Ein Holz­haus im Na­pa Val­ley

Im hü­ge­li­gen Na­pa Val­ley ver­wirk­licht sich ein Paar gleich meh­re­re Träu­me: ein Le­ben in der wil­den Na­tur – mit pri­va­tem Wein­gut und das mit­ten in der Wild­nis

Elle Decoration (Germany) - - INHALT - Fo­tos: MATTHEW MILL­MAN

Das Glück ist grün. Und hat den Ge­schmack von Ca­ber­net Sau­vi­gnon… Je­den­falls für ein Paar aus Chi­ca­go, das sich nichts sehn­li­cher wünsch­te als ein un­be­rühr­tes Stück Na­tur mit Wein­an­bau­mög­lich­keit im Na­pa Val­ley. Ei­gent­lich bleibt die­se Art von Träu­men ein Traum. Nur ganz sel­ten pas­siert es, dass das Schick­sal ei­nem ein Grund­stück in die Hand spielt, das so kon­kre­ten Träu­men ent­spricht. In die­sem Fall lag das per­fek­te An­we­sen auf ei­ner An­hö­he in der Ho­well Moun­tain Area. Her­vor­ra­gend ge­eig­net für den An­bau von Ca­ber­net Sau­vi­gnon! Und so wur­den auf dem Pla­teau

Der Blick wird ma­gisch an­ge­saugt von der Wild­nis drau­ßen – egal, wo man sich im Haus ge­ra­de auf­hält

im Nor­den auch gleich Re­ben ge­pflanzt. Im Sü­den wu­chert ein Wald bis zum Ho­ri­zont. Und da­zwi­schen ent­stand das Haus, das so we­nig in die Land­schaft ein­grei­fen soll­te wie mög­lich! Die Wahl der Ar­chi­tek­ten fiel da­her auf das Va­ter-Sohn-Duo Stan und Jess Field, das sich dar­auf spe­zia­li­siert hat, mo­der­ne Bau­ten be­hut­sam in die Wild­nis zu plat­zie­ren. Nicht ein Baum muss­te wei­chen. „Der al­te Be­stand ist bis zu 300 Jah­re alt!“, schwärmt Stan Field. So streif­ten sie ta­ge­lang durch die Ge­gend, stu­dier­ten Flo­ra und Fau­na, Wind und Wet­ter. Und kre­ierten dann ei­nen Rück­zugs­ort vom hek­ti­schen Be­rufs­le­ben des Haus­her­ren in der Fi­nanz­bran­che und vom ur­ba­nen Fa­mi­li­en­all­tag mit sechs Kin­dern in Chi­ca­go. „Ich lie­be Scheu­nen, seit ich ein klei­ner Jun­ge war“, er­zählt Jess Field be­geis­tert. So kam er auf die Idee, drei Holz­bau­ten an­ein­an­der­zu­rei­hen, sim­pel wie Scheu­nen, da­bei nach­hal­tig, modern und ins­ge­samt 390 Qua­drat­me­ter groß. Für die Fas­sa­de stö­ber­ten sie 80 Jah­re al­tes Dou­glas­tan­nen­holz in Ida­ho auf, lie­ßen ei­nen Bo­den aus Be­ton gie­ßen, der in die Veran­da über­geht. „Wir woll­ten die Gren­ze nach drau­ßen völ­lig auf­lö­sen“, er­klärt der Ar­chi­tekt. So öff­nen zwei sechs Me­ter brei­te Scheu­nen­to­re den zen­tra­len Bau (in dem sich un­ter ei­ner ho­hen Holz­de­cke Ess­zim­mer und Bü­ro be­fin­den) auf der ei­nen Sei­te zum Wald, auf der an­de­ren zum Wein­gut. Auch die ho­hen Schie­be­tü­ren und Fens­ter im west­li­chen Flü­gel mit Wohn­kü­che und Schlaf­zim­mer la­den die

Na­tur von bei­den Sei­ten ins Haus ein. Und bei der Ein­rich­tung galt ge­konn­te Zu­rück­hal­tung als obers­tes Ge­bot: kei­ne ver­stell­ten Fens­ter­fron­ten! „Um nicht mit dem Pan­ora­ma zu kon­kur­rie­ren, ha­ben wir mög­lichst spar­sam mö­bliert“, er­in­nert sich In­te­rior­de­si­gne­rin Erin Mar­tin. Sie ließ Bet­ten, Sofas und Ti­sche aus Na­tur­ma­te­ria­li­en wie Me­tall, Le­der und Lei­nen an­fer­ti­gen. Und wähl­te da­zu Far­ben aus, die die Land­schaft zi­tie­ren. Das Rau­schen der Bäu­me und lau­tes Vo­gel­ge­zwit­scher drin­gen herr­lich und von al­len Sei­ten in den Wohn­raum, im Früh­ling hört man so­gar ei­nen to­sen­den Was­ser­fall. „Ja, wir füh­len uns im Haus tat­säch­lich wie im Frei­en“, be­rich­tet der Haus­herr und klingt da­bei über­glück­lich.

Lin­ke Sei­te:Mit Weit­blick: Vor der ge­öff­ne­ten Schie­be­tür ste­hen Le­der­stüh­le von Ate­lier Ga­ry Lee um ei­nen Tisch von Vin­ta­ge In­dus­tri­al.Links: Das pu­ris­ti­sche Be­tonWasch­be­cken im Bad ist ei­ne Maß­an­fer­ti­gung.Un­ten: Wer aus dem Haus tritt, steht gleich mit­ten im Wein­gut

Links: Un­ter der Holz­de­cke hän­gen aus Vin­ta­ge-Bo­jen ge­fer­tig­te Leuch­ten. In­te­rior­de­si­gne­rin Erin Mar­tin ent­warf das So­fa und den Tisch. Un­ten: Über­dach­te Out­doorKor­ri­do­re aus Holz und Stahl wer­den zu Wan­del­gän­gen

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