Nor­dic Gla­mour

In ei­ner his­to­ri­schen Ju­gend­stil­vil­la bei Stock­holm trifft Scan­diChic auf Ex­tra­va­ganz

Elle Decoration (Germany) - - INHALT - Fo­tos: AN­NE NYBLAEUS Pro­duk­ti­on: SUE UCEL

Man­che Räu­me ha­ben auf Be­su­cher ei­ne ma­gi­sche Wir­kung. Kaum be­tritt man sie, fühlt man sich leicht und glück­lich – so als wä­re man frisch ver­liebt. So ging es auch der Sty­lis­tin und In­te­rior­de­si­gne­rin So­fia Tre­tow, als sie zum ers­ten Mal über das Par­kett des Alt­baus lief, in dem sie heu­te lebt. Das Haus aus dem Jahr 1907 ist von ei­nem 1500 Qua­drat­me­ter gro­ßen Grund­stück um­ge­ben. Es liegt in Djur­s­holm, ei­ner idyl­li­schen Vil­len­ge­gend, um­ge­ben von Wald und Was­ser, rund zehn Ki­lo­me­ter nörd­lich von Stock­holm. Das Ge­heim­nis sei­ner be­son­de­ren At­mo­sphä­re be­steht in vie­len hin­rei­ßen­den De­tails, die ty­pisch sind für die Zeit des Ju­gend­stils: ho­he Räu­me, gro­ße Fens­ter, Holz­fuß­bö­den und -pa­nee­le, Stu­ck­ele­men­te und reich ver­zier­te Ka­chel­öfen. Die per­fek­te Spiel­wie­se

für Sty­ling­pro­fi So­fia Tre­tow. „Das Pro­jekt war ei­ne Her­aus­for­de­rung“, er­zählt sie. „Ich sah all die fan­tas­ti­schen Mög­lich­kei­ten, muss­te aber vie­le Kom­pro­mis­se ein­ge­hen, um kei­nen Är­ger mit der Fa­mi­lie zu be­kom­men.“Be­vor sie sich Ge­dan­ken über das In­te­rior­de­sign der Räu­me ma­chen konn­te, stan­den erst ein­mal Re­no­vie­rungs­ar­bei­ten an: Die Vil­la wur­de ver­putzt, das Dach neu ge­deckt, die al­ten Ka­mi­ne in­stand ge­setzt. Rund 300 Qua­drat­me­ter Wohn­flä­che ver­tei­len sich auf zwei Eta­gen – Platz ge­nug für die drei­köp­fi­ge Fa­mi­lie und ih­re Kat­ze. Je­des Mal, be­vor So­fia Tre­tow ein neu­es Pro­jekt in An­griff nimmt, durch­schrei­tet sie al­le Räu­me, spürt de­ren Ge­schich­te nach, er­fasst die Licht­ver­hält­nis­se. Das Gestal­tungs­kon­zept für das ei­ge­ne Haus: Licht und hell soll­te es wer­den. Hei­ter und so­phis­ti­ca­ted, nicht cool und re­du­ziert wie die all­ge­mei­ne Vor­stel­lung vom Nor­dic Chic. Die Vil­la spie­gelt So­fia Tre­tows in­di­vi­du­el­le Vor­stel­lung von „Hyg­ge“(skand. Ge­müt­lich­keit). Die In­gre­di­en­zi­en: ein Mix & Match un­ter­schied­li­cher Sti­le, die durch ein aus­ge­klü­gel­tes Farb­kon­zept zu­sam­men­ge­hal­ten wer­den. Wäh­rend die pas­tel­li­gen Far­ben der Tep­pi­che, Wand­far­ben und Ta­pe­ten die Räu­me wie ei­ne fri­sche Bri­se durch­zie­hen, schaf­fen die Ma­te­ria­li­en Holz und Mes­sing ei­ne be­hag­li­che At­mo­sphä­re und sinn­li­chen Gla­mour. „Je­der Raum braucht ei­nen

Das Stil­ge­heim­nis von So­fia Tre­tow: Je­der Raum braucht ei­nen Wow-Ef­fekt – ein Ze­bra­fell im Bad, ein raf­fi­nier­tes Blu­men­bou­quet

ge­wis­sen Wow-Ef­fekt“, be­schreibt die Schwe­din ih­ren Stil. Mal kre­iert sie ihn mit ei­nem Ze­bra­fell, mal mit ei­nem Blu­men­bou­quet. Mal ver­ziert sie ei­nen Ka­min­sims mit ei­nem raf­fi­nier­ten Still­le­ben. Der all­ge­gen­wär­ti­ge Scan­di-Style mit Vin­ta­geMö­beln aus den Sech­zi­ger- und Sieb­zi­ger­jah­ren ist welt­weit be­liebt, in den Augen der Designerin aber auch ein we­nig ein­tö­nig. Sie sucht nach dem ge­wis­sen „Je ne sais pas quoi“, kom­bi­niert Klas­si­sches mit An­ti­qui­tä­ten und mo­der­nen Stü­cken. Da­bei ad­diert sie gern ei­ne Pri­se Hu­mor. So stell­te sie im Ess­zim­mer ei­nen al­ten Selbst­be­die­nungs­au­to­ma­ten auf, der ih­rem Mann ge­hört. Das Vin­ta­ge-Stück wird an Kin­der­ge­burts­ta­gen mit Sü­ßig­kei­ten auf­ge­füllt. „Das In­te­ri­or soll­te im­mer et­was über die Men­schen er­zäh­len, die in ihm le­ben“, sagt sie. Was sie an ih­rem ei­ge­nen Haus am liebs­ten mag? „Die gro­ßen Fens­ter! Sie sind zwar so zu­gig, dass wir den gan­zen Win­ter über in UGG-Boots her­um­lau­fen und uns in Woll­de­cken ein­ku­scheln – aber wir wür­den sie trotz­dem nie­mals her­ge­ben.“

Mit­te: Ein grü­ner Sei­den­vor­hang schmückt den Mas­ter Be­droom. Lin­ke Sei­te: Der hüb­sche gus­ta­via­ni­sche Ka­chel­ofen wur­de auf­wen­dig re­stau­riert. Rech­te Sei­te: Die frei ste­hen­de, nost­al­gi­sche Ba­de­wan­ne ist im Win­ter heiß ge­lieb­ter Rück­zugs­ort

Links: Im Ess­zim­mer bil­den Ta­pe­ten von Ma­nu­el Ca­no­vas und der Tep­pich farb­lich ein per­fek­tes Match. Un­ten:Das ge­erb­te Sil­ber kommt auch im All­tag zum Ein­satz

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