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Sar­ra­sa­ni-zelt: OB Hil­bert platzt der Kra­gen

Die Bau­auf­sicht hat­te dem Ma­gi­er den Auf­bau ei­nes Zelts an der Ma­ri­en­brü­cke un­ter­sagt. Jetzt hat der OB mit deut­li­chen Wor­ten nach­ge­legt.

- Von Se­bas­ti­an Ko­sitz Dresden · Hamm · Brand, Bavaria · Duisburg · Carola Bridge

Dres­den. Nach­dem die Bau­auf­sicht von Zir­kus­chef An­dré Sar­ra­sa­ni den Ab­bau sei­nes Zel­tes an der Ma­ri­en­brü­cke ver­lang­te, woll­ten ihm die Frei­en Wäh­ler zur Sei­te sprin­gen. OB Hil­bert re­agier­te ge­nervt: Sar­ra­sa­ni ha­be ge­wusst, dass der „Stand­ort nicht ge­neh­mi­gungs­fä­hig ist“.

Im Streit um den Stand­ort des Zel­tes von Ma­gi­er und Zir­kus­ma­cher An­dré Sar­ra­sa­ni hat jetzt Dres­dens Ober­bür­ger­meis­ter Dirk Hil­bert (FDP) im Stadt­rat noch ein­mal mit deut­li­chen Wor­ten nach­ge­legt. „Wir Dresd­ner lie­ben Sar­ra­sa­ni, aber am En­de der Ta­ge platzt mir der Kra­gen“, er­klär­te der Rat­haus­chef und ver­tei­dig­te da­mit noch ein­mal die Ent­schei­dung der Dresd­ner Bau­auf­sicht, die An­fang der Wo­che den Auf­bau des Zel­tes an der El­be ge­stoppt hat­te.

Der Un­ter­hal­tungs­künst­ler An­dré Sar­ra­sa­ni hat­te be­reits An­fang Ok­to­ber da­mit be­gon­nen, am Os­tra-ufer di­rekt ne­ben der Ma­ri­en­brü­cke die Spiel­stät­te für sei­ne Din­nershow „Show­time“hoch­zu­zie­hen. Doch die gro­ße Show hat­te ihm nun die Bau­auf­sicht ver­mas­selt. Denn der Ma­gi­er hat­te für das Vor­ha­ben nicht die be­nö­tig­te Bau­ge­neh­mi­gung be­an­tragt. Al­len vor­an aus Grün­den des Brand- und des Hoch­was­ser­schut­zes hät­te die auch gar nicht er­teilt wer­den kön­nen, in

Dirk Hil­bert Ober­bür­ger­meis­ter

for­mier­te am Di­ens­tag die Stadt­ver­wal­tung.

Um dem En­ter­tai­ner zur Sei­te zu sprin­gen, hat­ten zur Stadt­rats­sit­zung am Don­ners­tag die Frei­en Wäh­ler ei­nen Eil­an­trag ein­ge­reicht. Da­rin hat­ten die Ver­tre­ter der Frak­ti­on den OB auf­ge­for­dert, „al­le Spiel­räu­me zu nut­zen, die im Er­mes­sen der Stadt lie­gen, um die Durch­füh­rung der Ver­an­stal­tung zur er­mög­li­chen“– und zwar am Stand­ort an der Ma­ri­en­brü­cke. Dar­über hin­aus soll­te die Ver­wal­tung ge­mein­sam mit Sar­ra­sa­ni nach ei­nem dau­er­haf­ten Stand­ort für die Zu­kunft su­chen.

Doch den An­trag ließ Dirk Hil­bert gar nicht erst zu. Statt­des­sen folg­te ei­ne Stand­pau­ke. „Wir ha­ben früh­zei­tig mit Sar­ra­sa­ni zu­sam­men­ge­ses­sen. Wir ha­ben Stand­or­te dis­ku­tiert und un­miss­ver­ständ­lich klar­ge­macht, dass der Stand­ort an der Ma­ri­en­brü­cke nicht ge­neh­mi­gungs­fä­hig ist“, er­klär­te Dirk Hil­bert vor den Stadt­rä­ten.

Die Ver­wal­tung ha­be al­ter­na­ti­ve Stand­or­te vor­ge­schla­gen. „Nun mein­te er, er kann auf­bau­en und es wird schon klar­ge­hen. Dann muss er aber in ei­ne an­de­re Re­pu­blik ge­hen. Hier wer­den Ge­set­ze ein­ge­hal­ten“, so die un­miss­ver­ständ­li­che An­sa­ge des OB – der zu­gleich aber auch die Hand zum Mit­ein­an­der aus­streck­te.

Die Stadt ha­be neue Stand­or­te vor­ge­schla­gen. „Man muss aber auch be­reit sein, mit der Ver­wal­tung zu ko­ope­rie­ren. Da­zu la­den wir ein“, er­klär­te Dirk Hil­bert.

Rü­cken­de­ckung er­fah­ren die Ver­wal­tung und ihr obers­ter Chef durch die Frak­ti­on der Lin­ken. Die Ent­schei­dung im Fall Sar­ra­sa­ni klin­ge plau­si­bel und rich­tig, er­klär­te der Lin­ke-bau­po­li­ti­ker Ti­lo Wirtz. Dem Chef der Frak­ti­on der Frei­en Wäh­ler, Jens Gen­sch­mar, warf er mit Blick auf den An­trag „Zir­kus­po­pu­lis­mus“und Heu­che­lei vor.

„Wenn et­was pas­siert, sei es ein Feu­er oder ei­ne Hoch­was­ser­la­ge, und es kom­men Din­ge oder gar Per­so­nen zu Scha­den, wä­ren Rechts­po­pu­lis­ten oder auch Herr Sar­ra­sa­ni sel­ber die ers­ten, wel­che den Be­hör­den Vor­wür­fe ma­chen wür­den und dra­ko­ni­sche Stra­fen so­wie Scha­dens­er­satz for­dern wür­den“, er­klär­te er ge­gen­über den DNN. Ti­lo Wirtz ver­weist da­bei un­ter an­de­rem auf das Dra­ma bei der Lo­ve­pa­ra­de 2008 in Duis­burg. „Herr Sar­ra­sa­ni darf auch auf der Ca­rola­b­rü­cke nicht auf der Fahr­bahn quer­par­ken, nur weil „Sar­ra­sa­ni“auf dem Fahr­zeug steht“, er­klär­te der Stadt­rat.

Nun mein­te er, er kann auf­bau­en und es wird schon klar­ge­hen. Dann muss er aber in ei­ne an­de­re Re­pu­blik ge­hen. Hier wer­den Ge­set­ze ein­ge­hal­ten.

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FO­TOS: AR­CHIV/TI­NO PLUNERT An­fang Ok­to­ber zeig­te sich An­dré Sar­ra­sa­ni noch ent­schlos­sen beim Auf­bau des Zel­tes (klei­nes Fo­to). Doch am gest­ri­gen Frei­tag rück­ten Ar­bei­ter an, die sich an den Ab­bau mach­ten.

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