Dresdner Neueste Nachrichten

Ei­ne Chan­ce für die CDU

- Von Ma­ri­na Kormbaki European Politics · Politics · 1. FC Union Berlin · Berlin · Armin Laschet · Norbert Röttgen · Angela Merkel · Friedrich Merz

Ach ja, da war doch was: Die CDU hat im­mer noch kei­nen neu­en Vor­sit­zen­den. Im Kri­sen­tru­bel der Pan­de­mie und ih­rer wirt­schaft­li­chen und ge­sell­schaft­li­chen Fol­gen ging im Lau­fe die­ses lan­gen Jah­res un­ter, dass Deutsch­lands füh­ren­de Volks­par­tei noch im­mer nicht weiß, wie und mit wem sie die Bun­des­tags­wahl 2021 be­strei­ten will. Gut, dass die Jun­ge Uni­on nun an die­se für Deutsch­lands Zu­kunft ja nicht un­er­heb­li­che Fra­ge er­in­nert hat. Die An­wär­ter auf den Par­tei­vor­sitz tra­fen am Sams­tag in Ber­lin auf­ein­an­der, um per Li­vestream den zu­ge­schal­te­ten po­li­ti­schen Nach­wuchs von sich zu über­zeu­gen. Nrw-mi­nis­ter­prä­si­dent Ar­min La­schet, der frü­he­re Uni­ons­frak­ti­ons­chef Fried­rich Merz und der Au­ßen­po­li­ti­ker Nor­bert Rött­gen un­ter­stri­chen ih­ren Gestal­tungs­wil­len.

In der Sa­che lie­gen die drei Kan­di­da­ten nicht weit aus­ein­an­der. Selbst Merz po­si­tio­nier­te sich in Kon­ti­nui­tät zu An­ge­la Mer­kel. Im Tem­pe­ra­ment aber zei­gen sich sehr wohl Un­ter­schie­de. Mit­un­ter trat La­schet so en­er­gisch und so of­fen kri­tisch auf, dass der Mi­nis­ter­prä­si­dent sei­nen Kon­tra­hen­ten fast die Show stahl. Man kann die An­griffs­lust des in den Um­fra­gen zu­rück­ge­fal­le­nen Lan­des­chefs als Aus­druck gro­ßer Selbst­ge­wiss­heit deu­ten – oder auch gro­ßer Ner­vo­si­tät.

Je­den­falls ist es der CDU und ih­rem Par­tei­nach­wuchs mit ei­nem in­no­va­ti­ven For­mat und de­mons­tra­ti­ver Lust auf Kon­tro­ver­se ge­lun­gen, den Fo­kus zu­rück auf den par­tei­in­ter­nen Wahl­kampf zu rü­cken. Ei­ni­ge füh­ren­de Christ­de­mo­kra­ten scheu­en ihn, weil sie um den be­reits an­ge­knacks­ten Zu­sam­men­halt der Par­tei fürch­ten. Doch der Wett­streit ist ei­ne Chan­ce: Er kann die Par­tei um neue Im­pul­se und Ide­en be­rei­chern, die sie zum En­de der Ära Mer­kel drin­gend braucht.

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