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Er­fül­lung ei­nes Kind­heits­traums

„Die­ser Mo­ment“: Sil­va­na Meh­nert ali­as Miss Ro­ckes­ter prä­sen­tiert ihr ers­tes mit Orches­ter pro­du­zier­tes Al­bum im Q24 in Pir­na.

- Von Chris­ti­an Ruf www.miss-ro­ckes­ter.com Music · Entertainment · Dresden · Martin Gore · Song County · John Keats · A24 · Pirna · Meissen · Radebeul · Fahrenheit

„Er­wach­sen wer­den heißt nicht auf­hö­ren zu träu­men, son­dern be­gin­nen, Träu­me zu le­ben“, lau­tet ei­ne al­te Poe­sie­al­bum-weis­heit. En­de 2018 kam bei Sil­va­na Meh­nert ein lang ge­heg­ter Kind­heits­traum, der im Al­ter von acht Jah­ren bei ih­rem ers­ten Auf­tritt mit dem Phil­har­mo­ni­schen Kin­der­chor Dres­den auf­blitz­te, wie­der an die Ober­flä­che: ein­mal ein Al­bum mit Orches­ter auf­zu­neh­men. Was erst nur ein flüch­ti­ger Ge­dan­ke war, ma­ni­fes­tier­te sich im­mer mehr, und mit der Zu­sa­ge der El­b­land Phil­har­mo­nie Sach­sen wur­de der Grund­stein für das drit­te Stu­dio­al­bum „Die­ser Mo­ment“ge­legt, das nun im Han­del er­hält­lich ist.

Auf der Büh­ne agiert Sil­va­na Meh­nert, die am 22. April 1980 in Dres­den ge­bo­ren wur­de, als Miss Ro­ckes­ter. „Die­ser Mo­ment“heißt das So­lo­pro­jekt, in dem sich die Sän­ge­rin, Kom­po­nis­tin und Tex­te­rin, auch Mit­glied der A-cap­pel­laBand „medlz“, mu­si­ka­lisch in die See­le bli­cken lässt. Mal ab­ge­se­hen da­von, dass sie erst­mals mit Orches­ter agiert, wagt sie sich auch sonst in man­cher­lei Hin­sicht auf neu­es Ter­rain vor: Sie singt aus­schließ­lich auf Deutsch, und erst­mals gibt es auch ein rei­nes In­stru­men­tal­stück. Tex­te und Mu­sik sämt­li­cher Songs stam­men von Sil­va­na Meh­nert, Aus­nah­me von der Re­gel ist Num­mer sie­ben: „Ach Mensch“mit dem Kehr­reim „Ach Mensch, Du irrst so­lang du lebst. / Ach Mensch, stehst dir am meis­ten selbst im Weg“stammt von Mar­tin Go­re.

Das über­ge­ord­ne­te The­ma der neu­en CD heißt Hei­mat. Nun ist Hei­mat mit­nich­ten nur ein Ort, son­dern oft auch ein Ge­fühl, wes­halb Sil­va­na Meh­nerts Songs laut An­kün­di­gung durch­aus auch „in­ne­re wie äu­ße­re Land­schaf­ten (be­schrei­ben), die sie mit Lei­den­schaft zu Klang wer­den lässt“. So heißt es in dem Song „Ich ge­hör hier­her“u.a. „Ich kenn je­den Win­sie kel von dir / Je­des ein­zel­ne Stra­ßen­licht“oder auch „Du bist mir so ver­traut / Und doch ent­deck’ ich dich je­den Tag neu.“Wo­hin die (in Ra­de­beul le­ben­de) Künst­le­rin ge­hört, bleibt of­fen, je­der darf sich wohl auch er­mun­tert füh­len, sel­ber den Ort vor dem geis­ti­gen Au­ge zu be­schwö­ren, der ihm wohl­ver­traut und auch des­halb ge­schätzt ist.

Miss Ro­ckes­ters Tex­ten wird be­schei­nigt, von ei­ner stil­len Po­edurch­wo­ben zu sein, es geht um Wohl­fühlor­te, die Na­tur, be­son­de­re Au­gen­bli­cke und Ge­füh­le, die man­che Be­geg­nung oft un­er­war­tet in un­ser Le­ben spült. Auch die Li­te­ra­tur er­weist sich als In­spi­ra­ti­ons­quel­le für Meh­nert. Nach­dem sie auf frü­he­ren Al­ben Ge­dich­te von An­net­te Dro­ste­hüls­hoff oder John Keats ver­ton­te, hat sie sich nun des Na­tur­ge­dichts „Adé!“von Karl May an­ge­nom­men, in dem es u.a. heißt: Aus dunk’lem Au­ge zu mir stahl, / Du warst mein einz’ger Son­nen­strahl“. / Nun ist es Nacht; der Him­mel weint / Kein Stern, der trös­tend mir er­scheint.“

Im Song „An­ker“wie­der­um bie­tet sich Meh­nert an, ei­nem Freund Trost zu spen­den. Die­ser Freund, sonst ihr „Kom­pass und Weg­be­glei­ter, ihr An­ker und Ge­heim­nis­schatz­meis­ter“, scheint un­ver­mu­tet ziel­los in ei­ner halt­lo­sen Ge­gen­wart zu trei­ben, wes­halb sie klagt: „Mein Freund, es schmerzt mich, dich so zu sehn / Dein halt­lo­ser Blick ist kaum hin­zu­neh’m.“

Die Re­cord-re­lease-tour führt die Künst­le­rin am heu­ti­gen Sonn­abend, 20 Uhr, in die Klein­kunst­büh­ne A24 in Pir­na. Dann agiert die Miss Ro­ckes­ter-band an ih­rer Sei­te, die aus in hie­si­gen Brei­ten be­kann­ten Mu­si­kern be­steht: Gi­tar­rist Tho­mas Hü­bel (Ma­ni­na), Per­kus­sio­nist Ste­phan Sa­lew­ski (108 Fah­ren­heit, Die Zöll­ner), Bas­sist Adri­an Kehl­ba­cher (108 Fah­ren­heit) und Cel­list Ben­ni Cel­li­ni (Letz­te In­stanz, Land über). Al­le­samt sind sie ver­sier­te Kön­ner auf ih­ren In­stru­men­ten.

Ei­ne Orches­ter­tour für 2021 ist in Pla­nung, die bei­den be­reits jetzt an­ge­setz­ten Orches­ter­ter­mi­ne muss­ten co­ro­nabe­dingt ver­scho­ben wer­den, das im Thea­ter Mei­ßen auf den 17. Ok­to­ber 2021 und das im Os­tra-do­me im Rah­men der Jazz­ta­ge Dres­den auf den 31. Ok­to­ber 2021 (be­reits ge­kauf­te Ti­ckets be­hal­ten ih­re Gül­tig­keit).

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