Volks­wa­gen ruft Vor­se­ri­en­au­tos zu­rück

Kon­zern k/uft die F/hr­zeu­ge von Kun­den zu­rück

Dresdner Neueste Nachrichten - - WIRTSCHAFT - VON BRAHMANN.CHRIS­TI­AN, DPA

WOLFS­BURG/ZWI­CKAU/DRES­DEN. Volks­wa­gen muss in Deutsch­land rund 4000 Au­tos we­gen feh­ler­haf­ter Do­ku­men­te zu­rück­ru­fen. „Es wur­de ver­säumt, zu do­ku­men­tie­ren, was an den be­trof­fe­nen Fahr­zeu­gen nicht se­ri­en­ge­mäß ist“, sag­te ein Vw-spre­cher als Re­ak­ti­on auf ei­nen „Spie­gel“-be­richt. Es hand­le sich zu­meist um Vor­se­ri­en­fahr­zeu­ge, die zu Test­zwe­cken ge­baut wer­den. Zu­vor hat­te „au­to-mo­tor-und-sport.de“den Rück­ruf ge­mel­det. Die Ak­ti­on wer­de über­wacht, weil ein erns­tes Ri­si­ko nicht aus­ge­schlos­sen wer­den kön­ne, teil­te das Kraft­fahrt­bun­des­amt (KBA) in Flens­burg mit.

Das Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um er­klär­te, es ge­he um ei­nen Pflicht-rück­ruf, weil die Wa­gen „un­zu­läs­sig in den Ver­kehr ge­kom­men“sei­en. „VW wird die Fahr­zeu­ge von den Kun­den zu­rück kau­fen, da­mit jeg­li­ches Ri­si­ko für die Ver­kehrs­si­cher­heit aus­ge­schlos­sen wer­den kann.“Ei­ne in­ter­ne Über­prü­fung er­gab, dass in den Jah­ren von 2006 bis 2018 welt­weit et­wa 6700 Fahr­zeu­ge in ei­nem Bau­zu­stand ver­mark­tet wor­den sein könn­ten, der nicht dem se­ri­en­mä­ßi­gen Bau­zu­stand ent­spricht. Mög­li­cher­wei­se ha­be man Au­tos aus der lau­fen­den Se­ri­en­fer­ti­gung mit noch nicht frei­ge­ge­be­nen Vor­se­ri­en­tei­len um­ge­rüs­tet.

Den Käu­fern von rund 5500 be­trof­fe­nen Au­tos wird ein Rück­kauf an­ge­bo­ten. In ei­ni­gen Fäl­len sei auch ein Up­date mög­lich. Nä­he­re De­tails zu den be­tref­fen­den Bau­tei­len wur­den nicht ge­nannt. Nach ei­ge­nen An­ga­ben sind VW kei­ne Un­fäl­le oder Ver­let­zun­gen be­kannt, die auf ei­ne nicht se­ri­en­mä­ßi­ge Aus­stat­tung ei­nes ehe­ma­li­gen Vor­se­ri­en­fahr­zeugs zu­rück­zu­füh­ren wä­ren. In ei­ner Stel­lung­nah­me des Wolfs­bur­ger Kon­zerns hieß es, dass die Ver­mark­tung und der Ver­trieb von so­ge­nann­ten Vor­se­ri­en­fahr­zeu­gen recht­lich zu­läs­sig und in der Au­to­in­dus­trie weit ver­brei­tet sei­en. Die­ser Dar­stel­lung wi­der­sprach der Bran­chen­ex­per­te Ste­fan Brat­zel. Es ge­be durch­aus sol­che Fahr­zeu­ge, die aber ei­gent­lich nur mit der ent­spre­chen­den Kenn­zeich­nung ab­ge­ge­ben wür­den, sag­te er. „Ei­ne brei­te Ver­mark­tung wä­re für mich neu, da­von ha­be ich bis­her noch nichts ge­hört.“

Volks­wa­gen ver­sucht sich der­zeit oh­ne­hin mit Scha­dens­be­gren­zung im Die­selskan­dal – kein bil­li­ges Un­ter­fan­gen. Au­ßer­dem be­fin­det sich der Kon­zern in ei­nem mil­li­ar­den­teu­ren Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess hin zum Mas­sen­an­bie­ter von Elek­tro­au­tos und neu­en Mo­bi­li­täts­kon­zep­ten. Ein Teil der da­mit ver­bun­de­nen In­ves­ti­tio­nen fließt nach Sach­sen, in das Werk in Zwi­ckau und die Ma­nu­fak­tur Dres­den.

Fo­to: Ju­li/n Str/ten­schul­te/dp/

Weil VW un­zu­rei­chend do­ku­men­tier­te Vor­se­ri­en-fahr­zeu­ge ver­kauft hat, kom­men neue Aus­ga­ben auf den Kon­zern zu.

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