Er­in­ne­rung an die auf See Ge­blie­be­nen

Das Denk­mal der Ma­ri­ne­ka­me­rad­schaft Tor­pe­do­boot Ta­ku in Mep­pen

Ems-Zeitung - - KREIS EMSLAND -

MEP­PEN Ei­ne In­schrift auf dem Denk­mal des Evan­ge­li­schen Fried­hofs er­in­nert an den ers­ten, am 16. Sep­tem­ber 1914 im La­za­rett Mep­pen ge­stor­be­nen Sol­da­ten.

Am 20. Sep­tem­ber heißt es in ei­ner Zei­tungs­mel­dung aus Mep­pen im Lo­kal­teil der Os­na­brü­cker Volks­zei­tung: „So­dann er­lag im hie­si­gen Re­ser­ve-La­za­rett der Mus­ke­tier Adolf Gus­tav Kör­ner aus Mer­se­burg den im Feld­zu­ge er­hal­te­nen Ver­let­zun­gen. Er wird hier, fern von sei­ner ge­lieb­ten Hei­mat, mit mi­li­tä­ri­schen Eh­ren zur ewi­gen Ru­he be­stat­tet wer­den.“Sein Na­me ist der ers­te auf dem Ge­denk­stein.

Das Mahn­mal an der Fried­hofs­mau­er er­in­nert an 22 To­te des Ers­ten Welt­kriegs und an ei­ne un­mit­tel­bar nach dem Zwei­ten Welt­krieg ver­stor­be­ne Nie­der­län­de­rin. MEP­PEN Das Ma­ri­nee­h­ren­mal am Dort­mund-Ems-Ka­nal in Mep­pen hat ei­nen dop­pel­ten Be­zug auf den Ers­ten Welt­krieg.

„Den To­ten der Ma­ri­ne und Han­dels­ma­ri­ne – Ihr seid un­ver­ges­sen“, lau­tet die In­schrift. Über ei­nem Fens­ter im Mau­er­werk, in das ein Stock­an­ker ein­ge­fügt ist, be­fin­det sich ein Re­lief, das ei­ne Kom­pass­ro­se zeigt. Es wur­de 1992 von der Ma­ri­ne­ka­me­rad­schaft Tor­pe­do­boot Ta­ku ge­stif­tet. Jähr­lich wur­de hier am Jah­res­tag der See­schlacht vor dem Ska­ger­rak 1916 der To­ten der deut­schen Kriegs­und Han­dels­ma­ri­ne ge­dacht. Nach ak­tu­el­lem For­schungs­stand ka­men am 31. Mai und 1. Ju­ni 1916 auf­sei­ten der bri­ti­schen Royal Na­vy 6094 Mann, auf­sei­ten der deut­schen Kai­ser­li­chen Ma­ri­ne 2551 ums Le­ben. Im Ers­ten Welt­krieg star­ben 34 809 An­ge­hö­ri­ge der Kai­ser­li­chen Ma­ri­ne.

Die Ma­ri­ne­ka­me­rad­schaft selbst und ihr Na­me er­in­ner­ten eben­falls an den Ers­ten Welt­krieg. Ein 1898 auf der Schichau-Werft in El­bing für die Ma­ri­ne des Kai­sers von Chi­na ge­bau­tes Tor­pe­do­boot wur­de bei der Nie­der­schla­gung des „Bo­xer­auf­stands“1900 wäh­rend der Kämp­fe um die Ta­ku-Forts bei der Ha­fen­stadt Tian­jin von den Bri­ten er­obert und der deut­schen Kai­ser­li­chen Ma­ri­ne über­ge­ben. Un­ter dem Na­men Ta­ku war das Boot dem Os­t­asia­ti­schen Kreu­zer­ge­schwa­der im 1898 ge­pach­te­ten deut­schen „Schutz­ge­biet“an der Ki­aut­schou-Bucht zu­ge­teilt und vom Ha­fen Quing­dao aus ein­ge­setzt. Nach der Kriegs­er­klä­rung Ja­pans an das Deut­sche Reich am 23. Au­gust 1914 be­gann die Be­la­ge­rung von Quing­dao durch Bri­ten und Ja­pa­ner. Am 28. Sep­tem­ber 1914 ist die Ta­ku von ih­rer Be­sat­zung ver­senkt wor­den, da­mit sie nicht vom Geg­ner über­nom­men wer­den konn­te.

Bei der Ka­pi­tu­la­ti­on des Stütz­punkts am 7. No­vem­ber 1914 wur­de die Mann­schaft der Ta­ku ge­fan­gen ge­nom­men, mit da­bei war Karl Möl­ler aus Mep­pen. Er kehr­te 1920 aus der Kriegs­ge­fan­gen­schaft in Ja­pan zu­rück und ge­hör­te am 1. Ok­to­ber 1922 zu den Grün­dern ei­ner Ma­ri­ne­ka­me­rad­schaft, die 1945 auf­ge­löst, aber am 1. Mai 1958 neu ge­grün­det wur­de. 1962 gab sich der Ver­ein den Na­men Ma­ri­ne­ka­me­rad­schaft Tor­pe­do­boot Ta­ku 1922. 2009 lös­te sich die Ma­ri­ne­ka­me­rad­schaft Tor­pe­do­boot Ta­ku we­gen Nach­wuchs­man­gels auf. Das Denk­mal ging in die Ob­hut der Stadt Mep­pen über, die es seit­dem pflegt.

Fo­to: Man­fred Fi­ckers

Der Na­me von Adolf Gus­tav Kör­ner steht auf dem Eh­ren­mal auf dem Evan­ge­li­schen Fried­hof in Mep­pen.

Fo­to: Man­fred Fi­ckers

Das Ma­ri­nee­h­ren­mal am Dort­mund-Em­sKa­nal in Mep­pen. Es wur­de von der Ma­ri­ne­ka­me­rad­schaft Tor­pe­do­boot Ta­ku zum Ge­den­ken an die To­ten der deut­schen Kriegs- und Han­dels­ma­ri­ne 1992 er­rich­tet.

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