Mar­kus Min­gers: Da­vid ge­gen Go­li­ath

Wie man schein­bar un­be­zwing­ba­re Geg­ner be­siegt

ERFOLG Magazin - - Inhalt -

Mar­kus Min­gers hat als An­walt für Ver­brau­cher­schutz schon na­he­zu al­les er­lebt. Bei dem Kampf, die Rech­te des Ver­brau­chers ge­gen­über dem ver­meint­lich stär­ke­ren Geg­ner zu ver­tre­ten, hat er vor al­lem ei­nes ge­lernt: Nichts ist, wie es zu­nächst scheint. Egal, wie aus­sichts­los ei­ne Si­tua­ti­on oder ein Fall auf den ers­ten Blick wir­ken mag, mit der rich­ti­gen Her­an­ge­hens­wei­se ist der Sieg den­noch greif­bar, ganz wie beim Kampf Da­vid ge­gen Go­li­ath. Vor­aus­set­zung ist ei­ne be­stimm­te Art zu den­ken und zu han­deln. Die­sen Grund­satz macht sich Mar­kus Min­gers in sei­nem neu­en Buch „Das Da­vid-kon­zept. Die Kunst, Über­mäch­ti­ge zu be­zwin­gen“zu nut­zen. Wie das kon­kret aus­sieht und mit wel­chen Tipps man sei­nen über­gro­ßen Geg­ner be­sie­gen kann, hat er für uns zu­sam­men­ge­fasst:

1. Den­ke ge­nau

For­me dein Den­ken. Be­wuss­ter zu den­ken lässt sich üben und hilft da­bei, sich vor Atta­cken des Geg­ners, et­wa durch Ma­ni­pu­la­ti­on, zu schüt­zen. Wich­tig hier­für ist, die Über­ein­stim­mung dei­ner ei­ge­nen Denk­mo­del­le mit der Rea­li­tät nach­hal­tig zu stei­gern.

2. Ver­traue dir

Aus Selbst­ver­trau­en wächst die Be­reit­schaft, sich sei­nen Geg­nern ent­ge­gen­zu­stel­len. Wenn Sie selbst­be­wusst sind und kei­ne Zwei­fel an sich selbst ha­ben, wer­den Sie un­be­zwing­bar. Selbst­be­wusst­sein wächst aus klei­nen Teil-er­fol­gen, die Sie sich auf­bau­en soll­ten.

3. Hand­le mu­tig

Hal­ten Sie sich vor Au­gen, dass Mut kein nach­weis­ba­res Ge­fühl ist, son­dern viel­mehr die Fä­hig­keit, mit sei­nen Ängs­ten um­zu­ge­hen und die­se zu über­win­den. Die Kon­kur­renz wird im­mer wie­der ver­su­chen, in Ih­nen Ängs­te zu we­cken, um Sie zu ma­ni­pu­lie­ren. Ler­nen Sie, Ih­re Ängs­te zu be­nen­nen und zu kon­trol­lie­ren, dann ha­ben nur Sie die Macht über sich selbst.

4. Span­ne die Schleu­der weit

Stra­te­gi­sches Den­ken ist das A und O auf dem Weg zum Er­folg, da­zu ge­hört, Hand­lungs­op­tio­nen durch­zu­spie­len, Zie­le de­tail­liert zu for­mu­lie­ren und in der Wirk­lich­keit zu ver­an­kern so­wie das Sam­meln von In­for­ma­tio­nen. Auch über sich selbst. Sie sind leicht an­greif­bar, wenn Sie Ih­re Schwä­chen nicht ken­nen. Al­so üben Sie für den Ernst­fall, fra­gen Sie Freun­de und Kol­le­gen, wie Ih­re Schwä­chen aus­se­hen und ar­bei­ten sie dar­an.

