Su­che nach ei­nem neu­en Stand­ort für das Land­wirt­schafts­mu­se­um

Hei­mat­ver­ein Waa­ke-bö­sin­g­hau­sen ist auf Spen­den an­ge­wie­sen

Eichsfelder Tageblatt - - EICHSFELD - Von Max Brasch

Waa­ke. Be­reits seit An­fang des Jah­res ist klar: das Land­wirt­schafts­mu­se­um in Waa­ke muss um­zie­hen. Noch be­fin­det sich das Mu­se­um auf dem Ge­län­de des Waa­ker Rit­ter­guts, im ehe­ma­li­gen Kuh­stall. Die Räum­lich­kei­ten wur­den dem Hei­mat­ver­ein Waa­ke-bö­sin­g­hau­sen von Adolf Frei­herr von Wan­gen­heim zur Nut­zung über­las­sen. Dem­nächst soll das Ge­bäu­de al­ler­dings grund­le­gend sa­niert und da­nach an­der­wei­tig ge­nutzt wer­den. Ei­ne buch­stäb­lich na­he­lie­gen­de Al­ter­na­ti­ve wä­re die so­ge­nann­te „St­ein­scheu­ne“auf dem Ge­län­de des Rit­ter­guts, die zur­zeit teil­wei­se als La­ger­hal­le ge­nutzt wird. Um den Um­bau des 150 Jah­re al­ten Ge­bäu­des rea­li­sie­ren zu kön­nen, ist der Hei­mat­ver­ein auf För­de­rung und Spen­den an­ge­wie­sen.

Auf et­wa 400 Qua­drat­me­tern ist im ehe­ma­li­gen Kuh­stall des Rit­ter­guts ei­ne Samm­lung von his­to­ri­schen land­wirt­schaft­li­chen Ge­rä­ten ent­stan­den. Die meis­ten Stü­cke stam­men aus dem 19. und frü­hen 20. Jahr­hun­dert. Be­su­cher kön­nen sich ne­ben Ge­rät­schaf­ten wie Ern­te­ma­schi­nen, Pflü­gen und Acker­wa­gen auch Ge­gen­stän­de aus dem his­to­ri­schen Dor­fall­tag an­schau­en. So ver­fügt das Mu­se­um über ei­ne ei­ne nach­ge­bau­te Bau­ern­kü­che, aus­ge­stat­tet wie vor 100 Jah­ren. Auch ei­ne funk­ti­ons­fä­hi­ge Schmie­de mit his­to­ri­schem Hand­werks­zeug konn­te der Hei­mat­ver­ein auf­bau­en.

Die Samm­lung wer­de nicht nur Schü­lern zei­gen, wie das Leben auf dem Land ein­mal aus­ge­se­hen hat, auch Se­nio­ren könnten sich da­durch an ih­re Kind­heit zu­rück­er­in­nern, er­zähl­te Die­ter Kul­le, Vor­sit­zen­der des Hei­mat­ver­eins. Die Idee für das Mu­se­ums geht auf Wil­li Hart­mann, Orts­hei­mat­pfle­ger der Ge­mein­de Waa­ke und Mit­glied des

Hof­fen auf Un­ter­stüt­zung (v.l.): Die­ter Kul­le, Ralf Wehrt, Ma­rie von Wan­gen­heim und Ger­not Geb­bert.

Hei­mat­ver­eins, zu­rück. Hart­mann sam­mel­te über Jahr­zehn­te his­to­ri­sche Stü­cke aus der Land­wirt­schaft und stellt sie in dem zum Mu­se­um um­ge­bau­ten Kuh­stall aus.

Mitt­ler­wei­le gibt es je­doch von­sei­ten der Ei­gen­tü­mer an­de­re Plä­ne für das Ge­bäu­de und das Mu­se­um muss ei­nen neu­en Stand­ort fin­den. Zu die­sem Zweck hat der Hei­mat­ver­ein ei­ne Pro­jekt­grup­pe ins Leben ge­ru­fen. „Wir ha­ben uns ge­mein­sam mit der Ge­mein­de Waa­ke nach Ab­wä­gung al­ler Vor- und Nach­tei­le für die St­ein­scheu­ne als an­zu­stre­ben­den neu­en Stand­ort aus­ge­spro­chen“, so Kul­le. Die Scheu­ne am Orts­aus­gang von Waa­ke wur­de Mit­te des 19. Jahr­hun­derts er­rich­tet und ist denk­mal­ge­schützt. „Ei­ne be­son­de­re Die­ter Kul­le, Vor­sit­zen­der des Hei­mat­ver­eins Samm­lung in ei­nem be­son­de­ren Ge­bäu­de – das ist schon ein­zig­ar­tig“, be­ton­te Kul­le.

Die „St­ein­scheu­ne“muss vor dem Um­zug je­doch sa­niert und so­wohl für Aus­stel­lungs­stü­cke als auch für Be­su­cher an­ge­passt wer­den. Even­tu­ell könnten die Räum­lich­kei­ten auch für Ver­an­stal­tun­gen ge­nutzt wer­den. Auch in Zu­kunft soll das Land­wirt­schafts­mu­se­um eh­ren­amt­lich mit re­gel­mä­ßi­gen Öff­nungs­zei­ten ge­führt wer­den. Die Kos­ten für ei­ne Rea­li­sie­rung des Pro­jekts mit bar­rie­re­frei­en Zu­gangs­mög­lich­kei­ten und im Ein­klang mit dem Denk­mal­schutz sei­en je­doch er­heb­lich, er­läu­ter­te Kul­le. „Der größ­te Teil der Kos­ten kann vor­aus­sicht­lich durch öf­fent­li­che För­der­mit­tel fi­nan­ziert wer­den“, so Kul­le wei­ter.

Ein gro­ßes Pro­blem sei je­doch, dass trotz in Aus­sicht ste­hen­der För­der­mit­tel und Zu­schüs­sen der Ge­mein­de Waa­ke ei­ne Fi­nan­zie­rungs­lü­cke blei­be. „Zur De­ckung die­ser Lü­cke von cir­ca 50 000 Eu­ro sind wir auf Spen­den an­ge­wie­sen“, er­klär­te Kul­le. Erst wenn die Fi­nan­zie­rung ge­si­chert sei, kön­ne das Pro­jekt be­gin­nen. Des­halb su­che der Hei­mat­ver­ein nach Spen­dern und Hel­fern, sag­te Kul­le.

In­fo In­ter­es­sier­te kön­nen sich per Te­le­fon un­ter 05507/640 oder per EMail an in­[email protected]­mat­ver­ein-waa­ke­boe­sin­g­hau­sen.de an den Hei­mat­ver­ein Waa­ke-bö­sin­g­hau­sen wen­den.

Ei­ne be­son­de­re Samm­lung in ei­nem be­son­de­ren Ge­bäu­de – das ist schon ein­zig­ar­tig.

FO­TO: BRASCH

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.