AKK spricht Macht­wort: Kan­di­da­ten­de­bat­te über­flüs­sig

Neue Par­tei­che­fin will in der Flücht­lings­po­li­tik al­les auf den Prüf­stand stel­len – Cdu-spit­ze plant das Jahr in Klau­sur­ta­gung

Eichsfelder Tageblatt - - POLITIK - Von Da­nie­la Va­tes

Ber­lin. Es war so et­was wie ein Macht­wort. De­bat­ten um den mög­li­chen Kanz­ler­kan­di­da­ten der CDU sei­en „völ­lig über­flüs­sig“, ver­kün­de­te die neue Cdu-che­fin An­ne­gret Kramp-kar­ren­bau­er, noch be­vor sich die Par­tei­spit­ze am Sonn­tag­abend zur Jah­res­auf­takt­klau­sur zu­rück­zog. „Wir ha­ben ei­ne Kanz­le­rin. Be­vor wir über Kan­di­da­tu­ren re­den, müs­sen wir ge­mein­sam die CDU in den Zu­stand brin­gen, der er­folg­rei­che Wahl­kämp­fe zu­lässt“, sag­te Kramp-kar­ren­bau­er der „Welt am Sonn­tag“. Und im Üb­ri­gen sei es so wie im­mer: Das Vor­schlags­recht für die Kan­di­da­tur ha­be sie als Par­tei­che­fin. „Das galt für al­le Vor­sit­zen­den der CDU, und das wird auch für mich gel­ten.“

In den ru­hi­gen Weih­nachts­wo­chen hat­te zu­vor das Un­ter­stüt­z­er­la­ger des un­ter­le­ge­nen Par­tei­chef­kan­di­da­ten Fried­rich Merz die K-fra­ge auf die Ta­ges­ord­nung ge­setzt. Eu-kom­mis­sar Gün­ther Oet­tin­ger be­fand, Merz kön­ne im­mer noch Kanz­ler­kan­di­dat wer­den. Bun­des­tags­prä­si­dent Wolf­gang Schäu­b­le er­klär­te, bei der Kanz­ler­kan­di­da­tur ge­be es kei­nen Au­to­ma- tis­mus, der dem CDU-CHEF den Zu­griff auf die­sen Pos­ten si­che­re. Nie­der­sach­sens CDU-CHEF Bernd Al­t­hus­mann wi­der­sprach in Pots­dam: Die Par­tei­che­fin ha­be: „un­zwei­fel­haft das ers­te Zu­griffs­recht“

Lie­ber als die K-fra­ge will Kramp-kar­ren­bau­er aber erst ein­mal die W-fra­ge dis­ku­tie­ren – die Wahl­kampf­fra­ge. Bei der Eu­ro­pa­wahl und der Bre­mer Bür­ger­schafts­wahl im Mai und den Land­tags­wah­len in Sach­sen, Bran­den­burg und Thü­rin­gen im Herbst will die CDU nicht nur bes­ser ab­schnei­den, als es die Um­fra­gen ge­ra­de vor­her­sa­gen, son­dern vor al­lem auch die AFD auf Ab­stand hal­ten. Für Kramp-kar­ren­bau­er per­sön­lich geht es dar­um, ih­ren als saar­län­di­sche Mi­nis­ter­prä­si­den­tin eta­blier­ten Ruf als gu­te Wahl­kämp­fe­rin zu ver­tei­di­gen. Und da schwingt dann doch wie­der die K-fra­ge mit: Für ei­ne Par­tei­che­fin oh­ne Wah­l­er­fol­ge wird die Kanz­ler­kan­di­da­tur schwie­ri­ger. Ei­ne wei­te­re Kom­po­nen­te muss die CDU mit be­den­ken: So­wohl die Eu­ro­pa­wahl als auch die ost­deut­schen Wah­len gel­ten als mög­li­che Zeit­punk­te für ei­nen Rück­zug der SPD aus der Re­gie­rung.

Kramp-kar­ren­bau­er hat als zen­tra­le in­halt­li­che Auf­ga­ben vor­ge­ge­ben, die tra­di­tio­nel­len The­men­schwer­punk­te der CDU wie­der mehr in den Mit­tel­punkt zu rü­cken. Bei in­ne­rer Si­cher­heit und Wirt­schafts­po­li­tik soll die Par­tei wie­der wahr­nehm­ba­rer wer­den. Um den wei­ter schwä­ren­den Un­mut über die Flücht­lings­po­li­tik zu be­sänf­ti­gen, soll es im Fe­bru­ar ei­ne Kon­fe­renz ge­ben, zu der auch die CSU ein­ge­la­den ist. Kramp-kar­ren­bau­er spricht von ei­ner Ge­ne­ral­aus­spra­che – wie sehr die zur Abrech­nung mit An­ge­la Mer­kels Po­li­tik wird, ist of­fen. Auf Drän­gen der ost­deut­schen Lan­des­ver­bän­de soll ein Ren­ten­kon­zept er­ar­bei­tet wer­den. In der Wirt­schafts­po­li­tik for­dert die Par­tei­che­fin ei­ne Un­ter­neh­mens­steu­er­re­form. Die For­de­rung nach ei­ner Ab­schaf­fung des So­li­dar­bei­trags bleibt.

Die Klau­sur ist Kramp-kar­ren­bau­ers zwei­ter gro­ßer Auf­schlag als Cdu-che­fin nach der Char­mof­fen­si­ve bei der CSU ver­gan­ge­ne Wo­che. Auf der Klau­sur prä­sen­tiert sie sich als Te­am­play­er- „Wah­l­er­geb­nis­se sind Ge­mein­schafts­wer­ke, nie die Leis­tung ei­nes Ein­zel­nen“, sagt sie.

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