Pro­zess ge­gen Dro­gen­dea­ler

Ein Mann soll Ecs­ta­sy und Ma­ri­hua­na ver­kauft ha­ben – auch an Min­der­jäh­ri­ge.

Dresdner Neueste Nachrichten - - DRESDEN -

An­fang ver­gan­ge­nen Jah­res be­schloss Ay­ham I. mit Dro­gen­ge­schäf­ten schnell ans gro­ße Geld zu kom­men. Nach ei­nem drei­vier­tel Jahr klick­ten die Hand­schel­len. Seit ges­tern muss sich der 24-Jäh­ri­ge vor dem Dresd­ner Land­ge­richt ver­ant­wor­ten.

Der Sy­rer soll Ma­ri­hua­na und Ecs­ta­sy im grö­ße­ren Stil bei an­de­ren Dea­lern (oft Lands­leu­te) ge­kauft und das Zeug dann ge­winn­brin­gend wei­ter­ver­hö­kert ha­ben. Un­ter an­de­rem auch an ei­ner Ober­schu­le in Pir­na. Laut An­kla­ge hat er den Stoff auch an Min­der­jäh­ri­ge ver­kauft.

Zim­per­lich war der 24-Jäh­ri­ge of­fen­bar nicht. Pfusch­te ihm je­mand bei sei­nen Ge­schäf­ten ins Hand­werk, wur­de er un­ge­hal­ten. Schul­den, die an­de­re aus Dro­gen­schäf­ten bei ihm hat­ten, trieb er per­sön­lich ein, und das mit har­ter Hand. Da wur­de ge­droht und auch ge­prü­gelt, bis die Leu­te zahl­ten. Ei­ner wur­de sehr übel zu­sam­men­ge­schla­gen.

Am 13. Ok­to­ber fuhr der An­ge­klag­te mit „Ge­schäfts­part­nern“nach Leip­zig und kauf­te dort zwei Ki­lo Ma­ri­hua­na für 10 000 Eu­ro. Auf dem Rück­weg zog ihn die Po­li­zei in Hei­denau aus dem Ver­kehr. Die Be­am­ten hat­ten Wind von dem Ge­schäft be­kom­men. Sie fan­den Dro­gen und ein Spring­mes­ser. Seit­dem sitzt Ay­ham I. in U-haft.

Der An­ge­klag­te woll­te sich ges­tern we­der zu sei­ner Per­son noch zu den Vor­wür­fen der Staats­an­walt­schaft äu­ßern. Dies kön­ne sich aber noch än­dern, deu­te­te sei­ne An­wäl­tin an.

Ay­ham I. kam 2015 aus Da­mas­kus nach Deutsch­land und be­müh­te sich zu­nächst ernst­haft mit ehr­li­cher Ar­beit zu Geld zu kom­men. „Ich ha­be ihn als flei­ßi­gen, höf­li­chen jun­gen Mann ken­nen­ge­lernt, der un­be­dingt schnell Geld ver­die­nen woll­te“, er­zähl­te ei­ne 69-Jäh­ri­ge, die mit dem An­ge­klag­ten ei­ne Zeit lang beim Deut­schen Ro­ten Kreuz zu­sam­men­ge­ar­bei­tet, ihn fi­nan­zi­ell un­ter­stützt und sich auch so um ihn ge­küm­mert hat. „Scha­de, dass er so ab­ge­drif­tet ist.“

Von sei­nen Dro­gen­ge­schäf­ten ha­be sie nichts ge­wusst. „Ich ha­be ihn ein­mal dar­auf an­ge­spro­chen und er sag­te: ,So ei­nen Mist ma­che ich nicht.’“Hat er dann aber doch. Ist er vi­el­leicht an fal­sche Freun­de ge­ra­ten? Der Pro­zess wird fort­ge­setzt, zu­nächst sind zehn Ver­hand­lungs­ta­ge vor­ge­se­hen.

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