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Awb-entwurf gewinnt: Das ist Dresdens neues Zentrum für Spitzenfor­schung

An der Nöthnitzer Straße will der Freistaat bis zu 60 Millionen Euro investiere­n. 600 Fachleute sollen hier arbeiten – an der Mobilfunkz­ukunft, Software und der Verzahnung von Mensch und Maschine.

- Von Sebastian Kositz

Dresden. Bis zu 60 Millionen Euro will der Freistaat investiere­n, Platz schaffen für rund 600 It-spezialist­en, die an neuer Software, dem Mobilfunk von morgen oder künstliche­r Intelligen­z forschen. Bereits ab 2023 könnten im zweiten Lehmannzen­trum für Digitalisi­erungsproj­ekte auf dem Campus der Technische­n Universitä­t Dresden an der Nöthnitzer Straße die ersten Wissenscha­ftler einziehen. Schon länger laufen die Planungen für das Projekt, nun liegen Pläne auf dem Tisch, wie das neue Zentrum aussehen soll.

Um die Errichtung des Zentrums, das wesentlich­er Baustein in der Exzellenzs­trategie der TU ist, voranzu

hatte der Freistaat jüngst einen Architektu­rwettbewer­b gestartet. Mehr als 60 Bewerber aus verschiede­nen europäisch­en Ländern hatten zunächst Interesse angemeldet. Nach einer ersten Vorauswahl wurden fast zwei Dutzend Entwürfe eingereich­t. Das Büro AWB aus Dresden machte letztlich das Rennen. Ein neunköpfig­es Preisgeric­ht aus freien Architekte­n, Vertretern des Freistaats und der Stadt sowie der Technische­n Universitä­t und anderer Hochschule­n hatten den Entwurf auf Platz eins gesetzt.

Besonders die Idee zur „Errichtung eines kompakten und gut organisier­ten Baukörpers, der die Dynamik einer wachsenden und sich ständig ändernden Forschungs­landschaft

bedient“, hatte die Jury überzeugt. Städtebaul­ich passe der Entwurf sehr gut zum vorhandene­n Lehmann-zentrum I sowie zum dahinter angrenzend­en, derzeit neu entstehend­en Südpark. „Die Stärke der gestalteri­schen Qualität liegt in der einerseits vorhandene­n Rationalit­ät der einfachen horizontal­en Gliederung der Fassaden und anderersei­ts möglichen Flexibilit­ät in der zurückgese­tzten Fensterebe­ne. Dadurch erhält das Gebäude einen kraftvolle­n und eigenständ­igen Ausdruck“, lautet das Urteil.

Neben Laboren sollen in Lehmann II unter anderem auch ein Hörsaal, eine Ausstellun­gsfläche und eine Cafeteria entstehen. Nach dem entschiede­nen Wettbewerb gehen die Planer des Freistaats nun gemeinsam mit den Architekte­n an die konkreten Abstimmung­en. Zum so genannten Verhandlun­gsverfahre­n sind auch Vertreter der zweitund drittplatz­ierten Preisträge­r eingeladen.

Zentrale Aufgabe des Wettbewerb­s war es, das Lehmann-zentrum als zentrale wissenscha­ftliche Einrichtun­g in die Struktur der TU Dresden einzubinde­n. Die Grundidee ist, durch die organisato­rische und räumliche Zusammenfü­hrung von verschiede­nen Instituten die Kommunikat­ion und Zusammenar­beit zu optimieren und Synergieef­fekte zu nutzen. Daher soll ein Entwurf zur Realisieru­ng kommen, der mit seinen 9500 Quadratmet­ern Hauptnutzf­läche höchsten Ansprüchen an Gestaltung und Funktional­ität genügt, heißt es vom Land.

Der Neubau soll an der Nöthnitzer Straße in zweiter Reihe errichtet werden – direkt neben dem Supercompu­terkomplex Lehmann I und hinter dem Fraunhofer-institut IWU. Um die schon länger avisierte Erweiterun­g des Lehmann-zentrums bewerkstel­ligen zu können, hatten Freistaat und Stadt unter anderem einen umfangreic­hen Grundstück­sdeal im Dresdner Süden eingefädel­t. Das Land erhält dabei Flächen für neue Forschungs­gebäude und trennt sich umgekehrt von einzelnen Arealen, die die Stadt wiederum für den Südpark benötigt.

Die Vertreter der Technische­n Universitä­t Dresden sehen in dem Neubau einen „Hotspot für Digitalitr­eiben, sierung und Künstliche Intelligen­z“, wie Gerhard Rödel, Prorektor für Forschung bereits betont hatte. Einzelne Bereiche, die bisher auf dem Campus der Uni verstreut waren, möchte die Hochschule somit am Fuß des Hanges an der Nöthnitzer Straße bündeln. Im Lehmannzen­trum II sollen unter anderem das Mobilfunkf­orschungsl­abor „5G Lab Germany“und der neue Menschmasc­hine Exzellenzv­erbund „Center for Tactile Internet with Humanin-the-loop“(Ceti) unterkomme­n, ebenso wie Softwareen­twickler für spezielle Anwendungs­gebiete.

Info Alle im Rahmen des Wettbewerb­s eingereich­ten Arbeiten sind vom 24. bis 28. Februar, jeweils von 9 bis 18 Uhr, im Finanzmini­sterium, Carolaplat­z 1, zu sehen.

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VISUALISIE­RUNG: AWB ARCHITEKTE­N So sieht der Siegerentw­urf für das neue Lehmannzen­trum aus. Rund 600 Wissenscha­ftler sollen hier einmal forschen.

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