Dresdner Neueste Nachrichten

Stadt­rä­te ver­zich­ten auf Geld

Das Spar­po­ten­zi­al liegt bei 25 000 bis 30 000 Eu­ro im Jahr.

- Von Tho­mas Bau­mann-hart­wig Dresden · Free Democratic Party (Germany) · Freie Wähler · Holger Zastrow

Die Co­ro­na­kri­se hat die Fi­nan­zen der Stadt Dres­den aus den Glei­sen ge­wor­fen. Mehr­aus­ga­ben und ge­rin­ge­re Ein­nah­men sum­mie­ren sich zu ei­nem rie­si­gen Fehl­be­trag. In die­sen Zei­ten soll auch der Stadt­rat ei­nen Bei­trag zur Kon­so­li­die­rung leis­ten und bei sich selbst spa­ren. Die Stadt­rä­te folg­ten am Frei­tag ei­nem Vor­schlag der CDU und ver­zich­te­ten auf die jähr­li­che An­pas­sung ih­rer Ent­schä­di­gung an die In­fla­ti­ons­ra­te.

Je­des Jahr wird die Ent­schä­di­gung von der­zeit 516,10 Eu­ro pro Mo­nat ent­spre­chend der Ent­wick­lung der all­ge­mei­nen Ver­brau­cher­prei­se an­ge­passt. Das Glei­che gilt für die Sit­zungs­pau­scha­len. „Wir wol­len die Er­hö­hung der Auf­wands­ent­schä­di­gun­gen und Sit­zungs­pau­scha­len für zwei Jah­re aus­set­zen“, er­klär­te Cdu-frak­ti­ons­vor­sit­zen­der Pe­ter Krü­ger. Der Vor­schlag ent­las­te die Stadt­kas­se um rund 25 000 bis 30 000 Eu­ro pro Jahr.

Die AFD hat­te ei­nen An­trag ein­ge­reicht, in dem ei­ne Kür­zung der Auf­wands­ent­schä­di­gung auf 350 Eu­ro ge­for­dert wird. Es sei das Min­des­te, so Afd-stadt­rat Ha­rald Gil­ke, wenn die Rä­te bei sich selbst kür­zer tre­ten wür­den. Das Spar­po­ten­zi­al be­zif­fer­te er auf rund 200 000 Eu­ro pro Jahr.

FDP und Freie Wäh­ler woll­ten ei­nen an­de­ren Weg ge­hen, als die Auf­wands­ent­schä­di­gung zu kür­zen. „Wir soll­ten die auf­ge­bläh­ten Aus­schüs­se ver­klei­nern“, so Jens Gen­sch­mar von den Frei­en Wäh­ler. „Da­mit könn­ten wir bis zu ei­ne hal­be Mil­li­on Eu­ro spa­ren.“Nach der Wahl 2019 wa­ren die Aus­schüs­se von 15 auf 16 Mit­glie­der er­wei­tert wor­den. Die Frei­en Wäh­ler könn­ten mit ei­ner Aus­schuss­grö­ße von zwölf gut le­ben.

Der Fdp-frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Hol­ger Zastrow er­klär­te, der Cdu-vor­schlag brin­ge im Prin­zip nichts bei ei­ner In­fla­ti­ons­ra­te von null Pro­zent. Auch Zastrow will Aus­schüs­se ver­klei­nern und auf zu­sätz­li­che Gre­mi­en wie Len­kungs­grup­pen ver­zich­ten. „Hier ei­ne Run­de, da ei­ne Run­de, das macht die Stadt­rats­ar­beit teu­er.“

Krü­ger sag­te, ei­ne De­bat­te über die Aus­schuss­grö­ße kön­ne nicht bei der Fra­ge der Ent­schä­di­gun­gen ge­führt werden. „Das ist ei­ne The­ma­tik, die die Haupt­sat­zung be­trifft.“Letzt­lich fand sich ei­ne gro­ße Mehr­heit für den Cdu-vor­schlag.

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