Dresdner Neueste Nachrichten

Schau­lau­fen um den CDU-vor­sitz

In­fek­ti­ons­zah­len steigen ra­pi­de an – Bun­des­bür­ger sol­len so­zia­le Kon­tak­te re­du­zie­ren und auf al­le un­nö­ti­gen Rei­sen ver­zich­ten

- Von Ste­ven Gey­er Politics · Coronavirus (COVID-19) · West Berlin · Friedrich Merz · Armin Laschet · Norbert Röttgen · Angela Merkel · Markus Söder · Bundestag of Germany · Bundestag · Auch · Alliance '90/The Greens · president of Germany · Berlin

Ber­lin. Die drei Be­wer­ber um den Cdu-vor­sitz wol­len bei ih­rer Wahl Di­gi­ta­li­sie­rung, Kli­ma­schutz und In­no­va­tio­nen zu Schwer­punk­ten machen. Bei der ers­ten ge­mein­sa­men Vor­stel­lungs­run­de vor dem Uni­ons­nach­wuchs spra­chen sich Fried­rich Merz, Ar­min La­schet und Nor­bert Rött­gen am Sams­tag­abend für ein Di­gi­tal­mi­nis­te­ri­um im Bund aus. Ei­ne har­te Aus­ein­an­der­set­zung auf of­fe­ner Büh­ne blieb bei dem Auf­tritt in Ber­lin al­ler­dings aus.

Ber­lin. Die Co­ro­na-neu­in­fek­tio­nen steigen im­mer wei­ter, je­den Tag wird ein neu­er Re­kord­wert er­reicht – Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel hat dar­auf mit ei­nem ein­dring­li­chen Ap­pell re­agiert. „Wir müs­sen jetzt al­les tun, da­mit das Vi­rus sich nicht un­kon­trol­liert aus­brei­tet. Da­bei zählt jetzt je­der Tag“, sag­te sie am Wo­che­n­en­de in ei­ner Vi­deo­bot­schaft. Al­le Deut­schen soll­ten so­zia­le Kon­tak­te mög­lichst re­du­zie­ren und auf un­nö­ti­ge Rei­sen ver­zich­ten.

„Treffen Sie sich mit deut­lich we­ni­ger Men­schen, ob au­ßer­halb oder zu Hau­se“, bat Mer­kel. „Ver­zich­ten Sie auf je­de Rei­se, die nicht wirk­lich zwin­gend not­wen­dig ist, auf je­de Fei­er, die nicht wirk­lich zwin­gend not­wen­dig ist.“Der ent­spann­te Som­mer sei vor­bei, jetzt stün­den schwie­ri­ge Mo­na­te be­vor, sag­te die Kanz­le­rin. „Wie der Win­ter wird, wie un­ser Weih­nach­ten wird, das ent­schei­det sich in die­sen kom­men­den Ta­gen und Wo­chen.”

Un­ter­stüt­zung be­kam Mer­kel von Bay­erns Mi­nis­ter­prä­si­den­ten Mar­kus Sö­der: „Wenn wir nicht rasch ge­gen­steu­ern, ge­rät Co­ro­na au­ßer Kon­trol­le“, sag­te er der „Bild am Sonn­tag“. „Wer zö­gert, ris­kiert ei­nen zwei­ten Lock­down.“

Aus der Re­gie­rungs­ko­ali­ti­on kam Kri­tik am un­ein­heit­li­chen Vor­ge­hen der Bun­des­län­der. „In der Be­völ­ke­rung regt sich ein wahr­nehm­ba­rer Un­mut über den Fli­cken­tep­pich von ver­schie­de­nen Vor­ga­ben auf Län­der­ebe­ne. Hier müs­sen wir jetzt ein­grei­fen“, sag­te Uni­ons­frak­ti­ons­vi­ze Thors­ten Frei dem RND. Nö­tig sei­en bun­des­weit ein­heit­li­che Re­ge­lun­gen auch bei der Be­kämp­fung der Co­ro­na-fol­gen. Zu­dem for­der­te Frei ei­ne Be­fas­sung des Bun­des­ta­ges mit den Maß­nah­men: „Die Men­schen müs­sen durch ei­ne Dis­kus­si­on im Bun­des­tag in die La­ge ver­setzt werden, die po­li­ti­schen Ent­schei­dun­gen nach­zu­voll­zie­hen.“Nur Ver­trau­en in die Po­li­tik schaf­fe die nö­ti­ge Ak­zep­tanz für künf­ti­ge Schrit­te.

Auch die Spd-frak­ti­ons­vi­ze Bär­bel Bas for­der­te „wei­te­re Maß­nah­men, die bei der Mi­nis­ter­prä­si­den­ten­kon­fe­renz bis­her zu kurz ge­kom­men sind“: „Geht man da­von aus, dass die Pan­de­mie uns noch lan­ge be­glei­ten wird, brau­chen wir ei­nen po­li­ti­schen Schwer­punkt auf Prä­ven­ti­ons­kon­zep­te, die vor al­lem ver­letz­li­che Ziel­grup­pen schüt­zen müs­sen”, sag­te Bas. Zu­dem müss­te ge­nau­er un­ter­sucht werden, wie sich In­fek­tio­si­tät, Ster­be­ra­te er­krank­ter Men­schen und die Aus­las­tung von In­ten­siv­ka­pa­zi­tä­ten tat­säch­lich ent­wi­ckeln. Va­ge War­nun­gen vor wei­te­ren Lock­downs schür­ten da­ge­gen nur Ängs­te.

Auch die Op­po­si­ti­on drängt auf ein­heit­li­che Re­geln. „Die po­li­ti­sche Viel­stim­mig­keit von Bund und Län­dern hat eher für Ver­wir­rung ge­führt, an­statt das jetzt so not­wen­di­ge Ver­trau­en der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger in die Maß­nah­men des In­fek­ti­ons­schut­zes zu stär­ken”, sag­te die Pfle­ge- und In­fek­ti­ons­ex­per­tin der Grü­nen, Kor­du­la Schulz-asche, dem RND. Die Grü­nen for­dern auch ei­nen wis­sen­schaft­li­chen Pan­de­mie­rat, der Co­ro­na-maß­nah­men nicht nur aus me­di­zi­ni­scher Sicht, son­dern auch mit Blick auf die Ge­sell­schaft be­wer­tet.

Am Sams­tag hat­te das Bun­des­prä­si­di­al­amt mit­ge­teilt, dass Bun­des­prä­si­dent Frank-wal­ter St­ein­mei­er sich in Qua­ran­tä­ne be­ge­ben ha­be. Ei­ner sei­ner Bo­dy­guards war po­si­tiv auf das Vi­rus ge­tes­tet wor­den. Zwei Co­ro­na-tests bei dem Staats­ober­haupt fie­len ne­ga­tiv aus.

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