Ha­beck steigt aus

Nach dem Shits­torm für sei­ne Thü­rin­gen­kri­tik hat der Grü­nen-chef Twit­ter und Face­book ver­las­sen

Dresdner Neueste Nachrichten - - ERSTE SEITE - Von Mar­kus De­cker

Als Ro­bert Ha­beck ges­tern bei der Jah­res­auf­takt-klau­sur des grü­nen Bun­des­vor­stan­des in Frank­furt (Oder) er­schien, hat­te er be­reits kund­ge­tan, dass er Twit­ter ver­lässt. Am Frei­tag war be­kannt ge­wor­den, dass der 49-Jäh­ri­ge zu den Haupt­be­trof­fe­nen des so ge­nann­ten „Ha­cker­an­griffs“zählt von dem nach letz­ten Er­kennt­nis­sen knapp 1000 Men­schen be­trof­fen sind – Po­li­ti­ker, Jour­na­lis­ten, Kul­tur­schaf­fen­de. An­ders als bei der Mehr­heit wur­den in sei­nem Fall nicht nur Han­dy-num­mer und un­per­sön­li­che Do­ku­men­te via Twit­ter und an­de­re Kanäle ver­brei­tet, son- dern auch hoch­gra­dig pri­va­te Chats mit Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­gen. Am Sonn­tag ver­brei­te­ten Thü­rin­gens Grü­ne ein kur­zes Twit­ter­vi­deo, in dem sich Ha­beck zur Land­tags­wahl äu­ßert: „Wir ver­su­chen, al­les zu ma­chen, da­mit Thü­rin­gen ein of­fe­nes, frei­es, li­be­ra­les, de­mo­kra­ti­sches Land wird, ein öko­lo­gi­sches Land.“Schon im Herbst 2018 hat­te er via Twit­ter vor dem ab­seh­ba­ren En­de der Csual­lein­re­gie­rung be­tont: „End­lich gibt es wie­der De­mo­kra­tie in Bay­ern." Da­mals gab es Kri­tik. Jetzt wie­der. Schließ­lich war der Ein­druck ent­stan­den, als sei Thü­rin­gen un­de­mo­kra­tisch. Wäh­rend sich der Flens­bur­ger nach dem Bay­ern-spot ent­schul­dig­te, ver­brei­te­te er dies­mal via Twit­ter ei­nen Link zu sei­nem Blog. Er schrieb: „Wie dumm muss man sein, ei­nen Feh­ler zwei­mal zu be­ge­hen?“. Er glau­be, dass Twit­ter auf ihn ab­fär­be: „Of­fen­bar trig­gert Twit­ter in mir et­was an: ag­gres­si­ver, lau­ter, po­le­mi­scher und zu­ge­spitz­ter zu sein – und das al­les in ei­ner Schnel­lig­keit, die es schwer macht, dem Nach­den­ken Raum zu las­sen. Of­fen­bar bin ich nicht im­mun da­ge­gen.“Und nach dem „Ha­cker­an­griff“ver­ab­schie­de er sich auch von Face­book. Er schloss mit den Wor­ten: „Den­je­ni­gen, die kon­struk­tiv und dis­kur­siv die letz­ten Jah­re den di­gi­ta­len Raum mit mir ge­teilt ha­ben, sa­ge ich herz­lich dan­ke. Den an­de­ren wün­sche ich in­ter­es­san­te Ein­sich­ten. Macht’s gut. Bye, bye.“Die Re­ak­tio­nen fie­len sehr un­ter­schied­lich aus. Man­che äu­ßer­ten Ver­ständ­nis. Thü­rin­gens Mi­nis­ter­prä­si­dent Bo­do Ra­me­low (Lin­ke) sag­te dem Re­dak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land (RND): „Das ist aber doof. Man kann doch Feh­ler ma­chen, und man kann sich doch mal ver­tun.“Fdp-ge­ne­ral­se­kre­tä­rin Ni­co­la Beer spot­te­te hin­ge­gen: „Wir über­neh­men die Kanäle na­tür­lich ger­ne.“

FO­TO: DPA

„Wie dumm muss man sein, ei­nen Feh­ler zwei­mal zu be­ge­hen?“: Ro­bert Ha­beck.

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