Die Kunst der In­tel­li­genz

Dresdner Neueste Nachrichten - - BLICKPUNKT - Von To­bi­as Gostomzyk To­bi­as Gostomzyk ist Me­di­en­recht­ler an der TU Dort­mund.

2019 wird das Jahr der künst­li­chen In­tel­li­genz. Nach Big Da­ta, Li­fe-sci­ence oder Neu­ro­wis­sen­schaf­ten han­delt es sich um den­nächs­tenme­ga­trend.er­elek­tri­siert­nicht­nur­diewis­sen­schaft, son­dern vor al­lem die Di­gi­tal­wirt­schaft. „Künst­li­che In­tel­li­genz ma­de in Ger­ma­ny“soll zum Gü­te­sie­gel wer­den. Die­se Ent­wick­lung will die Bun­des­re­gie­rung mit Mil­li­ar­den för­dern. Doch was soll künst­li­che In­tel­li­genz über­haupt sein? Die Vor­rei­ter des Com­pu­ter­zeit­al­ters um den ame­ri­ka­ni­schen For­scher Mar­vin Mins­ky ha­ben die­sen Be­griff be­reits in den Fünf­zi­ger­jah­ren ge­prägt, lan­ge vor der heu­ti­gen Di­gi­ta­li­sie­rung. Sie ver­stan­den un­ter „ar­ti­fi­ci­al in­tel­li­gence“die Wis­sen­schaft, Ma­schi­nen das bei­zu­brin­gen, was In­tel­li­genz be­nö­ti­gen wür­de, wenn Men­schen die­se Leis­tung er­fül­len soll­ten. Al­ler­dings lässt sich nicht ein­mal all­ge­mein­gül­tig de­fi­nie­ren, was na­tür­li­che In­tel­li­genz im Ein­zel­nen ist. Viel­mehr han­delt es sich um ei­nen Sam­mel­be­griff für ko­gni­ti­ve Fä­hig­kei­ten des Men­schen. Kön­nen aber Ma­schi­nen im mensch­li­chen Sin­ne in­tel­li­gent sein – selbst wenn sie heu­te bei­spiels­wei­se bes­ser Schach spie­len oder mor­gen bes­ser Au­to fah­ren? „Künst­li­che In­tel­li­genz“ist letzt­lich vor al­lem ein – auch werb­lich ein­ge­setz­tes – Sprach­bild für ei­ne in­no­va­ti­ve, sich ra­sant ent­wi­ckeln­de Form der In­for­ma­tik. Im Kern geht es um au­to­nom voll­zo­ge­ne Re­chen­ope­ra­tio­nen auf der Ba­sis von Wahr­schein­lich­kei­ten. Oft­mals wä­re es aber tref­fen­der, et­was schlich­ter von ma­schi­nel­lem Ler­nen zu spre­chen. Das weckt we­ni­ger As­so­zia­tio­nen mit künst­li­chen Ge­hir­nen.

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