Geld­stra­fe nach Prü­ge­lei auf Zelt­fe­te in Neu­sus­trum

Brü­der aus dem nörd­li­chen Ems­land le­gen sich mit Se­cu­ri­tys an

Ems-Zeitung - - LOKALES - Von Christian Bel­ling

PAPENBURG Ge­gen Zah­lung von Geld­auf­la­gen in Hö­he von 750 und 800 Eu­ro hat das Pa­pen­bur­ger Ju­gend­ge­richt das Ver­fah­ren ge­gen zwei jun­ge Män­ner aus dem nörd­li­chen Ems­land nach ei­ner Aus­ein­an­der­set­zung mit Se­cu­ri­ty-Mit­ar­bei­tern wäh­rend ei­ner Zelt­fe­te in Neu­sus­trum ein­ge­stellt.

Die 21 und 23 Jah­re al­ten Brü­der wa­ren we­gen ei­ner ge­mein­schaft­li­chen ge­fähr­li­chen Kör­per­ver­let­zung, Haus­frie­dens­bruch und Be­lei­di­gung an­ge­klagt. Im März ver­gan­ge­nen Jah­res soll ei­ner der bei­den un­ter Al­ko­hol­ein­fluss ste­hen­den jun­gen Män­ner laut An­kla­ge­schrift zu nächt­li­cher St­un­de vom Fest­wirt ein Haus­ver­bot er­teilt kom­men ha­ben.

Wirt er­teilt Haus­ver­bot

Über die Grün­de gibt es un­ter­schied­li­che An­ga­ben. Laut An­kla­ge re­sul­tier­te das aus­ge­spro­che­ne Haus­ver­bot aus ei­nem tät­li­chen An­griff des jün­ge­ren Bru­ders ge­gen ei­ne jun­ge Frau. Dem wi­der­sprach der An­ge­klag­te vor Ge­richt. Er sprach von ei­ner Ver­wechs­lung und gab an, dass der Wirt ihn aus dem Zelt ha­ben woll­te, weil er die Tür zum The­ken­be­reich öff­ne­te.

Nach­dem der 21-Jäh­ri­ge des Fest­zel­tes ver­wie­sen wor­den war, woll­te ihn sein äl­te­rer Bru­der wie­der her­ein­ho­len. „Schließ­lich hat­te er sich ja nichts zu­schul­den kom­men las­sen“, teil­te die­ser vor Ge­richt mit. Als die Mit­ar­bei­ter des Se­cu­ri­ty­diens­tes den Brü­dern den Ein­gang zum Zelt ver­wehr­ten, kam es zum Ger­an­gel. Laut An­kla­ge sol­len die jun­gen Män­ner die Si­cher­heits­kräf­te mit den Fäus­ten trak­tiert ha­ben. Als ei­ner der Se­cu­ri­tys zu Fall kam, soll zu­dem mit dem Fuß ge­gen den Kopf ge­tre­ten wor­den sein. Dem wi­der­spra­chen die An­ge­klag­ten .

Im wei­te­ren Ver­lauf ver­la­ger­te sich die Aus­ein­an­der­set­zung vom Fest­zelt weg in Rich­tung Stra­ße und Toi­let­ten­wa­gen. Der jün­ge­re Bru­der gab zu, in ei­ner „Kurz­schluss­re­ak­ti­on“ei­nen Leit­pfos­ten aus der Ver­an­ke­rung ge­ris­sen und da­mit den Si­cher­heits­kräf­ten ge­droht zu ha­ben. Die als Zeu­gin ge­la­de­ne Rei­ni­gungs­kraft des Toi­let­ten­wa­gens gab an, dass der An­ge­klag­te mit dem Leit­pfos­ten um sich schlug, die An­ge­grif­fe­nen al­ler­dings aus­wei­chen konn­ten.

Dar­auf­hin setz­ten die von der Zeu­gin als „be­son­nen und hu­man“be­schrie­be­nen Si­cher­heits­mit­ar­bei­ter Pfef­fer­spray ein. Be­son­ders der äl­te­re Bru­der be­kam dies ab und spül­te sein Ge­sicht auf­grund der Rei­zun­gen an ei­nem Wasch­be­cken im Toi­let­ten­wa­gen ab.

Pfef­fer­spray ein­ge­setzt

Nach Ein­satz des Pfef­fer­sprays rief der 21-Jäh­ri­ge die Po­li­zei, die we­ni­ge Mi­nu­ten spä­ter für Ru­he sorg­te. Der in der Nacht im Ein­satz be­find­li­che Po­li­zist des Po­li­zei­kom­mis­sa­ri­ats Ha­ren wur­de eben­falls als Zeu­ge ge­la­den. Er gab an, dass die Brü­der auf­ge­bracht und ag­gres­siv ge­we­sen sei­en.

„Sie sind bei­de nicht fried­fer­tig ge­we­sen, und da­bei ist es egal, ob das er­teil­te Haus­ver­bot be­rech­tigt war oder nicht“, so der Rich­ter ge­gen­über den Brü­dern, die im Lau­fe der Ver­hand­lung ihr Fehl­ver­hal­ten nur zö­gernd ein­ge­stan­den. Mit der Ein­stel­lung des Ver­fah­rens ge­gen Zah­lung der ge­nann­ten Geld­auf­la­gen zeig­ten sich die An­ge­klag­ten ein­ver­stan­den.

Die in­vol­vier­ten Mit­ar­bei­ter des Se­cu­ri­ty­diens­tes mach­ten trotz Vor­la­dung kei­ne An­ga­ben zum Her­gang. Wäh­rend sich ei­ner krank­heits­be­dingt ab­mel­de­te, fehl­ten zwei sei­ner Kol­le­gen un­ent­schul­digt. Ge­gen sie wur­de ein Ord­nungs­geld in Hö­he von je­weils 150 Eu­ro ver­hängt.

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