Ein Schloss in Frank­reich

Ta­pe­ten­de­si­gne­rin An­ne Bo­g­hos­si­an ver­wan­del­te ein ma­ro­des Land­schloss in ein mo­der­nes Zu­hau­se – ihr Stu­dio zog auch mit ein

Elle Decoration (Germany) - - INHALT - Fo­tos: JULIEN FERNANDEZ Pro­duk­ti­on: AMANDINE BERTHON

Es war ein­mal ein Paar aus Pa­ris, das sei­ne Kin­der auf dem Land groß­zie­hen woll­te. Ei­nes schö­nen Ta­ges ver­lieb­te es sich in ein ver­las­se­nes Schloss mit Türm­chen und Park … So be­gann die Ge­schich­te von An­ne und Je­anPier­re Bo­g­hos­si­an und ih­rem neu­en Zu­hau­se, dem Châ­teau Mon­ta­li­ret. Vor dem er­sehn­ten Hap­py End muss­ten die Bo­g­hos­si­ans aber noch ei­ni­ge Aben­teu­er be­ste­hen. Denn der Zu­stand ih­res Mär­chen­schlos­ses, An­fang des 19. Jahr­hun­derts als Wein­gut er­rich­tet, war al­les an­de­re als mär­chen­haft. Zehn Jah­re hat­te das Ge­bäu­de leer ge­stan­den, muss­te Plün­de­run­gen und die zer­stö­re­ri­schen Bö­en des Or­kans „Mar­tin“über sich er­ge­hen las­sen, der ei­nen Teil des Da­ches ab­riss. Als die Fa­mi­lie ein­zog, hat­ten die Re­no­vie­rungs­ar­bei­ten ge­ra­de be­gon­nen. „Der am stärks­ten be­schä­dig­te Teil des Da­ches wur­de vor un­se­rem Ein­zug re­pa­riert, doch nur zwei Zim­mer und die Kü­che wa­ren be­wohn­bar“, er­in­nert sich die Haus­her­rin. Zwei Jah­re lang leb­te die Fa­mi­lie auf ei­ner Bau­stel­le, ganz ab­ge­schlos­sen sind die Re­no­vie­rungs­ar­bei­ten auch heu­te noch nicht. An­ne Bo­g­hos­si­an, die das Ta­pe­ten­la­bel An­an­bô führt, küm­mer­te sich selbst um die Neu­ge­stal­tung der

Wohn­räu­me. Al­te Mö­bel ih­rer El­tern, ver­bun­den mit schö­nen Er­in­ne­run­gen, kom­bi­nier­te sie mit Fund­stü­cken aus An­ti­qui­tä­ten­lä­den, mo­der­nem Mo­bi­li­ar und Sam­mel­ob­jek­ten, die die Bo­g­hos­si­ans von ih­ren Asi­en­rei­sen mit­brin­gen. Asia­ti­sche Land­schaf­ten die­nen zu­dem als In­spi­ra­ti­ons­quel­le für die Pan­ora­ma­ta­pe­ten, die An­ne in ih­rem Ate­lier ent­wirft, das nun im ehe­ma­li­gen Wein­la­ger des Châ­teaus un­ter­ge­bracht ist. Auch im Schloss selbst sind ih­re Ta­pe­ten­de­signs all­ge­gen­wär­tig – zau­ber­haf­te Gär­ten in zar­ten Far­ben oder in Gri­sailleTech­nik ge­mal­te Wäl­der. Nur im El­tern­schlaf­zim­mer im ers­ten Stock sind die Wän­de kom­plett weiß. Der be­wusst schlicht ge­hal­te­ne Raum bie­tet näm­lich ei­nen fast un­wirk­li­chen Pan­ora­ma­blick über den Schloss­park und die Wein­ber­ge – so traum­haft schön wie sonst nur die Ta­pe­ten-Land­schaf­ten von An­ne Bo­g­hos­si­an.

Links: Hin­term Haus strahlt der Pool mit Lie­gen von Ikea. Un­ten: Por­zel­lan der Tra­di­ti­ons­mar­ke Ber­nar­daud und fri­sche Früch­te lie­fern le­ben­di­ge Ak­zen­te in der Kü­che

Rechts: Der Park­blick vom Ess­zim­mer be­kommt durch die Me­tall­tü­ren ei­nen mar­kan­ten Rah­men. Un­ten: Das Schlaf­zim­mer gibt sich schlicht, um die Aus­sicht zu be­to­nen. Bett­wä­sche von AM.PM und La Re­dou­te, Spie­gel­schrank von Ikea

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