Haus aus Fens­tern

An der Küs­te Kap­stadts bau­te ein Ar­chi­tekt das Fe­ri­en­haus sei­ner küh­nen Träu­me

Elle Decoration (Germany) - - INHALT - Fo­tos: GREG COX Sty­ling: SVEN ALBERDING

Wer sei­nen Be­ruf so lei­den­schaft­lich aus­übt wie Phi­lip Ol­mes­dahl vom Kap­städ­ter Ar­chi­tek­tur- und Ein­rich­tungs­stu­dio Sao­ta, der kommt auch im Ur­laub nicht zur Ru­he. Sie­ben Jah­re lang ver­brach­te der Gestal­ter mit sei­ner Fa­mi­lie Wo­che­n­en­den und Fe­ri­en in ei­nem al­ten Strand­haus in Pring­le Bay… und feil­te da­bei an Plä­nen für ei­nen Neu­bau am sel­ben Platz. Für ein per­fek­tes Fe­ri­en­haus, das den be­son­de­ren Ge­ge­ben­hei­ten der von Ber­gen um­stan­de­nen Bucht öst­lich von Kap­stadt ge­recht wür­de. Ei­ner­seits soll­te es sich nach au­ßen öff­nen, um das star­ke Mee­res­licht, die Son­ne und die ein­sa­me Kap-Land­schaft mit ih­rem viel­far­bi­gen Fyn­bos-Busch ein­zu­fan­gen. An­de­rer­seits soll­te es aber auch vor den ex­tre­men Wet­ter­be­din­gun­gen in Pring­le Bay schüt­zen, vor der Feuch­tig­keit und den kräf­ti­gen Win­den, die durch das Tal des Buf­fels Ri­ver fe­gen, der di­rekt ne­ben dem Grund­stück vor­bei­fließt und in den At­lan­tik mün­det. Ol­mes­dahl ent­warf schließ­lich ei­nen sach­li­chen, mo­der­nis­ti­schen Bau, der sich von der wind­ge­peitsch­ten Bucht ab­wen­det und zum Fluss­tal hin öff­net. In­nen wie au­ßen ist er durch ei­ne ent­spann­te Kom­bi­na­ti­on aus weiß ge­kalk­tem Back­stein und Sicht­be­ton cha­rak­te­ri­siert – und na­tür­lich durch reich­lich gro­ße Fens­ter­fron­ten. Im­mer her­ein mit der Land­schaft! Schie­be­tü­ren aus Glas füh­ren vom of­fe­nen Wohn­be­reich nicht nur auf ge­räu­mi­ge Pan­ora­ma­ter­ras­sen, von de­nen die Ol­mes­dahls den Son­nen­un­ter­gang hin­ter dem East Kap ge­nie­ßen, son­dern auch in ei­nen In­nen­hof: Zwi­schen Wohn­raum, Kü­che und über­dach­ter Lounge ist ein wind­ge­schütz­ter Au­ßen­be­reich ent­stan­den, der

zu­sätz­lich Licht ins Haus holt und dank sei­ner Be­pflan­zung mit ty­pi­scher Kap-Ve­ge­ta­ti­on auch gleich ein Stück afri­ka­ni­schen Busch. Die zu­rück­hal­tend mö­blier­ten Schlaf­räu­me im ers­ten Stock sit­zen wie glä­ser­ne Bo­xen auf dem kies­ge­deck­ten Flach­dach. Auch hier steht der Blick auf das Fluss­tal mit sei­nen kar­gen Berg­flan­ken im Vor­der­grund. Die ent­span­nen­de Fe­rien­at­mo­sphä­re zieht sich durch das gan­ze Haus. Im Erd­ge­schoss ge­hen Wohn­raum, Ess­be­reich und Kü­che zwang­los in­ein­an­der über; ein paar Stu­fen und ein gro­ßer of­fe­ner Ka­min fun­gie­ren als an­ge­deu­te­te Raum­tei­ler. Auch die Fuß­bö­den aus po­lier­tem Ze­ment und die Tex­ti­li­en in de­zen­ten Weiß- und Grau­tö­nen tra­gen zu dem bei, was Ol­mes­dahl „Bar­fuß-Lu­xus“nennt. Und schaf­fen den idea­len Hin­ter­grund für die spar­sam und mit läs­si­ger Hand ver­streu­ten Mö­bel lo­ka­ler und in­ter­na­tio­na­ler De­si­gner. We­ni­ger ist be­kannt­lich mehr. Vor al­lem in den Fe­ri­en.

Oben: Die Kü­che ist der Lieb­lings­platz der Fa­mi­lie: zum Mor­gen­kaf­fee oder Son­nen­un­ter­gang Bar­ho­cker von Ja­mes Mudge,Le­der­ses­sel „Pau­lis­ta­no“von Pau­lo Men­des da Rocha. Un­ten: Die herr­li­che Bucht Pring­le Bay Beach

Links: Zink­ver­scha­lung und durch­bro­che­nes Mau­er­werk ma­chen das Haus wet­ter­fest. Un­ten: Gar­de­ro­be mit Ha­ken aus Iro­ko-Holz von Vo­gel De­sign

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