Gla­mou­rös Das Gäste­haus der Ds­qua­red2-Brü­der

Für ih­re Freun­de ha­ben die De­si­gner De­an und Dan Ca­ten ein ganz be­son­de­res Gäste­haus ein­ge­rich­tet. Es ist mehr Club als Pen­si­on …

Elle Decoration (Germany) - - INHALTMAI / JUNI - Fo­tos: HELENIO BARBETTA

De­an und Dan Ca­ten, die bei­den De­si­gner hin­ter dem Mai­län­der Fa­shion­la­bel Ds­qua­red2, ha­ben vie­le Freun­de. Da­zu ge­hö­ren auch Ce­le­bri­ties wie Ri­han­na, Len­ny Kra­vitz oder Beyon­cé, die gern mal in der Mo­de­stadt Mai­land Be­such ma­chen und „dann vi­el­leicht kei­ne Lust ha­ben, im Ho­tel zu woh­nen. In sol­chen Mo­men­ten kön­nen wir ih­nen jetzt ein ru­hi­ges, lu­xu­riö­ses Gu­est­house an­bie­ten“, freut sich Dan Ca­ten, der jün­ge­re der Zwil­lings­brü­der. Das drei­stö­cki­ge Ge­bäu­de ist Teil des Ds­qua­red2-Fir­men­sit­zes in der Via Ce­re­sio, nur ei­nen Kat­zen­sprung von den neu­en Sze­ne­vier­teln Iso­la und Por­ta Nuo­va ent­fernt. Der

ge­sam­te Kom­plex aus hel­lem, un­ver­putz­tem Back­stein ent­stand in den 1930er-Jah­ren ganz im Stil des ita­lie­ni­schen Ra­tio­na­lis­mus und strahlt bis heu­te ei­ne nüch­ter­ne Stren­ge aus. In die­sen Mau­ern ha­ben De­an und Dan in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ne­ben ih­ren Bü­ros be­reits ein Re­stau­rant mit Pool so­wie ein Gym mit Spa ein­ge­rich­tet. Auch im Gu­est­house, das auf der an­de­ren Sei­te der Tor­ein­fahrt liegt, er­in­nert nichts mehr an die Zei­ten, in de­nen hier die An­ge­stell­ten des ita­lie­ni­schen Strom­ver­sor­gers Enel an ih­ren Schreib­ti­schen sa­ßen. Wer heu­te ein­tritt, fühlt sich eher wie in ei­nem coo­len Gen­tle­men’s Club, durch den ei­ne Bri­se Gla­mour weht.

Und Stars mit Büh­nen­er­fah­rung wer­den sich schon im Ein­gangs­be­reich wie zu Hau­se füh­len: Vor ei­ner kom­plett ver­spie­gel­ten Wand schwingt sich ei­ne mit sal­bei­grü­nem Samt be­zo­ge­ne Wen­del­trep­pe aus dem

„Es soll­te nach Club aus­se­hen, nach Hol­ly­wood. Nach ele­gan­ten Men­schen, die die Trep­pe hin­un­ter­schrei­ten …“

