Baum­schmuck mit KZ-Mo­ti­ven

Von Jens Mat­tern

Ems-Zeitung - - VORDERSEIT­E -

Weih­nachts­baum­schmuck mit Mo­ti­ven des KZ Au­schwitz. Was klingt wie ein schlech­ter Scherz, sorgt der­zeit beim Mu­se­um der heu­ti­gen Ge­denk­stät­te für Em­pö­rung. Ein In­ter­net­händ­ler ver­kauf­te der­ar­ti­ge Wa­ren bei Ama­zon.

Christ­baum­schmuck und Fla­schen­öff­ner auf Ama­zon mit Auf­nah­men von Au­schwitz-Bir­ken­au ha­ben bei der Ge­denk­stät­te des ehe­ma­li­gen NS-Ver­nich­tungs­la­gers für Em­pö­rung ge­sorgt. „,Christ­baum­Schmuck‘ mit Bil­dern von Au­schwitz zu ver­kau­fen er­scheint we­nig an­ge­mes­sen; Au­schwitz auf ei­nem Fla­schen­öff­ner ist ver­stö­rend und re­spekt­los“, er­klär­te das Mu­se­um auf Twit­ter. Spä­ter ent­deck­te es wei­te­re Ob­jek­te, dar­un­ter ein Mau­spad mit ei­nem Gü­ter­zug, mit dem Ju­den in die To­des­la­ger ge­bracht wur­den.

Noch deut­li­che­re Wor­te für den Vor­gang fin­det ei­ne Pres­se­spre­che­rin des Mu­sems: „Das ist ein Skan­dal“, meint Do­ro­ta Kuc­zyns­ka auf An­fra­ge. Mit über 2,1 Mil­lio­nen Be­su­chern in dem heu­ti­gen Ge­denk­ort Au­schwitz wur­de im ver­gan­gen Jahr ein Re­kord er­reicht, der auch sei­ne me­dia­le Ver­brei­tung fand.

Vi­el­leicht ist dies auch der Grund, war­um man im fer­nen Quanz­hou, ge­le­gen in

Süd­ost-Chi­na, auf die Idee mit dem Ver­trieb von „Christ­mas Or­na­ments“mit Au­schwitz-Mo­ti­ven kam. Denn der Ver­käu­fer „ed­di­wei shop“hat dort sei­ne Ge­schäfts­adres­se, und sei­ne Pro­duk­te wer­den noch beim On­line-Händ­ler „Wish-Shop­ping“ge­lis­tet (Stand ges­tern Nach­mit­tag) und schei­nen ein Ver­kaufs­schla­ger zu sein. „Fast weg!“steht bei dem Christ­baum­schmuck mit dem Ei­sen­bahn­tor von Au­schwitz.

Zu­min­dest Ama­zon ver­fügt ei­gent­lich über ei­ne ethi­sche Li­nie, was sei­ne Pro­duk­te be­trifft. Auf der Web­sei­te des US-Un­ter­neh­mens ste­hen „Pro­duk­te im Zu­sam­men­hang mit mensch­li­chen Tra­gö­di­en und Na­tur­ka­ta­stro­phen“auf dem In­dex. Ge­gen­über der „New York Ti­mes“er­klär­te der ehe­ma­li­ge Ama­zonMit­ar­bei­ter Chris McCa­be, dass Al­go­rith­men das An­ge­bot durch­such­ten und mög­li­che Ver­stö­ße mel­de­ten – über den Ver­bleib ent­schie­den je­doch „mensch­li­che We­sen“. Die gro­ße Men­ge ma­che es je­doch un­mög­lich, al­les zu kon­trol­lie­ren, be­vor es auf der Web­sei­te an­ge­zeigt wer­de.

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