123 Kom­mu­nen sind am Netz be­tei­ligt

EWE Netz zieht ers­te Bi­lanz

Ems-Zeitung - - KREIS EMSLAND - Von Ni­na Kall­mei­er

Kom­mu­nen als Teil des Netz­be­trei­bers? Die EWE Netz, ein Toch­ter­un­ter­neh­men der EWE AG, hat­te 2013 Kom­mu­nen erst­mals die Mög­lich­keit ge­ge­ben, sich zu be­tei­li­gen. Heu­te lie­gen 4,1 Pro­zent des Un­ter­neh­mens in kom­mu­na­ler Hand. Auch Ge­mein­den im nörd­li­chen und mitt­le­ren Ems­land sind da­bei. MEP­PEN Ge­mein­den im nörd­li­chen und mitt­le­ren Ems­land re­den mit, wenn es im Ge­biet des Netz­be­trei­bers EWE Netz un­ter an­de­rem um den An­schluss der Ver­brauchs­stel­len an das Stro­mund Gas­netz, die In­stand­hal­tung der Net­ze und die Netz­sta­bi­li­tät geht. Denn sie ha­ben sich fast al­le ent­schie­den, das An­ge­bot der EWE zu nut­zen und sich am re­gio­na­len Netz­be­trei­ber – dem 207 000 Ki­lo­me­ter Strom-, Erd­gas- und Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­net­ze ge­hö­ren – zu be­tei­li­gen.

Na­tür­lich hät­ten es mehr sein kön­nen als die letzt­lich ins­ge­samt 123 Kom­mu­nen im Raum We­ser-Ems-El­be, die nun nach der drit­ten Be­tei­li­gungs­run­de ei­nen An­teil an der EWE Netz hal­ten. Im­mer­hin um­fasst das Ge­biet des Ol­den­bur­ger Netz­be­trei­bers ins­ge­samt 268, die sich hät­ten be­tei­li­gen kön­nen. Mit der Re­so­nanz nach fünf Jah­ren ist je­doch so­wohl Tors­ten Maus, Vor­sit­zen­der der Ge­schäfts­füh­rung der EWE Netz Gm­bH, als auch EWE-Chef Ste­fan Doh­ler zu­frie­den. „Für uns war das An­ge­bot an die Kom­mu­nen kein Weg, um Geld ein­zu­sam­meln, son­dern um als Netz­be­trei­ber ei­nen en­ge­ren Aus­tausch zu be­kom­men“, sagt Doh­ler. In frü­he­ren Jah­ren ha­be man zu viel Ab­stand zu den Kom­mu­nen ge­habt, gab Maus selbst­kri­tisch zu. Man wol­le Part­ner sein und die En­er­gie­wen­de vor Ort vor­an­trei­ben.

Die­ser Aus­tausch und die In­for­ma­tio­nen aus ers­ter Hand sei­en auch für die Kom­mu­nen vor al­lem der Grund, sich zu be­tei­li­gen, sagt Pe­tra Lausch, Bür­ger­meis­te­rin der Ge­mein­de Edewecht und Ge­schäfts­füh­re­rin der Kom­mu­na­len Netz­be­tei­li­gung Nord­west (KNN), in der die An­tei­le der Kom­mu­nen ge­bün­delt sind. Das ist für sie und auch Mar­kus Hon­nig­fort, eben­falls ge­mein­sam Ge­schäfts­füh­rer der KNN und Bür­ger­meis­ter der Stadt Haren, ein Grund, war­um sich mit 64 die meis­ten für ei­ne Min­dest­be­tei­li­gung von 10 000 Eu­ro ent­schie­den ha­ben.

Das gilt auch für die „Neu­en“, die in die­sem Jahr hin­zu­ge­kom­men sind: Von den 41 ha­ben 30 die­sen Schritt ge­wählt, der den In­for­ma­ti­ons­fluss be­reits si­chert. Zum Ver­gleich: Nur ins­ge­samt zehn Kom­mu­nen ha­ben die Höchst­be­tei­li­gung ge­wählt. Wel­che Stadt und Ge­mein­de sich in wel­cher Hö­he be­tei­li­gen kann, rich­tet sich nach der Zahl ih­rer Ein­woh­ner, der Flä­che und der An­zahl der mit EWE be­ste­hen­den Netz­be­triebs­ver­hält­nis­se.

Die ga­ran­tier­te Ren­di­te, die die In­ves­ti­ti­on bringt, sei „er­freu­lich und gut für den Haus­halt, aber die In­for­ma­tio­nen sind die höchs­te Mo­ti­va­ti­on“, ist sich Lausch si­cher. Mehr ak­tu­el­le Nach­rich­ten,

2016 hat­te die EWE Netz knapp zwei Mil­lio­nen aus­ge­schüt­tet. Dass sich ei­ni­ge Kom­mu­nen nicht be­tei­li­gen, hat für Lausch un­ter­schied­li­che Grün­de: „Ei­ni­ge sind in der Haus­halts­si­che­rung und dür­fen nicht. An­de­re ha­ben zu vie­le ei­ge­ne In­ves­ti­tio­nen ge­plant oder ein­fach kein In­ter­es­se.“

77,5 Mil­lio­nen Eu­ro

Da­mit bleibt es vor­erst bei ei­nem An­teil von 4,1 Pro­zent und ei­nem Ka­pi­tal in Hö­he von 77,5 Mil­lio­nen Eu­ro, die die Kom­mu­nen an der EWE Netz hal­ten. „Rech­ne­risch ist je­der Ein­woh­ner so­mit mit 57 Eu­ro be­tei­ligt“, rech­net Maus vor. Ei­ne neue Be­tei­li­gungs­run­de wird es vor­erst nicht ge­ben. 2028, wenn auch die ga­ran­tier­te Ren­di­te für die Kom­mu­nen aus­läuft, sieht man wei­ter. Über die KNN wer­den ak­tu­ell rund 67 Pro­zent der Ein­woh­ner und 65 Pro­zent der Flä­che der mit dem Netz­be­tei­li­gungs­mo­dell adres­sier­ten Kom­mu­nen er­reicht.

Ins­ge­samt 25,1 Pro­zent des Toch­ter­un­ter­neh­mens hät­te EWE aus der Hand ge­ge­ben – wenn al­le Kom­mu­nen sich für die Höchst­be­tei­li­gung ent­schie­den hät­ten. Für die Dif­fe­renz ist EWE-Chef Ste­fan Doh­ler je­doch nicht auf der Su­che nach al­ter­na­ti­ven An­teils­eig­nern.

Fo­to: EWE

Al­le blau hin­ter­leg­ten Kom­mu­nen sind ak­tu­ell an der EWE Netz be­tei­ligt, al­le grau schraf­fier­ten hät­ten die Mög­lich­keit ge­habt. Mit der Re­so­nanz sind EWE-Chef Ste­fan Doh­ler (von links), die KNN-Ge­schäfts­füh­rer Pe­tra Lausch und Mar­kus Hon­nig­fort so­wie Tors­ten Maus, Vor­sit­zen­der der Ge­schäfts­füh­rung der EWE Netz Gm­bH, zu­frie­den.

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