ers­ten Stock her­un­ter und läuft ne­ben ei­nem schwar­zen Flü­gel aus, an dem man sich dann Frank Si­na­tra vor­stellt. Dar­über schwebt ein enor­mer, was­ser­fall­ar­ti­ger Leuch­ter, der ur­sprüng­lich mal im Atri­um des Mai­län­der Haupt­bahn­hofs hing. Die Show­trep­pe ist der ab­so­lu­te Mit­tel­punkt des Hau­ses. „Co­co Cha­nel hat­te in ih­rem Haus in Pa­ris auch so ei­ne Trep­pe“, er­zählt Dan be­geis­tert, „und uns ge­fiel das Hol­ly­woo­dar­ti­ge dar­an, die Vor­stel­lung, dass hier abends schö­ne Men­schen her­un­ter­kom­men und ei­nen Drink neh­men, wäh­rend Kla­vier­klän­ge durch die Luft schwe­ben …“Da­für gibt es na­tür­lich die pas­sen­de Bar im Erd­ge­schoss. Wie auch die Bi­b­lio­thek nimmt sie das gla­mou­rö­se Club-The­ma auf. Die Bö­den sind aus schwar­zem Schie­fer und mit silb­rig chan­gie­ren­den Sei­den­tep­pi­chen aus­ge­legt. Of­fe­ne Ka­mi­ne aus schwar­zem Mar­qui­na-Mar­mor, dunk­le Vor­hän­ge vor den gro­ßen Spros­sen­fens­tern und viel Mes­sing schaf­fen ei­ne mas­ku­li­ne At­mo­sphä­re. „Wir woll­ten die­se männ­li­che No­te“, er­klä­ren die Brü­der, die ihr Gu­est­house ge­mein­sam mit Sto­r­a­ge As­so­cia­ti ge­stal­tet ha­ben, dem Mai­län­der De­si­gn­bü­ro, das auch bei der neu­en Ds­qua­re­d2Bou­tique die Fe­der führ­te. „Bei der Ein­rich­tung ha­ben wir dann mit vie­len Vin­ta­ge-Tei­len auf ei­nen Mix aus den 30er- bis 50er-Jah­ren ge­setzt. Die Sa­chen auf­zu­stö­bern hat echt Spaß ge­macht“, er­in­nert sich Dan. „Der Leuch­ter über dem Ess­tisch zum Bei­spiel hing frü­her in ei­ner Kir­che!“

Das Am­bi­en­te im Gu­est­house ist lu­xu­ri­ös und be­hag­lich. Ei­ne Sitz­ecke in der Bi­b­lio­thek ist mit ei­ner hand­ge­mal­ten und -be­stick­ten chi­ne­si­schen Sei­den­ta­pe­te aus­ge­klei­det; ro­te Samt­por­tie­ren an­stel­le von Tü­ren und wei­che Le­der­ses­sel schaf­fen ei­ne ein­la­den­de At­mo­sphä­re, die auch den Ess­be­reich im ers­ten Stock prägt. Hier fal­len gleich pink­far­be­ne Samt­stüh­le ins Au­ge. „Das war die Idee von De­an“, sagt Dan. „Aber sonst ha­ben wir al­les ge­mein­sam ent­wor­fen.“Der Lieb­lings­platz im Gäste­haus der bei­den ge­bür­ti­gen Ka­na­di­er, die An­fang der 1990erJah­re nach Mai­land ka­men, ist üb­ri­gens die Kü­che mit der ge­ka­chel­ten Sitz­ecke, dem Le­der­so­fa und den Schach­tisch­chen: „Hier trin­ken wir tat­säch­lich auch selbst gern mal ei­nen Kaf­fee.“

„Das Am­bi­en­te ist mas­ku­lin, klar. Aber da­durch er­höht es die Frau­en und ih­re Schön­heit“

Links: Wenn ge­ra­de kei­ne Gäs­te da sind, sit­zen De­an und Dan Ca­ten am liebs­ten selbst auf der maß­ge­fer­tig­ten Le­der­couch in der Kü­che. Leuch­ten von Sto­r­a­ge As­so­cia­ti. Rechts: Vie­le Lam­pen sind Fund­stü­cke aus den 30er­bis 50er-Jah­ren

Links: In der Bi­b­lio­thek hängt ein ech­ter Bas­qui­at über dem Ka­min aus schwar­zem Mar­mor. Die Vin­ta­ge-Ses­sel wur­den von Sto­r­a­ge As­so­cia­ti auf­ge­ar­bei­tet. Rechts: Mao, ein Flü­gel und vie­le Spie­ge­lef­fek­te: Das Trep­pen­haus ist der Mit­tel­punkt des Hau­ses

Links: Zwei Mas­ter Be­drooms gibt es im 500 Qua­drat­me­ter gro­ßen Gu­est­house. Bett­wä­sche von Fret­te, Nacht­tisch­leuch­te von Flair. Rechts: Der Wasch­tisch im 50er-Jah­re-Stil ist ein Ent­wurf von Sto­r­a­ge As­so­cia­ti

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