Was Sie bei Vor­sät­zen bis­her nie be­dacht ha­ben

ERFOLG Magazin - - Editorial -

Bei un­se­rem Ge­spräch in Mün­chen nann­te Rein­hold Mes­ser ei­nen Be­griff, der mich nicht mehr los lässt: Ge­lin­gen­des Le­ben. Ich ha­be mich in die­se bei­den Wor­te ver­liebt. Sie be­inhal­ten, dass ein Mensch Din­ge um­setzt, die ihm wich­tig sind. Das er ei­nen Fuß vor den an­de­ren setzt. Dass er im­mer wei­ter vor­an­kommt. Da­bei wer­den ei­ni­ge Din­ge schief ge­hen, aber eben auch vie­le rich­tig. Gr­und­vor­aus­set­zung da­für ist aber, dass wir uns be­we­gen in Rich­tung un­se­rer Wün­sche. Und dar­an schei­tert es lei­der oft.

Wenn wir uns wie­der und wie­der da­bei er­wi­schen, nichts zu ver­än­dern, hat das ei­nen mensch­li­chen Grund: Das mensch­li­che Ge­hirn ist dar­auf an­ge­legt, Mus­ter zu ent­wi­ckeln. Denk­mus­ter, Ge­fühls­mus­ter, Hand­lungs­mus­ter. Al­les hängt von­ein­an­der ab. Den­ken Sie mal nur an Ih­ren heu­ti­gen Mor­gen im Bad. Dort lie­fen hun­der­te von Au­to­ma­tis­men ab, die Sie gar nicht ak­tiv steu­ern muss­ten. Ih­re Hän­de ha­ben ganz au­to­ma­tisch zur Zahn­bürs­te ge­grif­fen, Zahn­pas­ta auf­ge­tra­gen, krei­sen­de Be­we­gun­gen im Mund voll­zo­gen, ge­spült, dann die Haa­re ge­kämmt, ra­siert oder ge­schminkt und so wei­ter und so fort. Es ist fast un­mög­lich, die­sen Pro­zess zu än­dern. Es hat sich so in Ihr Ge­hirn ein­ge­brannt, dass Ih­re Mus­keln ganz au­to­ma­tisch ih­re Auf­ga­ben er­le­di­gen. Man könn­te sa­gen, in Ih­rem Ge­hirn gibt es ei­ne fes­te Mus­ter-schub­la­de fürs Ba­de­zim­mer. Tat­säch­lich hat Ihr Ge­hirn sol­che Schub­la­den für al­le Si­tua­tio­nen in Ih­rem Le­ben. Für Be­zie­hung, Be­ruf, Geld, Ge­sund­heit usw. Sie müs­sen sich al­so be- wusst ma­chen, dass Ih­re Hand­lun­gen und Re­ak­tio­nen im All­tag fast im­mer au­to­ma­tisch pas­sie­ren. Dar­um ist es so schwer, neue Zie­le zu er­rei­chen. Weil un­ser Ver­hal­ten in al­ten Mus­tern ver­harrt. Und die Wahr­heit ist: Es ist ab­ar­tig schwer, neue Mus­ter zu ent­wi­ckeln. Des­we­gen er­rei­chen nur so we­ni­ge ih­re Zie­le. Sie müs­sen wis­sen, dass es ei­ner mes­ser­schar­fen Kon­zen­tra­ti­on be­darf, sein Ver­hal­ten zu än­dern.

Zu­erst müs­sen Sie klar de­fi­nie­ren, was Sie wol­len. Ver­su­chen Sie Ihr Ziel in ei­ne Hand­lung um­zu­for­mu­lie­ren. An­schlie­ßend müs­sen Sie sich mo­na­te­lang aus­trick­sen und selbst ma­ni­pu­lie­ren, um ein neu­es Hand­lungs­mus­ter zu ent­wi­ckeln, dass Sie Ih­rem Ziel nä­her bringt. Sie müs­sen wahr­schein­lich mit täg­li­chen Alarm­funk­tio­nen auf dem Smart­pho­ne oder Kle­be­zet­teln am Spie­gel ar­bei­ten. Be­den­ken Sie, dass Sie die mäch­tigs­te Ma­schi­ne der Welt be­sie­gen wol­len – Ihr Ge­hirn. Wenn Sie das aber ver­stan­den ha­ben, ver­lie­ren Sie die Angst vor gro­ßen Zie­len. Sie wis­sen, dass Sie nur die Mus­ter ent­wi­ckeln müs­sen, die Sie dort hin­brin­gen.

Für Ihr neu­es Jahr wün­sche ich Ih­nen ma­xi­ma­le Er­fol­ge und ich hof­fe, wir wer­den uns per­sön­lich be­geg­nen. Das ist ei­nes mei­ner Zie­le für das neue Jahr, vie­le un­se­rer Le­ser ken­nen­zu­ler­nen.

Herz­lichst, Ihr Ju­li­en Back­haus

Ju­li­en Back­haus Ver­le­ger und Her­aus­ge­ber

Das nächs­te Heft er­scheint am

28. März 2018

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