Dr. Dr. Rai­ner Zi­tel­mann: Mein Wil­le ge­sche­he ..................................

ERFOLG Magazin - - Inhalt -

Ihr seid auch klu­ge Ver­mark­ter und sehr er­folg­reich mit eu­ren Pro­duk­ten und Se­ri­en. Was meint ihr, was ma­chen die meis­ten falsch? Fehlt es da an Dis­zi­plin oder Krea­ti­vi­tät?

Carmen: Ziel­stre­big­keit!

Robert: Auch, aber ich glau­be, dass es viel an den fal­schen Be­ra­tern liegt. Wenn man sich vie­le ehe­ma­li­ge Fuß­bal­ler, Bo­xer oder Mul­ti­mil­lio­nä­re an­sieht, die heu­te kein Geld mehr ha­ben, dann lag es meis­tens an den Be­ra­tern, dass sie an fal­sche An­la­gen und Ma­na­ger ge­kom­men sind. Oder an Leu­ten, die so tun, als hät­ten sie Ge­schäf­te hier und da. Da gibt es ganz pro­mi­nen­te Bei­spie­le, die da­mit auf die Schnau­ze ge­fal­len sind. Das tun wir nicht. Wir ha­ben kaum Be­ra­ter. Wir ha­ben un­se­re ei­ge­ne Stra­te­gie. Wir ha­ben kei­ne Ma­na­ger. Wir ma­chen un­se­re ei­ge­ne Pro­duk­ti­ons­kis­te. Es ist im Prin­zip al­les self­made.

In eu­rer Rea­li­ty-soap gibt es ganz viel Emotionen, da wird das Le­ben und vor al­lem Kri­sen ge­zeigt, die ihr im All­tag meis­tert. Wie geht ihr ge­ne­rell mit Kri­sen um?

Carmen: Kri­sen sind da­für da, sie zu be­sei­ti­gen.

Manch­mal er­drü­cken sie ei­nen aber auch. Und wie geht man mit dem Druck

der Öf­fent­lich­keit um?

Robert: Er­drü­cken wür­de ich jetzt nicht sa­gen.

Carmen: Die Leu­te glau­ben, die Geis­sens sind reich und le­ben im­mer nur auf der Son­nen­sei­te. Das ist na­tür­lich falsch. Auch wir ha­ben Pro­ble­me. Da pas­siert mal et­was mit dem Boot, da hat mal wie­der je­mand ge­kün­digt, der ei­nen wich­ti­gen Job hat­te. Das sind all­täg­li­che Sa­chen, die bei uns auch pas­sie­ren.

Robert: Wir las­sen uns da­von aber nicht un­ter­krie­gen. Wir ha­ben schon oft er­lebt, dass An­ge­stell­te von heu­te auf mor­gen auf­hö­ren. Da ha­ben wir schon ei­ni­ges hin­ter uns.

Ir­gend­wie geht’s im­mer. Bei mir gibt’s kein ,nein‘, ,kann ich nicht‘ oder ,weiß ich nicht‘

Könnt ihr das ein­fach so run­ter­schlu­cken oder geht ihr nach ei­ner Stra­te­gie vor?

Robert: Im Prin­zip ma­chen wir das so. Run­ter­schlu­cken kann man be­stimm­te Sa­chen nicht. Man ist auch im­mer wie­der aufs Neue ent­täuscht von be­stimm­ten Per­so­nen. Aber wir kön­nen ei­gent­lich ganz gut da­mit um­ge­hen. Spä­tes­tens nach zwei, drei Ta­gen ha­ben wir die Pro­ble­me und Hin­der­nis­se meis­tens aus der Welt ge­schafft. Wir ha­ben mit Si­cher­heit 50 Nan­nies ge­habt und auch schon ein Dut­zend Ka­pi­tä­ne auf un­se­ren Boo­ten. Da sind wir schon sehr, sehr er­probt.

Wel­chen Er­folgs­tipp gebt ihr eue­ren Töch­tern mit auf den Weg, was ist euch wich­tig?

Robert: Auf je­den Fall Ziel­stre­big­keit, Ehr­geiz zu ha­ben und sei­ne Vi­sio­nen durch­zu­set­zen.

Carmen: Auf kei­nen Fall auf­zu­ge­ben, das ist ei­gent­lich das Ent­schei­den­de. Robert: Egal was sie ma­chen wollen, das The­ma muss zu En­de ge­führt wer­den. Carmen: Mich hat auch je­der be­lä­chelt, als ich zu „Let’s Dan­ce“ge­gan­gen bin. „Die Al­te kann doch nicht tan­zen“, hieß es. Das stimm­te, ich konn­te auch nicht tan­zen. Aber am En­de des Ta­ges zählt nur der Wil­le. In mei­nem Al­ter dort Platz drei zu ma­chen, ge­gen zwei Pro­fis ge­tanzt zu ha­ben – Pro­fis, die in der Ei­s­prin­zes­sin ge­tanzt ha­ben, der an­de­re ein Mu­si­cal-star – da wa­ren wir stolz. Da woll­te ich hin. Robert: Ge­nau das ist es, was wir un­se­ren Töch­tern wei­ter­ge­ge­ben ha­ben. Die­se Ziel­stre­big­keit ist wich­tig. Das ha­ben sie bei der Ma­ma ge­se­hen und bei un­se­rer Welt­rei­se über drei­ein­halb Jah­re. Man­che hö­ren ja mit­ten­drin auf oder bre­chen ab. Wir sind mit dem Boot ein­mal rund um die Er­de ge­fah­ren. Da kom­men auch ei­ni­ge Hin­der­nis­se auf ei­nen zu, or­ga­ni­sa­to­ri­sche oder wet­ter­be­ding­te Schwie­rig­kei­ten. Wir ha­ben al­les ge­meis­tert und sind ans Ziel ge­kom­men. Das ist das Ent­schei­den­de, dass im­mer dann, wenn die Kin­der ein Ziel vor Au­gen ha­ben, das Ziel am En­de auch er­reicht wird. Nie auf­ge­ben. Carmen: Und es ist ganz wich­tig, auch im­mer ein Herz zu ha­ben.

Ziel­stre­big­keit – ich glau­be, so et­was kann man gar nicht ler­nen, das be­kommt man vor­ge­lebt und dann über­nimmt man das.

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