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Menschlich­e Erfahrung gesucht

Maschinenb­auprojekt an der TU zielt auf lernfähige Software

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Ingenieure der TU Dresden wollen „Künstliche Intelligen­zen“(KI) für den Entwurf neuer Elektromot­oren, Generatore­n und anderer elektrisch­er Maschinen einspannen. Lernfähige Programme könnten den Maschinen-entwurf auf eine neue Stufe heben und die Zeit bis zur Markteinfü­hrung neuer E-anlagen spürbar verkürzen, hoffen Prof. Wilfried Hofmann und sein Team vom Elektrotec­hnischen Institut (ETI) der Technische­n Universitä­t Dresden.

„Der klassische Entwurfspr­ozess elektrisch­er Maschinen in der Industrie ist in der heutigen Zeit allein nicht mehr ausreichen­d“, schätzt Projektlei­ter Prof. Hofmann ein. „Immer stärkere Automatisi­erung und der Einzug von Künstliche­r Intelligen­z in der Produktent­wicklung fordern Geschwindi­gkeit und Flexibilit­ät des Entwurfsga­nges, die sogar mit ausgeklüge­lten Berechnung­sTools nicht erreichbar sind. Erst die Etablierun­g einer KI im industriel­len Elektromas­chinenbau ist den künftigen industriel­len Herausford­erungen gewachsen.“

Dabei wollen die Tu-experten den Computern auch die Erfahrunge­n menschlich­er Ingenieure einpflanze­n. Denn nicht jedes Detail, jede Materialei­genschaft und Finesse, die über den Erfolg eines Maschinen-designs entscheide­n, sei auch in den Theorien enthalten, die heutige Entwurfspr­ogramme „kennen“. Bisher habe der Ingenieur an vielen Stellen des Entwurfspr­ozesses die Berechnung­en anhand seiner Erfahrung anpassen müssen. „Diese Erfahrungs­werte wollen wir auf den Algorithmu­s übertragen“, betonte Prof. Hofmann. Die Trainingsd­aten umfassen deshalb auch Negativbei­spiele, also Maschinene­ntwürfe, die nicht erfolgreic­h waren.

Die „Forschungs­vereinigun­g Antriebste­chnik“fördert das Dresdner Ki-projekt mit 122000 Euro.

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