Kintsu­gi Ei­ne ja­pa­ni­sche Tech­nik wird bei uns po­pu­lär

Kintsu­gi, ei­ne al­te ja­pa­ni­sche Re­pa­ra­tur­me­tho­de, ist ge­ra­de sehr an­ge­sagt. Groß­ar­tig, fin­den wir …

Elle Decoration (Germany) - - INHALT -

Kei­ne Sor­ge, hier kommt nicht et­wa der tau­send­un­d­drit­te Up­cy­cling-Trend. Kintsu­gi ist viel­mehr ei­ne tra­di­tio­nel­le Re­pa­ra­tur­me­tho­de für Ke­ra­mik, ent­stan­den im Ja­pan des 16. Jahr­hun­derts. Statt künst­lich be­müh­ter Wie­der­ver­wer­tung (wie beim Up­cy­cling) geht es bei Kintsu­gi al­lein um wert­schät­zen­de Wie­der­her­stel­lung. Mit­tels ei­nes mit Gold- oder Sil­ber­par­ti­keln ver­setz­ten La­ckes (Uru­shi) wer­den ge­bro­che­ne Tel­ler, Tas­sen oder Scha­len ge­kit­tet, die Bruch­stel­len da­bei gleich­zei­tig be­tont. Der Ma­kel wird zum Glanz­punkt! So ent­steht ei­ne ganz neue, in­di­vi­du­el­le Schön­heit, die Ver­gäng­lich­keit und Feh­ler­haf­tig­keit schätzt, wie es die ja­pa­ni­sche Wa­bi-Sa­bi-Phi­lo­so­phie lehrt. Ist es nicht ein wun­der­ba­res Zei­chen, dass ge­ra­de jetzt Kintsu­gi modern wird? Und da­mit ei­ne Hal­tung, die dem Op­ti­mie­rungs­wahn un­se­rer Ge­sell­schaft wi­der­spricht. Die dar­an er­in­nert: Per­fek­ti­on ist blo­ße Theo­rie. Auch bei Ge­gen­stän­den sind es die Er­in­ne­run­gen, die Men­schen, die Ge­schich­ten da­hin­ter, die ih­nen ih­ren Wert ge­ben, und der zählt mehr als ei­ne ta­del­lo­se Ober­flä­che. Kei­ne Fra­ge al­so, es lohnt sich, Din­ge Kintsu­gi-mä­ßig zu kit­ten und Le­bens­spu­ren mit Gold­glanz zu adeln.

Kintsu­gi-Work­shops z. B. über ten­ri-kw.de; Do-it-yours­elf-Sets u. a. von Hu­ma­de, über sue­per-sto­re.de

Weg­wer­fen war ges­tern. Jetzt wird ka­put­tes Por­zel­lan kunst­voll ver­gol­det

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