Hy­bri­des Stu­di­um im Co­ro­na-win­ter

Mas­ke, lee­re Rei­hen, In­ter­net-se­mi­na­re: Wie die TU Dres­den das neue Se­mes­ter un­ter pan­de­mi­schen Vor­zei­chen or­ga­ni­siert.

Dresdner Neueste Nachrichten - - DRESDEN - Von Heiko Weck­brodt Wei­te­re In­fos im Netz: tu-dres­den.de/ stu­di­um/im-stu­di­um/co­ro­na­vi­rus/

Nach­dem Co­ro­na das Som­mer­se­mes­ter 2020 an der TU Dres­den weit­ge­hend auf di­gi­ta­le Stu­di­en­of­fer­ten re­du­ziert hat­te, ist das Win­ter­se­mes­ter als hy­bri­des Stu­di­um ge­plant: Prä­senz­ver­an­stal­tun­gen gibt es wie­der mehr, vie­le Vor­le­sun­gen und Se­mi­na­re wer­den aber wei­ter nur per In­ter­net an­ge­bo­ten. Das geht aus Aus­künf­ten der Uni auf Dnn-an­fra­gen her­vor. Und: Zu Be­ginn der Co­ro­na-zeit ent­stan­den vie­le On­line-vor­le­sun­gen in Ei­gen­re­gie der Do­zen­ten auf recht un­ter­schied­li­chem di­dak­ti­schen und tech­ni­schen Ni­veau. Nun will die Uni-lei­tung die di­gi­ta­le Leh­re pro­fes­sio­nel­ler trim­men.

Vor­le­sungs­be­ginn: Für die meis­ten Stu­di­en­gän­ge ist das erst am 26. Ok­to­ber. Für Me­di­zin­stu­di­en­gän­ge (Staats­ex­amen) im 1. Fach­se­mes­ters be­gin­nen die Lehr­ver­an­stal­tun­gen am 2. No­vem­ber, die der hö­he­ren Fach­se­mes­ter am 12. Ok­to­ber.

Mas­kenzwang: gilt in den Ge­bäu­den auf dem Weg zum Hör­saal, ins Se­mi­n­ar­zim­mer und in die Men­sa – am Platz kön­nen die Mas­ken dann ab­ge­nom­men wer­den.

Ab­stands­re­geln: In den Hör­sä­len sol­len bis Se­mes­ter­start leer­zu­hal­ten­de Sit­ze und gan­ze Rei­hen so mar­kiert und ge­sperrt wer­den, dass 1,50 Me­ter zwi­schen den Stu­den­tin­nen und Stu­den­ten blei­ben. Der größ­te Hör­saal der TU, das Au­di­max, fasst zum Bei­spiel dann nur noch 120 statt 900 Men­schen.

Nach­ver­fol­gung von In­fek­ti­ons­ket­ten: Da­für hat auch die TU Dres­den kei­ne Uni­ver­sal­lö­sung ge­fun­den: Im Stu­di­en­all­tag und beim Men­sa­es­sen mit vie­len wech­seln­den Per­so­nen dürf­ten hand­schrift­li­che Na­mens­lis­ten kaum durch­gän­gig prak­ti­ka­bel sein. Da­her will die TU bei In­fek­ti­ons­fäl­len über die uni­ver­si­tä­ren E-mail-sys­te­me und wei­te­re Ka­nä­le die Stu­den­ten­schaft und das Lehr­per­so­nal in­for­mie­ren. Auch ist kei­ne freie Teil­nah­me an Vor­le­sun­gen mehr mög­lich – die Plät­ze wer­den zu­ge­wie­sen, so dass der Teil­neh­mer­kreis über­schau­bar bleibt.

Wer stu­diert di­gi­tal, wer ana­log? Vor al­lem die Lehr­ver­an­stal­tun­gen für hö­he­re Se­mes­ter bie­tet die Uni vor­wie­gend on­line an. Für die ers­ten drei Se­mes­ter gibt es auch Prä­senz­ver­an­stal­tun­gen, da­mit die „Neu­en“im Uni-all­tag hei­misch wer­den. Au­ßer­dem gibt es für hö­he­re Se­mes­ter Prä­senz-an­ge­bo­te, wenn die Art des Stu­di­ums dies er­for­dert – et­wa Prak­ti­ka, La­bor­ex­pe­ri­men­te oder Kran­ken­haus­vi­si­ten.

Bes­se­re Di­gi­tal­an­ge­bo­te: Im Som­mer­se­mes­ter hat­ten Stu­den­ten im­mer wie­der über In­ter­net-vor­le­sun­gen be­rich­tet, die ent­we­der gar nicht oder nur müh­sam auf­ruf­bar wa­ren. Dies soll im Win­ter­se­mes­ter 2020/21 bes­ser wer­den, ver­spricht die Uni-lei­tung: Die For­ma­te wer­den wei­ter­ent­wi­ckelt, zu­dem gibt es Schu­lun­gen für Do­zen­ten und Do­zen­tin­nen, was per In­ter­net mög­lich und sinn­voll ist.

In­ter­na­tio­na­le Stu­den­ten: Die TU will auch wei­ter vie­le in­ter­na­tio­na­le Stu­den­ten und Stu­den­tin­nen an­lo­cken und hal­ten. Die Zahl der Neu­be­wer­ber aus dem Ausland ist zwar seit Co­ro­na ge­sun­ken. Doch die Uni ver­spricht, die be­reits im­ma­tri­ku­lier­ten in­ter­na­tio­na­len Stu­den­ten stark zu un­ter­stüt­zen. Kon­stel­la­tio­nen wie in an­de­ren Staa­ten, in de­nen manch­mal aus­län­di­sche Stu­den­ten als in­di­rek­te Co­ro­na-fol­ge ih­re Auf­ent­halts­er­laub­nis oder Wohn­heim­plät­ze ver­lo­ren ha­ben, soll es in Dres­den nicht ge­ben.

Wird das wie­der ein „Frei­schuss“-se­mes­ter? Vor­aus­sicht­lich ja. Die Uni wird laut der­zei­ti­gem Pla­nungs­stand den Stu­den­tin­nen und Stu­den­ten er­neut die Wahl las­sen, ob sie Prü­fungs­er­geb­nis­se an­neh­men oder ei­ne – nicht­ge­zähl­te – Wie­der­ho­lung möch­ten. Wahr­schein­lich wird das Se­mes­ter auch nicht zu ih­ren Un­guns­ten auf die Ge­samt­stu­di­en­dau­er an­ge­rech­net – da­zu soll es aber noch ei­ne of­fi­zi­el­le Ent­schei­dung ge­ben.

Wie geht es lang­fris­tig wei­ter? „Im Som­mer­se­mes­ter 2021 wol­len wir den An­teil des Prä­senz­stu­di­ums wie­der er­hö­hen“, kün­dig­te Uni­spre­cher Konrad Käst­ner an. Al­ler­dings sei auch kei­ne „Rol­le rück­wärts“in vor­di­gi­ta­le Zei­ten ge­plant. „Was sich wäh­rend der Co­ro­na-zeit be­währt hat, das soll es auch wei­ter ge­ben, al­so bei­spiels­wei­se das An­ge­bot, Vor­le­sun­gen on­line ab­zu­le­gen, so dass man sie auch nach­träg­lich noch an­se­hen und hö­ren kann.“

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