Pol­ni­sche Lie­der und Ge­be­te

Band St. Eli­sa­beth singt in Rü­ders­hau­sen

Eichsfelder Tageblatt - - EICHSFELD -

Rü­ders­hau­sen. Mit pol­ni­schen Weih­nachts­lie­dern und mehr­spra­chi­gen Ge­be­ten hat die Ge­mein­de Rü­ders­hau­sen in der Sankt Andre­as Kir­che To­le­ranz ge­gen­über al­ler­lei Eth­ni­en be­wie­sen. Ge­sun­gen hat die Band St. Eli­sa­beth aus Salz­git­ter.

Das En­de der Weih­nachts­zeit wur­de durch die Hei­li­ge Mes­se am Sonn­abend von Pfar­rer Mar­kus Gr­a­bow­ski und der Band aus Salz­git­ter ein­ge­lei­tet. Ein be­leuch­te­ter Weih­nachts­baum und pol­ni­sche Weih­nachts­lie­der bil­de­ten den Aus­klang. Auf den für die Kir­chen­gän­ger aus­lie­gen­den Ge­s­angs­pa­pie­ren wa­ren die pol­ni­schen Lie­der zum Teil über­setzt, „aus der Schnel­le her­aus, al­so ver­zei­hen Sie mir ein paar Schön­heits­feh­ler“, so Gr­a­bow­ski.

Die aus zehn Mit­glie­dern be­ste­hen­de Band sang je­weils zwi­schen den Ge­be­ten und Le­sun­gen un­ter an­de­rem „Christ ist ge­bo­ren“oder „Stil­le Nacht, hei­li­ge Nacht“. Im An­schluss zur Hei­li­gen Mes­se gab die Band noch ein klei­nes Kon­zert. Mit Klang­glo­cken, Gi­tar­re und ei­ner Ras­sel wa­ren die Me­lo­die und der Takt ge­ge­ben. Der Rhyth­mus war zum Teil ver­tont, im Ge­sang per­form­ten die Sän­ger live.

Zu Be­ginn schwingt ein Mess­die­ner das Weih­rauch­ge­fäß und Gr­a­bow­ski be­ginnt mit der Hei­li­gen Mes­se. Zahl­rei­che Ap­pel­le, sei­nem ei­ge­nen Glau­ben zu ver­trau­en und so den Mut zu fin­den, Neu­es zu er­le­ben und zu ent­de­cken, wer­den aus­ge­spro­chen. Das zen­tra­le Ele­ment der Pre­digt ist die Er­mu­ti­gung, Un­ge­wohn­tes zu wa­gen, auf der Grund­la­ge des Glau­bens an Gott.

Auf­bruch zu neu­en Ufern

„Wagt euch an neue Ufer, stellt euch ge­gen den Strom, vie­le von euch sind be­stimmt schon ein­mal zu neu­en Ufern auf­ge­bro­chen“, spricht der Pfar­rer und nimmt die­se Aus­sa­ge per­sön­lich. 1988 sei­en sei­ne Fa­mi­lie und er aus der DDR in die BRD über­ge­tre­ten. „Mei­ne El­tern woll­ten für uns und für sich selbst ein bes­se­res Le­ben. Wir wol­len doch al­le, dass das Le­ben ge­lingt. Wir wol­len frei sein, ge­liebt und ge­ach­tet wer­den“, er­zählt Gr­a­bow­ski wei­ter.

Welt­of­fen­heit und To­le­ranz

In­ter­na­tio­na­le Ge­be­te im An­schluss an die Pre­digt auf (platt-)deutsch, fran­zö­sisch, thai­län­disch, pol­nisch, spa­nisch und me­xi­ka­nisch zeug­ten von Welt­of­fen­heit und To­le­ranz zwi­schen ver­schie­de­nen Kul­tu­ren und Eth­ni­en.

Die In­hal­te der Pre­digt wech­seln sich mit Tra­di­tio­nel­lem und All­täg­li­chem ab. Die Me­ta­pher des fast zer­bro­che­nen ge­knick­ten Rohrs steht für ei­nen gläu­bi­gen Men­schen, der sich trotz ver­mehr­ter Tief­schlä­ge auf­grund sei­nes Glau­bens nicht un­ter­krie­gen lässt, sagt der Pfar­rer. Da­bei spricht er di­rekt die viel­zäh­li­gen Kin­des­miss­brauchs­fäl­le an, die dem Ruf der ka­tho­li­schen Kir­che sehr ge­scha­det ha­ben.

Der Glau­be hilft dem Men­schen nach An­ga­ben des Pfar­rers je­doch wie­der aus die­sem „Ker­ker“. „Je­sus scheut sich auch nicht, in die stin­ken­de Kloa­ke un­se­rer Schuld ein­zu­tau­chen.“Er sei ge­stor­ben und wie­der­auf­ge­taucht. Weih­nach­ten und Os­tern ge­hö­ren schließ­lich zu­sam­men, so Gr­a­bow­ski. Ge­sam­melt wur­de wäh­rend der Mes­se ei­ne Kol­lek­te für das „Haus der Zuflucht“, ein Haus in Bra­si­li­en, das 40 bis 50 Kran­ken Un­ter­kunft und Ver­pfle­gung bie­tet. lh

FOTO: HAUS­MANN

Ei­ne Mut ma­chen­de Bot­schaft in der St. Andre­as Kir­che in Rü­ders­hau­sen mit pol­ni­schen Weih­nachts­lie­dern von der BandSt. Eli­sa­beth.

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