5. Fin­de die Schwä­che dei­nes Geg­ners

Ana­ly­sie­ren Sie die ver­lo­re­nen Kämp­fe Ih­res Geg­ners. Was mach­te ihn in der Ver­gan­gen­heit ver­wund­bar und hat er in­zwi­schen be­stimm­te Vor­keh­run­gen ge­trof­fen oder sei­ne Stra­te­gie er­neu­ert? Ach­ten Sie bei ei­nem Men­schen auch im­mer dar­auf, wel­che Stär­ken er be­tont und in wel­chem Be­reich sei­ne be­son­de­ren Fä­hig­kei­ten lie­gen, denn oft­mals eig­nen sich Men­schen Kom­pe­ten­zen oder Fer­tig­kei­ten ge­ra­de in dem Be­reich an, in dem sie sich selbst für schwach hal­ten. Fin­den Sie den Be­reich und grei­fen Sie an.

6. Er­ken­ne dich selbst

Ler­nen Sie mehr über sich und Ih­re Mo­ti­va­ti­on. Das Ziel, das Sie ver­fol­gen, stammt das von Ih­nen oder wur­de es Ih­nen viel­mehr auf­er­legt? Ver­su­chen Sie Klar­heit zu schaf­fen. Hilf­reich ist es zum Bei­spiel, auf Ih­ren Neid zu hö­ren. Was nei­den Sie an­de­ren heim­lich? Oft ver­ber­gen sich hin­ter Neid tie­fe Wün­sche. Ler­nen Sie mehr über sich und Ih­re Zie­le, nur so sind Sie vol­ler Lei­den­schaft da­bei und las­sen sich nichts mehr aus­re­den.

7. Ver­schwen­de dei­ne Kraft nicht

Vie­le be­ge­hen den Feh­ler, in je­dem Le­bens­be­reich 100 % ge­ben und durch­gän­gig En­ga­ge­ment zei­gen zu wol­len. Das macht Sie frü­her oder spä­ter ka­putt – kör­per­lich und men­tal. Set­zen Sie statt­des­sen Ih­re Kraft ziel­ge­rich­tet und öko­no­misch ein und ver­su­chen Sie, den Rest aus­zu­blen­den. Auch wenn es schwer fällt.

8. Pfle­ge dei­ne Acht­sam­keit

Acht­sam­keit setzt sich aus zwei Din­gen zu­sam­men: der Ver­fei­ne­rung der Wahr­neh­mung ei­ge­ner Ge­füh­le so­wie frem­der Ge­füh­le. Die Re­de ist von Em­pa­thie. Wenn Sie sich ge­nau in Ih­ren Geg­ner hin­ein­ver­set­zen, ler­nen Sie auch viel über sich selbst, denn: Al­les, was Sie füh­len, füh­len Sie im­mer selbst. Sie kön­nen the­ra­peu­ti­sche Tech­ni­ken wie Be­stä­ti­gung, Spie­geln und neu­tra­les Zu­hö­ren nut­zen, um frem­de Ge­füh­le so ge­nau zu ent­schlüs­seln wie mög­lich und so­mit die Ober­hand zu ge­win­nen.

9. Samm­le ein Heer hin­ter dir

Der Kern ist die Fä­hig­keit und Be­reit­schaft, die In­ter­es­sen an­de­rer Men­schen wahr­zu­neh­men, sie sich zu ei­gen zu ma­chen, öf­fent­lich zu ver­tre­ten und dann zu ih­rem „Füh­rer“zu wer­den. Es war nie so ein­fach wie heu­te, vie­le Men­schen in kur­zer Zeit zu erreichen und mit ih­nen zu kom­mu­ni-

zie­ren. Das di­gi­ta­le Zeit­al­ter macht es mög­lich und ver­hilft Ih­nen da­bei, Ih­ren Geg­ner nicht al­lei­ne be­sie­gen zu müs­sen.

