Charme der Wild­nis Ei­ne Gäs­te­lodge in Süd­afri­ka

In­mit­ten ei­nes Re­ser­vats liegt die Gäs­te­Lodge „Bob­be­jaans­kloof“– schö­ner als hier lässt sich die Wild­nis kaum ge­nie­ßen

Elle Decoration (Germany) - - INHALT - CAMILLA PEUS

Fi­sch­rei­her ste­hen re­gungs­los am Wei­her. St­a­chel­schwei­ne flit­zen durchs Gras, die Bors­ten­schwän­ze auf­ge­stellt wie An­ten­nen. Selbst ein scheu­er Busch­bock wagt sich aus dem Di­ckicht. Die­se Aus­sicht bie­tet sich nicht et­wa aus dem Fens­ter ei­nes Sa­fa­ri-Jeeps, son­dern von ei­nem der Rat­t­an­ses­sel auf der Veran­da der „Bob­be­jaans­kloof“-Lodge. Die 150 Hekt­ar gro­ße Farm liegt ver­steckt zwi­schen Wäl­dern und Schluch­ten und doch nur 20 Mi­nu­ten von dem Küs­ten­ort Plet­ten­berg Bay ent­fernt. So­bald man sich die Boots ab­ge­streift hat, von den Ana­to­li­schen Hir­ten­hun­den Lu­na und Si­ri­us be­grüßt wird und sich Ze­bras und Gi­raf­fen am Rand des be­nach­bar­ten Plett Ga­me Re­ser­ve zei­gen, möch­te man die Sto­ep, die Ter­ras­se, nicht mehr ver­las­sen. Mit den Sofas, Him­mel­bet­ten, Ju­te­tep­pi­chen und Ka­mi­nen gleicht sie ei­nem Sa­lon – nur dass ei­nem hier die wil­de Na­tur zu Fü­ßen liegt. Die flie­ßen­den Über­gän­ge zwi­schen in­nen und au­ßen – die hat­te sich Me­gan de Bey­er, die Haus­her­rin, für ih­re Farm ge­wünscht. Die Um­set­zung über­nahm In­te­rior­de­si­gner Gre­go­ry Mel­lor aus Kap­stadt. Er schuf ei­ne en­ge Li­ai­son zu den Far­ben und Tex­tu­ren der Um­ge­bung: Lei­nen in er­di­gen Tö­nen be­ru­higt die Sin­ne in den vier Schlaf­zim­mern. Tep­pi­che aus Si­sal und Wol­le des Ka­ra­kul-Step­pen­schafs so­wie Fel­le der Ngu­ni-Zucht­rin­der la­den zum Bar­fuß­lau­fen ein. Ge­press­te und ge­rahm­te Pflan­zen wer­den zu Kunst­wer­ken. Ei­ni­ge Räu­me hat die Künst­le­rin Sa­rah Pratt mit zart­far­bi­gen Wand­ge­mäl­den in Pal­men­und Se­en­land­schaf­ten ver­wan­delt. „Wir ha­ben hier ei­nen Ort der Be­sin­nung ge­schaf­fen und ei­nen un­prä­ten­tiö­sen Le­bens­stil eta­bliert, der ei­ne

Wohl­tat für Kör­per, Herz und See­le ist“, er­klärt die Haus­her­rin, ei­ne re­nom­mier­te Psy­cho­lo­gin, und stellt ei­nen Korb mit Fen­chel und Spi­nat aus dem Gar­ten auf den Kü­chen­t­re­sen. „Wir lie­ben es, die Um­ge­bung aus al­len Blick­win­keln zu er­le­ben. Mal es­sen wir an der lan­gen Ta­fel, mal gril­len wir auf dem Braai-Platz oder pick­ni­cken auf dem Yo­gaDeck.“Auch den Sun­dow­ner auf der Sto­ep möch­ten we­der Gast­ge­ber noch Gäs­te ver­pas­sen. Spä­tes­tens wenn der nacht­ak­ti­ve Zie­gen­mel­ker gur­rend die Däm­me­rung be­grüßt, steht fest: Hier ha­ben sich Süd­afri­kas schöns­te Far­ben, Ma­te­ria­li­en, Klän­ge und Düf­te ver­bün­det, da­mit man die „Bob­be­jaans­kloof“nie ver­gisst.

Fo­tos: GREG COX

Oben: Aloe-ve­ra-Pal­men um­rah­men den Barbe­cue-Platz. Links: Ge­trock­ne­te Pflan­zen, lo­ka­le Kunst und Fund­stü­cke aus der Na­tur schaf­fen un­prä­ten­tiö­sen Farm­hou­se-Style. Rechts: Day­bed und Le­der-Loun­ger auf der Sto­ep sind Lieb­lings­plät­ze für den Sun­dow­ner

Oben: Die Pflan­zen von drau­ßen als Schmuck für drin­nen. Links: Ei­ne De­cke aus Bam­bus, ein Bett aus Raf­fia, da­zu wol­li­ge Tep­pi­che: Struk­tu­rier­te Ober­flä­chen si­gna­li­sie­ren Na­tur­ver­bun­den­heit

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