Drei Jah­re Haft für Hacking mög­lich

Dresdner Neueste Nachrichten - - BLICKPUNKT -

Auch wenn das wo­mög­lich nicht je­dem jun­gen In­ter­net­nut­zer be­wusst sein soll­te: Das Kna­cken ei­nes frem­den Com­pu­ter­sys­tems ist in Deutsch­land straf­bar – selbst wenn an­schlie­ßend kei­ne ab­ge­schöpf­ten Da­ten ver­öf­fent­licht wer­den. Das Straf­ge­setz sieht für Ha­cker ei­ne Haft­stra­fe von bis zu drei Jah­ren vor: „Wer un­be­fugt sich oder ei­nem an­de­ren Zu­gang zu Da­ten, die nicht für ihn be­stimmt und die ge­gen un­be­rech­tig­ten Zu­gang be­son­ders ge­si­chert sind, un­ter Über­win­dung der Zu­gangs­si­che­rung ver­schafft, wird mit Frei­heits­stra­fe bis zu drei Jah­ren oder mit Geld­stra­fe be­straft“, heißt es in Pa­ra­graf 202a des Straf­ge­setz­bu­ches. Dem­nach müs­sen nicht ein­mal Da­ten ab­ge­schöpft oder ver­öf­fent­licht wer­den. Der Pa­ra­graf wur­de erst im Jahr 2007 in das Straf­ge­setz­buch ein­ge­fügt. Zu­vor war nicht das Hacking selbst straf­bar, son­dern der Da­ten­klau. Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Horst See­ho­fer (CSU) will den­noch als Kon­se­quenz auf den Ha­cker- an­griff neue Maß­nah­men im Be­reich der Cy­bersi­cher­heit er­grei­fen. So soll be­reits im ers­ten Halb­jahr ein It-si­cher­heits­ge­setz 2.0 vor­ge­legt wer­den, wie der In­nen­mi­nis­ter ges­tern an­kün­dig­te. Ur­sprüng­lich war es für En­de des Jah­res an­ge­kün­digt. Der Ge­setz­ent­wurf soll un­ter an­de­rem ei­ne bes­se­re Früh­er­ken­nung der Ver­öf­fent­li­chung ge­stoh­le­ner Da­ten in­klu­si­ve schnel­ler Ge­gen­maß­nah­men er­mög­li­chen – „zum Bei­spiel Sper­rung ei­nes Twit­terac­counts, der il­le­gal Da­ten Drit­ter ver­brei­tet“. Zu­dem soll in dem Ge­setz der Ver­brau­cher­schutz als zu­sätz­li­che Auf­ga­be des BSI ge­setz­lich eta­bliert wer­den. Fer­ner soll auch ei­ne Zer­ti­fi­zie­rung von Rou­tern zu si­che­ren Da­ten­ver­bin­dun­gen füh­ren. Durch ein neu­es It-si­cher­heits­kenn­zei­chen soll­ten Ver­brau­cher si­che­re Ge­rä­te er­ken­nen kön­nen. Au­ßer­dem kün­dig­te See­ho­fer an, dass das Cy­ber­ab­wehr­zen­trum wei­ter­ent­wi­ckelt wer­den sol­le, da­mit Be­hör­den von Bund und Län­dern en­ger zu­sam­men­ar­bei­ten kön­nen. Es sol­le„rund­um­dieuhr“ei­ne ein­satz­fä­hi­ge Ein­heit be­reit­ste­hen, um schnell hand­lungs­fä­hig zu sein. See­ho­fer ver­sprach, dass er und sein Mi­nis­te­ri­um al­les tun wer­den, um Da­ten­leaks die­ser Grö­ßen­ord­nung in Zu­kunft zu un­ter­bin­den. Er schränk­te je­doch auch ein: „Wir kön­nen die ab­so­lu­te, die to­ta­le Si­cher­heit ge­ra­de im Be­reich der Cy­bersi­cher­heit nicht ver­spre­chen.“Je­der Ein­zel­ne sei ge­fragt, auf die Si­cher­heit sei­ner per­sön­li­chen Da­ten acht­zu­ge­ben.

FOTO: STRA­TEN­SCHUL­TE/DPA

Spitz­na­me „God“: So kün­dig­te der Ha­cker sei­ne Ent­hül­lun­gen auf Twit­ter an.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.