10. Ler­ne Dank­bar­keit

Dank­bar­keit zu emp­fin­den hilft Ih­nen da­bei, sich zu er­den und nicht über­mü­tig zu wer­den. Dank­bar­keit ver­leiht Ih­nen und Ih­rer Hal­tung nicht nur mehr Grö­ße, die ein­schüch­tert, son­dern macht Sie auch ge­nüg­sa­mer und lässt Sie klei­ne Nie­der­la­gen bes­ser weg­ste­cken. Al­so zie­hen Sie Bi­lanz über Ihr bis­he­ri­ges Le­ben und be­geg­nen Sie Ih­ren Er­fah­run­gen mit Dank­bar­keit. Prin­zip Nr. 11: Ler­ne, zu war­ten Im Grun­de war­tet nie­mand ger­ne. Doch das War­ten hat vie­le Fa­cet­ten, so dient das War­ten­las­sen in den meis­ten Fäl­len ei­ner rei­nen Macht­de­mons­tra­ti­on und soll die be­trof­fe­ne Per­son ver­un­si­chern. Ler­nen Sie, zu war­ten und den­noch der Si­tua­ti­on über­le­gen zu blei­ben. Mit der Zeit wird die Ge­duld zur neu­en Tu­gend und der Weg zum Er­folg kommt Ih­nen we­ni­ger be­schwer­lich vor.

12. Ma­che dir dei­nen Kör­per zum Freund

Hö­ren Sie auf Ih­ren Kör­per und über­las­ten Sie ihn nicht. Kör­per­li­che Ein­schrän­kun­gen füh­ren oft­mals zu psy­chi­schen Be­las­tun­gen, dies führt wie­der­um da­zu, dass Sie we­ni­ger leis­tungs­fä­hig und un­kon­zen­trier­ter sind. Ge­ben Sie der Kon­kur­renz kei­ne An­griffs­flä­che und ach­ten Sie im­mer auf sich und Ih­re Ge­sund­heit.

13. Fin­de dein Gleich­ge­wicht

Die­ser Punkt ist sehr wich­tig und knüpft an Prin­zip 12 an. Es ist wich­tig, sein in­ne­res Gleich­ge­wicht zu fin­den. Wir ha­ben un­ter­schied­li­che Be­rei­che in un­se­rem Le­ben und wenn es in ei­nem kri­selt, hat dies meist Aus­wir­kun­gen auf al­le an­de­ren Be­rei­che. Wir ver­nach­läs­si­gen dann Per­so­nen oder Auf­ga­ben, kön­nen An­sprü­chen nicht mehr ge­recht wer­den, set­zen uns folg­lich mehr un­ter Druck und über kurz oder lang führt dies zu psy­chi­schen Krank­hei­ten. Selbst­re­fle­xi­on hilft da­bei, ei­ne in­ne­re Ba­lan­ce zu fin­den und bes­ser mit Pro­ble­men um­zu­ge­hen und da­mit dau­er­haft leis­tungs­fä­hig zu blei­ben.

14. Gib nie­mals auf

Auf Ih­rem Weg zum Er­folg wer­den Sie im­mer wie­der Rück­schlä­ge ein­ste­cken müs­sen, doch las­sen Sie sich nicht ent­mu­ti­gen. In je­der Kri­se steckt auch ein Er­folg und die Chan­ce, ei­nen bes­se­ren Um­gang mit Pro­ble­men zu er­ler­nen. Be­rei­ten Sie sich auf Nie­der­la­gen vor, um nicht von ih­nen über­rascht zu wer­den. Das heißt, ma­chen Sie sich kei­ne uto­pi­schen Vor­stel­lun­gen und ver­fal­len Sie nicht in Ab­hän­gig­kei­ten und vor al­lem: Hö­ren Sie im Zwei­fels­fall im­mer auf sich selbst.

Syl­ves­ter Stal­lo­ne ver­dankt ei­nen gro­ßen Teil sei­nes Ruhms sei­ner Rol­le als Ro­cky Bal­boa, dem Au­ßen­sei­ter, mit dem kei­ner ge­rech­net hat und der sich trotz al­ler Wied­rig­kei­ten zum Sieg durch­kämpft.

ist Au­tor und An­walt für Ver­brau­cher­schutz. Er ist In­ha­ber der An­walts­kanz­lei Min­gers Mar­kus Min­gers

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