CDU stimmt für zehn Cent mehr

Gie­bol­de­häu­ser Bau­aus­schuss be­rät über ge­plan­te Er­hö­hung der Nie­der­schlags­was­ser­ge­bühr

Eichsfelder Tageblatt - - EICHSFELD - Von Mar­kus Scharf

Gieboldehausen. Das The­ma Ab­was­ser be­schäf­tig­te mal wie­der die Po­li­tik der Samt­ge­mein­de Gieboldehausen. Der Bau­aus­schuss be­riet am Frei­tag über Ge­büh­ren­er­hö­hung, Sa­nie­rungs­stau und Klär­an­la­gen.

Auf die Bür­ger der Samt­ge­mein­de kommt vor­aus­sicht­lich ei­ne Er­hö­hung der Ge­büh­ren für die Be­sei­ti­gung des Nie­der­schlags­was­sers zu. Von 28 Cent pro Qua­drat­me­ter ver­sie­gel­ter Flä­che sol­len künf­tig 38 Cent be­zahlt wer­den. Die Ge­büh­ren für das Ab­was­ser blei­ben mit 3,01 Eu­ro pro Ku­bik­me­ter kon­stant. Das zu­min­dest ist der Vor­schlag der Ver­wal­tung, der im Bau­aus­schuss am Don­ners­tag mit den Stim­men der CDU mehr­heit­li­che Zu­stim­mung be­kom­men hat.

„Die Er­hö­hung um 33 Pro­zent war ein gro­ßes The­ma in un­se­rer Frak­ti­on“, er­klär­te Frank Dittrich (CDU) wäh­rend der Aus­schuss­sit­zung. Na­tür­lich wer­de man ge­fragt, wo die ge­stie­ge­nen Kos­ten her­kom­men. Tat­sa­che sei aber, dass seit Jah­ren nicht aus­rei­chend in das Ka­nal­netz in­ves­tiert wor­den sei. Die Samt­ge­mein­de müs­se den Sa­nie- rungs­stau in den kom­men­den Jah­ren ab­bau­en.

Ein Plan, den man al­ler­dings in den ver­gan­ge­nen Jah­ren schon ge­fasst und ent­spre­chend Über­schüs­se er­zeugt hat­te. Ver­baut wur­de das Geld aber nicht – zu­min­dest nicht voll­stän­dig. Ent­spre­chend lau­te­te die Kri­tik aus den Rei­hen der Op­po­si­ti­on: „Wir soll­ten da rea­lis­ti­scher her­an­ge­hen“, sag­te Rei­ner Deeg (Grü­ne). Zum jet­zi­gen Zeit­punkt in die­sem Um­fang zu er­hö­hen, hal­te er für falsch. „Wir wer­den das Geld wie­der nicht auf die Stra­ße krie­gen.“

Nicht zu er­hö­hen sei al­ler­dings auch das fal­sche Si­gnal, kon­ter­te Mar­kus Ger­har­dy (CDU). Na­tür­lich müs­se man vor­sich­tig da­mit sein, den Bür­ger über­mä­ßig zu be­las­ten. Jetzt aber zu schie­ben, brin­ge die Ge­mein­de in Schwie­rig­kei­ten. „In letz­ter Kon­se­quenz heißt das, dass die Un­ter­hal­tungs­ar­bei­ten nicht rea­li­siert wer­den.“

Ei­nen Kom­pro­miss­vor­schlag un­ter­brei­te­te Rai­ner Len­tes (SPD) sei­nen Aus­schuss­kol­le­gen. Sein An­trag, le­dig­lich fünf Cent mehr zu neh­men als im Vor­jahr, zer­schell­te al­ler­dings am Wi­der­stand der CDU. Dittrich: „Dann er­hö­he ich lie­ber um zehn Cent in der fes­ten Er­war­tung, dass auch was pas­siert.“Ent­spre­chend wur­de die Ver­wal­tung in die Pflicht ge­nom­men: „Wir er­war­ten, dass die Ver­wal­tung ak­tiv wird. Hier sol­len kei­ne gro­ßen Rück­stel­lun­gen mehr ge­bil­det wer­den.“

Er kön­ne die Be­den­ken nach­voll­zie­hen, so Ge­mein­de­bür­ger­meis­ter Stef­fen Ah­ren­hold (CDU). „Die Dis­kus­si­on kommt zu Recht.“Er räum­te Ver­säum­nis­se ein und er­klär­te, war­um er da­von aus­geht, dass die Vor­aus­set­zun­gen in 2019 bes­ser sei­en. „Neh­men wir uns zu viel vor? Nein. Wir ha­ben uns Ver­stär­kung ge­holt und kön­nen frü­her star­ten.“Die Ge­mein­de konn­te nach län­ge­rer Va­kanz ei­ne Stel­le in der Bau­ver­wal­tung be­set­zen. Und vor­aus­sicht­lich wird der Rat den Haus­halt frü­her als im Vor­jahr be­schlie­ßen. Ent­spre­chend könn­te man mit den Maßnahmen eher be­gin­nen. Zwei Maßnahmen in Bo­den­see und Rolls­hau­sen sind be­reits kon­kret ge­plant. Mit sie­ben von zehn Stim­men be­kam Ah­ren­hold schließ­lich grü­nes Licht aus dem Bau­au­schuss.

Ein­hel­li­ge Zu­stim­mung ern­te­te die Ver­wal­tung dann wie­der bei ei­ner an­de­ren Än­de­rung in der Ge­büh­ren­be­rech­nung. So soll künf­tig Stef­fen Ah­ren­hold, Ge­mein­de­bür­ger­meis­ter für die Ab­was­ser­be­sei­ti­gung von Grund­stü­cken, die nicht an das Ka­nal­netz an­ge­schlos­sen wer­den konn­ten, die Rech­nung des Ab­fuhr­un­ter­neh­mens di­rekt an den Bür­ger wei­ter­ge­lei­tet wer­den. Das bis­he­ri­ge „klas­si­sche Ge­büh­ren­mo­dell“ha­be sich nicht be­währt. Die Vor­tei­le: mehr Trans­pa­renz, mehr Ge­rech­tig­keit und – soll­ten die Trans­port­kos­ten kon­stant blei­ben – ge­rin­ge­re Ge­büh­ren Ab­schlie­ßend ent­schei­det der Samt­ge­mein­de­rat En­de des Mo­nats über die The­men rund um das The­ma Ab­was­ser.

Die Dis­kus­si­on kommt zu Recht.

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