Stra­te­gie 5: Tau­sen­de In­ten­siv­bet­ten vor­hal­ten

Dresdner Neueste Nachrichten - - BLICKPUNKT -

Seit die Kur­ve der Co­ro­na-in­fek­tio­nen wie­der ste­tig steigt, wächst auch wie­der die Sor­ge vor ei­ner Über­las­tung der In­ten­siv­sta­tio­nen. Die An­zahl der frei­en In­ten­siv­bet­ten und Be­at­mungs­ge­rä­te gilt als wich­ti­ger In­di­ka­tor für die Be­hand­lungs­ka­pa­zi­tä­ten der Kran­ken­häu­ser für schwe­re Co­vid-19-ver­läu­fe. Aber: Auch die Zahl de­rer, die schwer oder sehr schwer er­kran­ken, nimmt der­zeit in Deutsch­land wie­der zu. Am Frei­tag be­fan­den sich 690 Co­ro­na-pa­ti­en­ten in in­ten­siv­me­di­zi­ni­scher Be­hand­lung, 341 von ih­nen muss­ten künst­lich be­at­met wer­den. Ins­ge­samt wa­ren dank des Aus­baus der Ka­pa­zi­tä­ten im Früh­jahr 8657 In­ten­siv­bet­ten frei, 62 we­ni­ger als am Vor­tag.

„Noch brau­chen wir uns kei­ne aku­ten Sor­gen zu ma­chen“, sag­te Spd-ge­sund­heits­ex­per­te Karl Lau­ter­bach dem Re­dak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land (RND). Es sei­en ge­nü­gend freie Bet­ten vor­han­den. Je­doch

be­fin­de sich Deutsch­land der­zeit in ei­ner Über­gangs­pha­se: „Die­je­ni­gen, die sich jetzt in­fi­zie­ren, wer­den erst in drei Wo­chen ei­ne in­ten­siv­me­di­zi­ni­sche Be­hand­lung be­nö­ti­gen.“Hin­zu kom­me, dass auch für an­de­re Er­kran­kun­gen In­ten­siv­bet­ten be­reit­ge­hal­ten wer­den müss­ten. Dies müs­se auch bei ei­nem star­ken An­stieg schwe­rer Co­vid-19ver­läu­fe si­cher­ge­stellt wer­den, for­der­te Lau­ter­bach.

Al­ler­dings sei in Deutsch­land nicht die An­zahl der In­ten­siv­bet­ten das Pro­blem, son­dern die Ver­füg­bar­keit von Pfle­ge­per­so­nal – und genau das könn­te bei wei­ter stark stei­gen­den In­fek­ti­ons­zah­len nicht mehr ge­ge­ben sein. Lau­ter­bach warnt da­her da­vor, sich in der De­bat­te zu sehr auf die An­zahl der frei­en Bet­ten zu kon­zen­trie­ren. Wich­tig sei viel­mehr, die Ka­pa­zi­tä­ten der Pfle­ge­kräf­te im Blick zu be­hal­ten.

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