Dresdner Neueste Nachrichten

Rum­pel­stilz­chen John­son

- Von Damir Fras Brexit · European Politics · Politics · British Politics · Boris Johnson · European Union · Unilever NV · United Kingdom

Und wie­der die­ser Thea­ter­don­ner, oh­ne den Bo­ris John­son of­fen­bar nicht le­ben kann. Da be­schul­digt der bri­ti­sche Pre­mier­mi­nis­ter ei­ner­seits die EU, gar kein ernst­haf­tes In­ter­es­se an ei­nem Frei­han­dels­ab­kom­men mit sei­nem Land zu ha­ben. Des­we­gen wer­de es wahr­schein­lich am 1. Ja­nu­ar zu ei­nem har­ten No-de­al-br­ex­it kom­men. Doch an­de­rer­seits lässt sich John­son ei­ne Hin­ter­tür of­fen. Er will die Ge­sprä­che mit der EU nicht vor­zei­tig be­en­den. Es könn­te ja sein, dass es doch noch klappt mit ei­nem De­al.

Das ist ein er­ra­ti­scher Po­li­tik­stil wie aus dem Lehr­buch für Po­pu­lis­ten. Zum Glück hat die EU dar­auf nüch­tern re­agiert und das Br­ex­it-rum­pel­stilz­chen auf­lau­fen las­sen. Die Ver­hand­lun­gen, so die Bot­schaft aus Brüssel, ge­hen nächs­te Wo­che wei­ter. Punkt.

Ein Ab­bruch der Ver­hand­lun­gen zum jet­zi­gen Zeit­punkt wä­re ein fa­ta­les Si­gnal vor al­lem an John­sons Lands­leu­te ge­we­sen. Die wis­sen längst: Groß­bri­tan­ni­en kann sich ei­nen No-de­al we­ni­ger leis­ten als die EU.

Die Eu­ro­pä­er ha­ben sich be­reits be­wegt. Von der Kom­mis­si­ons­prä­si­den­tin über die Bun­des­kanz­le­rin bis hin zum fran­zö­si­schen Prä­si­den­ten ha­ben sie be­tont, dass sie ein Ab­kom­men wol­len.

Zwar nicht um je­den Preis, aber das heißt noch lan­ge nicht, dass die EU so kom­pro­miss­los ist, wie sie John­son sei­nem Pu­bli­kum dar­stellt. Schließ­lich hat die EU auch viel zu ver­lie­ren. Im Ge­gen­satz zu John­son tut sie je­doch nicht so, als müss­te sie die­se Bin­sen­weis­heit ver­heim­li­chen.

Die Zeit für po­pu­lis­ti­sche Spiel­chen ist vor­bei. Viel­leicht wird es am En­de ma­xi­mal ein Mi­ni­ma­l­ab­kom­men ge­ben. Aber selbst das wä­re bes­ser als gar kein Ver­trag.

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