stell­te 30 von 999 De­le­gier­ten auf dem Ham­bur­ger Cdu-par­tei­tag, Thü­rin­gen war mit 24 ver­tre­ten. Vie­le von ih­nen hat­ten sich im Vor­feld mehr oder we­ni­ger deut­lich für Ex-frak­ti­ons­chef Fried­rich Merz als An­ge­la-mer­kel-nach­fol­ger aus­ge­spro­chen. Der hauch­dün­ne Wahl-sieg von Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin Kramp-kar­ren­bau­er sorg­te des­halb für ge­misch­te Re­ak­tio­nen.

Sach­sens Mi­nis­ter­prä­si­dent Micha­el Kret­sch­mer äu­ßer­te sich prag­ma­tisch. „An­ne­gret Kramp-kar­ren­bau­er hat in ih­ren bis­he­ri­gen Äm­tern ge­zeigt, dass sie auch die not­wen­di­ge Här­te auf­brin­gen kann, wenn es not­wen­dig ist“, sag­te er. „Wir set­zen dar­auf, dass sie al­le Flü­gel ein­bin­det und dass wir ei­nen rich­ti­gen Ruck hin­be­kom­men.“Kret­sch­mer wur­de üb­ri­gens am Abend ins Cdu-prä­si­di­um ge­wählt.

Ganz ähn­lich wie der Re­gie­rungs­chef klingt Sach­sens Cdu-ge­ne­ral­se­kre­tär Alex­an­der Dier­ks: „AKK weiß, wie man ei­ne Par­tei und ei­ne Re­gie­rung führt. Sie hat ge­zeigt, dass sie Wah­len für die CDU ge­win­nen kann“, sag­te er. Sie ha­be den Par­tei­tag mit ei­ner be­geis­tern­den Re­de von sich über­zeugt. „Die Wahl der neu­en Par­tei­vor­sit­zen­den ist ein Auf­bruch­si­gnal. Jetzt muss es erst rich­tig los­ge­hen.“

Sach­sens So­zi­al­mi­nis­te­rin und Cdu­lan­des­vi­ze Bar­ba­ra Klepsch gab sich vor­sich­tig op­ti­mis­tisch. „AKK wird es schaf­fen, die Par­tei zu­sam­men­zu­hal­ten und nach vorn zu brin­gen. Ich er­hof­fe mir die not­wen­di­ge Un­ter­stüt­zung für un­se­ren Land­tags­wahl­kampf in Sach­sen.“

Die Plaue­ner Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Yvon­ne Mag­was, die AKK ge­wählt hat­te, ist sich si­cher: „Sie wird ei­ne star­ke Par­tei­vor­sit­zen­de sein. Die Er­war­tun­gen sind jetzt groß. Wir müs­sen die­sen Schwung aus der Wahl in die Zu­kunft tra­gen.“Ent­täuscht zeig­te sich da­ge­gen Jörg Förs­ter vom Kreis­ver­band Baut­zen, der Merz ge­wählt hat­te. „Ich ge­he aber da­von aus, dass AKK die Par­tei ei­nen wird und wir ge­schlos­sen in die Wahl­kämp­fe des nächs­ten Jah­res ge­hen“, sag­te er. „Denn wir brau­chen den Rückenwind aus Ber­lin.“

Der Leip­zi­ger Eu-ab­ge­ord­ne­te Her­mann Wink­ler rich­te­te den Blick schon nach vorn – auf die Kom­mu­nal- und Eu­ro­pa-wah­len im Mai 2019 und die Land­tags­wah­len im Herbst. „Im Sin­ne ei­nes Er­folgs 2019 ap­pel­lie­re ich jetzt an al­le, die­ses Er­geb­nis zu ak­zep­tie­ren und sich wei­ter in die le­ben­di­ger ge­wor­de­ne CDU ein­zu­brin­gen.“

Thü­rin­gens Cdu-lan­des­chef Mi­ke Mohring, der wie Kret­sch­mer ins neue Prä­si­di­um ge­wählt wur­de, brach­te die Ost-kom­po­nen­te ins Spiel. „Es hilft nicht, Leu­te oder gan­ze Land­stri­che in die rech­te Ecke zu stel­len, nur weil die ih­re Mei­nung sa­gen“, merk­te er an. „AKK kann da­bei auch im Os­ten gut hel­fen. Sie kommt selbst aus ei­nem klei­nen Lan­des­ver­band. Sie kennt die an­de­re Per­spek­ti­ve, das kann uns hel­fen.“

Thü­rin­gens Ex-land­tags­prä­si­den­tin Dag­mar Schi­pan­ski freu­te sich da­ge­gen, sie hat­te AKK ge­wählt. „Ich ha­be ihr mei­ne Stim­me ge­ge­ben, weil ich ihr zu­traue, die Par­tei zu­kunfts­fest zu ge­stal­ten“, sag­te die Ex-wis­sen­schafts­mi­nis­te­rin und lob­te AKK als „bo­den­stän­dig fest ver­an­kert in den Grund­wer­ten der CDU“.

Nicht live in Ham­burg mit da­bei, aber zu Hau­se in Leip­zig voll mit­ge­fie­bert hat­te die Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Chris­ti­ne Clauß. „Ge­won­nen hat die ge­sam­te CDU“, lau­tet die Bi­lanz der Ex-so­zi­al­mi­nis­te­rin. „Nach dem span­nen­den Tag und der knap­pen Ent­schei­dung er­war­te ich jetzt, dass auf die vie­len Wor­te auch Ta­ten fol­gen.“Die Par­tei, for­der­te Clauß, „muss ge­eint in die Zu­kunft ge­hen“.

Mi­ke Mohring

Bar­ba­ra Klepsch

Micha­el Kret­sch­mer

Chris­ti­ne Clauß

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