„Traut euch und geht on­line“

...Frau­en im E-Com­mer­ce

E-Commerce Magazin - - Inhalt - DR. MICHAE­LA HA­GE­MANN... Das Bo­ep steht für Ba­by­öl­pro­jekt und hat aus Dr. Michae­la Ha­ge­mann ei­ne Un­ter­neh­me­rin ge­macht, die auf der For­bes-Lis­te zu den span­nends­ten Un­ter­neh­me­rin­nen un­ter 30 ge­hört. Sie ist viel un­ter­wegs, un­ter an­de­rem auch auf Mes­sen

► Wer in ei­ner tech­nisch ori­en­tier­ten Bran­che ar­bei­tet, hat es ge­ra­de als Frau oft nicht leicht. Um Kar­rie­re zu ma­chen, müs­sen sie sich ge­gen über­zäh­li­ge männ­li­che Kon­kur­ren­ten durch­set­zen. Wir woll­ten wis­sen, ob die­se Aus­sa­ge auch auf den E-Com­mer­ce zu trifft und ha­ben da­für mit Dr. Michae­la Ha­ge­mann, Ge­schäfts­füh­re­rin von das Bo­ep ge­spro­chen.

// Ecm: Was ge­nau bie­ten Sie un­ter dem Brand das Bo­ep an?

// Dr. Michae­la Ha­ge­mann: Als ich Mut­ter ge­wor­den bin, ha­be ich fest­ge­stellt, dass es kei­ne Pfle­ge­se­rie gibt, die mei­nen Vor­stel­lun­gen als Ärz­tin ge­nü­gen. Ich ha­be dann ei­ne ei­ge­ne Pfle­ge­se­rie ent­wi­ckelt und zu­sam­men mit mei­nem Bru­der ein Un­ter­neh­men ge­grün­det. Das war vor vier Jah­ren. In­zwi­schen ver­kau­fen wir er­folg­reich über dm-Märk­te, die Schwei­zer Mi­gros, den Ein­zel­han­del, Con­cept Sto­res und na­tür­lich on­line.

Wel­che Er­fah­run­gen ha­ben Sie als Frau im E-Com­mer­ce-Seg­ment ge­macht?

// Dr. M.H.: Das Schö­ne am E-Com­mer­ce ist: Wer ei­nen Shop er­öff­nen will, kann das ein­fach tun. Es gibt kei­ne Be­schrän­kun­gen. Und das gilt auch für die Chan­cen­gleich­heit. Durch die An­ony­mi­tät im In­ter­net be­ste­hen für al­le die glei­chen Mög­lich­kei­ten – egal ob Mann oder Frau.

Wie war das aber wäh­rend der Grün­dungs­pha­se Ih­res Un­ter­neh­mens?

// Dr. M.H.: Am An­fang nicht an­ders, nie­mand hält ei­nen von ei­ner Grün­dung ab. Aber es gibt im Ver­lauf Her­aus­for­de­run­gen,

bei de­nen es Grün­de­rin­nen manch­mal schwe­rer ha­ben. Vor al­lem, wenn es um das Ein­sam­meln von Gel­dern geht. Die vor al­lem männ­li­chen In­ves­to­ren sind häu­fig auf Tech-af­fi­ne Start-ups fo­kus­siert. Eben­so ver­hält sich das mit Ju­ry-Mit­glie­dern bei Start-up-Awards. Ich ha­be es selbst er­lebt: Über 200.000 Pro­duk­te hat­ten wir be­reits ver­kauft, aber am En­de ge­wann ein männ­li­ches Grün­der­team mit ei­ner App in der Be­ta-Pha­se.

Was sind Ih­rer Mei­nung nach, die Grün­de für die Be­nach­tei­li­gung von Frau­en, die es ja im­mer noch gibt.

// Dr. M.H.: Man muss sei­nen Töch­tern und Söh­nen vor­le­ben, dass Frau­en al­le Jobs ma­chen kön­nen und es nor­mal ist, dass Ma­ma und Pa­pa ar­bei­ten. Hier hat­ten wir jah­re­lang kei­ne Gleich­be­rech­ti­gung. Auch das Bil­dungs­sys­tem ist ge­for­dert. Es muss da­für ge­sorgt wer­den, dass ein Fach wie In­for­ma­tik in den Schu­len Ein­zug er­hält. Ich weiß nicht, ob Mäd­chen in der Schu­le wirk­lich be­nach­tei­ligt wer­den. Da sind es ja eher die Jungs, die sich schwer­tun. Da­für ho­len sie im Al­ter zwi­schen 20 und 35 Jah­ren stark auf.

Was ra­ten Sie Frau­en auf dem Weg in die Selb­stän­dig­keit?

// Dr. M.H.: Wenn Ihr ei­ne gu­te Idee habt, braucht Ihr viel Prag­ma­tis­mus: Traut Euch und geht on­line, auch wenn der Shop noch nicht so per­fekt ist. Setzt Eu­ren Per­fek­tio­nis­mus ge­zielt bei Eu­rem Pro­dukt ein, aber lasst Euch da­von nicht läh­men. ║

Foto: Julia Vo­gel

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