Dresdner Neueste Nachrichten

Die ei­ge­ne Fa­mi­lie ist weit weg

Zdf-reportage über Pfle­ge­kräf­te

- Von Mar­co Kref­ting Mainz · Albania · Germany · Bulgaria

Mainz. „Ich zah­le ei­nen ho­hen Preis, und ich lei­de dar­un­ter.“Sue­la aus Al­ba­ni­en ar­bei­tet in Deutsch­land in ei­nem Se­nio­ren­heim. Ih­ren Mann und ih­re sechs­jäh­ri­ge Toch­ter sieht sie täg­lich, aber nur über das Han­dy. So wie ihr geht es vie­len Frau­en aus Ost­eu­ro­pa, die in Deutsch­land in der Al­ten­pfle­ge und Be­treu­ung ar­bei­ten. Oh­ne die Pfle­ge­kräf­te vor al­lem aus Ost­eu­ro­pa wä­re die Ver­sor­gung in Al­ten­und Se­nio­ren­hei­men, aber auch in der häus­li­chen Be­treu­ung hier­zu­lan­de nicht mehr vor­stell­bar. Für die Frau­en ist die Ar­beit in Deutsch­land fi­nan­zi­ell at­trak­tiv – aber das Op­fer, das sie brin­gen müs­sen, ist groß. Die „37°“-Reportage „Zwi­schen Job und Heim­weh – Pfle­ge­kräf­te aus Ost­eu­ro­pa“– zu se­hen am mo­ri­gen Di­ens­tag um 22.15 Uhr – greift das The­ma auf.

St­ani­mi­ra (46) aus Bul­ga­ri­en be­treut in der Nä­he von Stutt­gart den 96-jäh­ri­gen Wil­li. Sie kam über ei­ne Agen­tur nach Deutsch­land, die Be­treue­rin­nen übers In­ter­net ver­mit­telt. St­ani­mi­ra bleibt für vie­le Mo­na­te und fährt nur ein­mal im Jahr für vier Wo­chen nach Hau­se. So hat der hoch­be­tag­te Wil­li, des­sen De­menz fort­schrei­tet, ei­ne kon­ti­nu­ier­li­che Be­treu­ung und St­ani­mi­ra we­nig Ver­dienst­aus­fall. Die per­ma­nen­te Ver­füg­bar­keit ist je­doch an­stren­gend und kräf­te­zeh­rend für Stan­mi­ra.

Sue­la (32) aus Al­ba­ne­rin macht ei­ne ähn­li­che Er­fah­rung. Die aus­ge­bil­de­te Kran­ken­schwes­ter hat sich für ei­ne Ar­beit in Deutsch­land ent­schie­den. Ihr Ziel: Sie will ih­rer Toch­ter und ih­rem Mann ei­ne bes­se­re Zu­kunft er­mög­li­chen – auch wenn sie die bei­den nun kaum mehr sieht.

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FO­TO: IMA­GO IMAGES Hel­fen­de Hän­de.

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