Stra­te­gie 7: Rei­se­ver­bo­te

Dresdner Neueste Nachrichten - - BLICKPUNKT -

Kaum ein The­ma war in den ver­gan­ge­nen Ta­gen, zu Be­ginn der Herbst­fe­ri­en in Deutsch­land, so um­strit­ten wie das der Rei­se­be­schrän­kun­gen wäh­rend der Pan­de­mie. Die Mi­nis­ter­prä­si­den­tin­nen und Mi­nis­ter­prä­si­den­ten lie­gen in der Fra­ge über Kreuz, und selbst in­ner­halb der Bun­des­re­gie­rung herrscht Un­ei­nig­keit: Wäh­rend Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel zu er­ken­nen ge­ge­ben hat, dass sie den Rei­se­ver­kehr am liebs­ten dras­tisch ein­schrän­ken wür­de, sagt ihr Ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn, in­ner­deut­sche Mo­bi­li­tät sei ak­tu­ell nicht das größ­te Pro­blem.

Streit gibt es vor al­lem um das so­ge­nann­te Be­her­ber­gungs­ver­bot für Men­schen aus Co­ro­na-ri­si­ko­ge­bie­ten. Da es beim Gip­fel am Mitt­woch kei­ne Ei­nig­keit in der Fra­ge gab, ent­schei­det der­zeit je­des Land für sich, wel­che Re­geln gel­ten. Das Saar­land und Sach­sen ha­ben das Be­her­ber­gungs­ver­bot schon wie­der ab­ge­schafft, Bay­ern und Hes­sen wol­len die Ein­schrän­kun­gen aus­lau­fen las­sen, in NRW, Rhein­land-pfalz und Thü­rin­gen wur­den sie nie in Kraft ge­setzt, in Nie­der­sach­sen und Ba­den-würt­tem­berg von Ge­rich­ten ge­kippt. Die wich­ti­gen Tou­ris­mus­län­der Schles­wig-hol­stein und Meck­len­burg­vor­pom­mern al­ler­dings hal­ten an der Re­gel fest – noch.

An­ge­sichts die­ses Fli­cken­tep­pichs fürch­ten vie­le um die Ak­zep­tanz – zu­mal tou­ris­ti­sche Rei­sen in vie­le eu­ro­päi­sche Län­der nach wie vor mög­lich sind, auch wenn nach der Rück­kehr ei­ne Qua­ran­tä­ne droht. Spahn sag­te am Frei­tag, er ge­he da­von aus, dass das Be­her­ber­gungs­ver­bot bald flä­chen­de­ckend vom Tisch sei. Weil es als Kampf­mit­tel ge­gen Co­vid-19 kei­nen gro­ßen Un­ter­schied macht.

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