Noch kein Lap­top-Er­satz

Das neue iPad Pro hängt vie­le PC-Kon­kur­ren­ten ab

Ems-Zeitung - - KFZ WELT - Von Chris­toph Dern­bach

Vi­deo-Bild­schirm, EBook-Re­a­der, Fo­to­al­bum, Spiel­kon­so­le: Das iPad von App­le kann vie­le Rol­len über­neh­men. Mit der neu­en Ge­ne­ra­ti­on des iPad Pro be­tont App­le er­neut, wie ein Ta­blet-Com­pu­ter pro­duk­tiv und krea­tiv ein­ge­setzt wer­den kann. BER­LIN Schaut man auf die Leis­tung des neu­en iPad Pro, ha­ben in­zwi­schen die meis­ten Note­books das Nach­se­hen. Mit dem Acht-Kern-Pro­zes­sor A12X ist die neue Ta­blet-Ge­ne­ra­ti­on von App­le schnel­ler als 92 Pro­zent al­ler mo­bi­len PCs, die der­zeit im Han­del sind. Die­se Be­haup­tung von App­le wird durch Bench­mark-Mes­sun­gen be­stä­tigt. Selbst bei der Aus­stat­tung kann ein iPad Pro vie­le PC-Kon­kur­ren­ten ab­hän­gen, auch wenn die üp­pigs­te Kon­fi­gu­ra­ti­on des iPad Pro mit ei­nem Te­ra­byte Spei­cher­platz und ein­ge­bau­tem LTE-Mo­dem dann schreck­lich teu­er wird (2099 Eu­ro).

In­ter­es­san­ter für vie­le po­ten­zi­el­le Käu­fer sind die Ein­stei­ger­mo­del­le mit 64 oder 256 Gi­ga­byte (GB) Spei­cher, die bei der 11-Zoll-Va­ri­an­te ab 879 Eu­ro zu ha­ben sind. Die grö­ße­re 12,9-Zoll-Va­ri­an­te ist ab 1099 Eu­ro er­hält­lich. Bei klei­nem wie gro­ßem Spei­cher gilt: In der Pra­xis hat man nie den Ein­druck, an die Leis­tungs­gren­zen des Ta­blets zu ge­lan­gen, ob man nun Fort­ni­te spielt oder 4K-Vi­de­os schnei­det.

Bei­de Pro-Mo­del­le kom­men beim Dis­play oh­ne Ein­buch­tung (Notch) aus, wie man sie von den neue­ren iPho­nes her kennt. Ob­wohl der schma­le Rah­men kaum Platz da­für bie­tet, ist es den App­le-In­ge­nieu­ren ge­lun­gen, dar­in die Sen­so­ren und Ka­me­ras für die Ge­sichts­er­ken­nung FaceID un­ter­zu­brin­gen. Am un­te­ren En­de blieb aber kein Platz mehr für ei­nen Fin­ger­ab­druck-Sen­sor, so dass man kein TouchID zum Ent­sper­ren des iPads mehr ver­wen­den kann.

Der Bild­schirm über­zeugt mit ei­ner bril­lan­ten Dar­stel­lung. Die neu­en iPads pas­sen die Bild­wie­der­hol­ra­te an, um wenn nö­tig vol­le Leis­tung zu zei­gen - et­wa beim Scrol­len von Web­sei­ten. Wird nicht so viel Leis­tung be­nö­tigt, wird die Fre­quenz deut­lich ab­ge­senkt, was den Ak­ku schont. Dreht man die Hel­lig­keit voll auf, was et­wa beim Le­sen im Son­nen­licht not­wen­dig ist, kann man ei­ne Licht­stär­ke bis zu 568 Can­de­la mes­sen ein Spit­zen­wert für Ta­ble­tCom­pu­ter. Das 11-Zoll-Mo­dell kommt auf ei­ne Auf­lö­sung von 2388 mal 1668 Pi­xel, 164 Pi­xel mehr auf der län­ge­ren Sei­te als beim iPad Pro mit 10,5-Zoll. Beim 12,9Zoll-Mo­del sind es 2732 mal 2048 Pi­xel.

Da­mit wer­den Schrif­ten und Li­ni­en sau­ber ge­schnit­ten und scharf dar­ge­stellt. Wenn man die vol­le Auf­lö­sung in Vi­de­os ge­nie­ßen will, soll­te man sich bei iTu­nes, Net­flix oder Ama­zon Pri­me um­schau­en. Youtube-Fil­me wer­den nicht in höchst­mög­li­cher Auf­lö­sung dar­ge­stellt.

Die Dis­plays ste­cken in ei­nem kom­plett neu de­sign­ten Ge­häu­se, das mit sei­nen Kan­ten ein we­nig an das iPho­ne 5 er­in­nert. Bis­lang hat­te App­le die Kan­ten stark ab­ge­run­det. Das neue iPad Pro liegt da­mit bes­ser in der Hand. Ver­bes­sert wur­de auch die Zwöl­fMe­ga­pi­xel-Ka­me­ra, die aber im­mer noch nicht über ei­nen Bild­s­ta­bi­li­sa­tor ver­fügt.

Mit den neu­en Mo­del­len ver­ab­schie­det sich App­le beim iPad Pro von der Light­ning-Buch­se und setzt auf USB-C. Da­mit kann man nicht nur das iPad auf­la­den und mit ei­nem Com­pu­ter ver­bin­den, son­dern auch Monitore oder an­de­res Zu­be­hör an­schlie­ßen. Ge­stri­chen wur­de aber die Klin­ken­ste­cker­buch­se. Will man ei­nen Kopf­hö­rer an­schlie­ßen, be­nö­tigt man ei­nen Adapter.

Gro­ße Fort­schrit­te gibt es beim Zu­be­hör. Beim ers­ten iPad Pro vor drei Jah­ren bot App­le ei­ne ex­ter­ne Tas­ta­tur mit US-Lay­out an. Das Mo­dell für das ak­tu­el­le iPad Pro (199 Eu­ro be­zie­hungs­wei­se 219 Eu­ro für das grö­ße­re iPad) ver­fügt nicht nur über Um­lau­te und ß, son­dern wur­de auch sta­bi­ler de­signt.

Fa­zit: Die neu­en iPad-ProMo­del­le sind die bes­ten Ta­blet-Com­pu­ter auf dem Markt, aber kein voll­stän­di­ger Er­satz für ein Win­dows-Lap­top oder MacBook.

Fo­to: Fran­zis­ka Gab­bert/dpa-tmn

Das neue iPad Pro zeigt Far­ben im er­wei­ter­ten Far­b­raum DCI-P3 an.

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