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Land­le­ben be­för­dert In­fek­tio­nen

Chem­nit­zer In­fek­tio­lo­ge er­klärt Hots­pot Erz­ge­bir­ge

- Health · Medicine · Coronavirus (COVID-19) · Chemnitz · Saxony

Chem­nitz. Die länd­li­chen Co­ro­na-aus­brü­che in Sach­sen sind laut dem In­fek­tio­lo­gen Tho­mas Grü­ne­wald vor al­lem auf den im Ge­gen­satz zu Me­tro­po­len en­ge­ren zwi­schen­mensch­li­chen Zu­sam­men­halt auf dem Land zu­rück­zu­füh­ren. Der Chef­arzt der Kli­nik für In­fek­ti­ons- und Tro­pen­me­di­zin am Kli­ni­kum Chem­nitz be­han­delt ak­tu­ell vie­le Fäl­le aus dem stark be­trof­fe­nen Erz­ge­bir­ge und warn­te, die Si­tua­ti­on auf die leich­te Schul­ter zu neh­men.

„Ge­hen Sie durch ein Dorf und treffen je­man­den, werden Sie dem sehr wahr­schein­lich schon mehr­fach in Ih­rem Le­ben be­geg­net sein. Al­so blei­ben Sie ste­hen und spre­chen mit ihm. Die­se En­ge und der in­ten­si­ve­re Aus­tausch, den es in der Stadt schon lan­ge nicht mehr gibt, viel­leicht auch noch die ei­ne oder an­de­re Fei­er im Fa­mi­li­en- und Freun­des­kreis, das al­les ist epi­de­mio­lo­gisch von Be­deu­tung“, er­klär­te Grü­ne­wald.

Laut Grü­ne­wald sind die Kli­ni­ken in der Re­gi­on zwar noch nicht an Ka­pa­zi­täts­gren­zen an­ge­langt. Al­ler­dings sei ei­ne sehr ho­he Zahl an Co­vid-pa­ti­en­ten in­zwi­schen sta­tio­när in Be­hand­lung. „Im Mai, Ju­ni und Ju­li wa­ren es die Jün­ge­ren, die sich mit dem Sars-cov-2vi­rus in­fi­zier­ten. Jetzt herrscht wie­der ein deut­li­cher Trend hin zu den älteren Men­schen“, so Grü­ne­wald. Ne­ben den Se­nio­ren sei­en auch über­ge­wich­ti­ge Men­schen,

Rau­cher, Men­schen mit Atem­wegs­er­kran­kun­gen oder mit Herz-kreis­lauf-pro­ble­men, mit Blut­hoch­druck und mit Nie­renoder Le­ber­er­kran­kun­gen von schwe­re­ren Ver­läu­fen be­trof­fen.

Grü­ne­wald geht da­von aus, dass die Pan­de­mie noch bis zu fünf Jah­re an­dau­ern könn­te und es da­bei noch fünf bis sechs In­fek­ti­ons­wel­len ge­ben wer­de. Je län­ger die Pan­de­mie daue­re, um­so schwe­rer sei es, die Wel­len klein zu hal­ten. Der Me­di­zi­ner rief da­zu auf, den Mund-na­se-schutz zu ver­wen­den: „Das ist ex­trem sinn­voll – vor­aus­ge­setzt, es machen al­le mit.“

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FO­TO: A. KEMP­NER Dr. Tho­mas Grü­ne­wald.

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