Dirk Kreu­ter: Ent­schei­dung Er­folg

Nie­mand er­in­nert sich an den Ty­pen, der es nur ver­sucht hat

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Ich ver­su­che ab­zu­neh­men, ich ver­su­che mehr Sport zu ma­chen, ich ver­su­che mehr Geld zu ver­die­nen, ich ver­su­che er­folg­rei­cher zu sein.“ver­giss es! Wer et­was nur ver­su­chen will, lässt sich im­mer ei­ne Hin­ter­tür auf. Wenn er auf­gibt oder schei­tert, dann hat er es ja nur ver­sucht. Auf dem Weg zum Er­folg steht an al­ler­ers­ter Stel­le ei­ne Ent­schei­dung, die Ent­schei­dung wirk­lich er­folg­reich zu wer­den.

Träu­me, Vi­sio­nen, Zie­le sind wich­tig, sie ge­ben ei­ne star­ke Ener­gie frei: den Wunsch et­was zu ver­än­dern. Doch das al­lei­ne reicht nicht, triff ei­ne Ent­schei­dung! Du kannst dich ei­ni­ge Zeit mit dei­nen Träu­men und Zie­len be­schäf­ti­gen, doch ir­gend­wann ist ein­mal ge­nug ge­plant und ge­träumt. Dann gilt es ins Han­deln zu kom­men. Ge­ra­de wir Deut­schen stre­ben im­mer die Per­fek­ti­on an. Doch Per­fek­ti­on ist schluss­end­lich, im­mer nur ei­ne Aus­re­de nicht ins Han­deln zu kom­men. Wenn du bei­spiels­wei­se ein Buch schrei­ben willst: du wirst das Buch nie zu En­de schrei­ben, wenn du nicht ir­gend­wann ei­nen Kom­pro­miss ein­gehst und es ein­fach beim Ver­lag ab­gibst. Das per­fek­te Buch ist das Buch, was noch nie ab­ge­ge­ben wur­de. Das ak­tu­el­le Sport­stu­dio hat vor ei­ni­gen Jah­ren ein In­ter­view mit dem Schwimm-welt­meis­ter Mark War­ne­cke ver­öf­fent­licht. Mark hat­te in sei­ner ak­ti­ven Zeit na­he­zu al­le na­tio­na­len und in­ter­na­tio­na­len Ti­tel ge­won­nen, nach ei­ner Pau­se woll­te er es noch ein­mal wis­sen. Er woll­te sich noch ein­mal für die Welt­meis­ter­schaft qua­li­fi­zie­ren. In dem In­ter­view be­rich­te­te er, dass er die Ent­schei­dung am 21. De­zem­ber traf. Der Mo­de­ra­tor hin­ter­frag­te das Da­tum. „Kurz vor Weih­nach­ten? Das heißt Trai­ning, Di­ät, auf das le­cke­re Weih­nachts­mahl ver­zich­ten und auch die Zeit mit den Freun­den und Fa­mi­lie auf B-prio­ri­ät ver­schie­ben?“Mark War­ne­cke nick­te, für ihn, in sei­ner Welt war die­se Ent­schei­dung völ­lig nor­mal. Er woll­te noch ein­mal an­tre­ten. Triff ei­ne Ent­schei­dung, egal wie die Um­stän­de sind.

Auf dem Weg zum Er­folg wirst du im­mer auf Wi­der­stän­de sto­ßen: Ei­ne Ver­let­zung, ein hart­nä­cki­ger Hus­ten, kör­per­li­che Ein­schrän­kun­gen, doch du be­hältst dein Ziel im Au­ge und ar­bei­test je­den Tag dar­an. Fa­mi­liä­re Um­stän­de, Ve­rän­de­run­gen im Freun­des­kreis, doch du bleibst bei dei­ner Ent­schei­dung und ziehst dein Ding durch.

Ein Kol­le­ge be­rich­te­te mir im­mer wie­der von sei­nem Buch, an dem er schrieb. Wie­der ein neu­es Ka­pi­tel, das er zu En­de ge­bracht hat­te. Doch dann wur­de es ganz still, wir spra­chen län­ger nicht über das Buch- er kam nicht vor­an, es hat­te kei­ne Prio­ri­tät mehr. Mei­ne Ant­wort dar­auf: „Wenn du es nicht fer­tig machst, dann ist es so, als hät­test du es nie be­gon­nen.“Die­ser Satz hat ihn mo­ti­viert das Buch doch noch zu En­de zu schrei­ben und zu ver­öf­fent­li­chen.

Triff ei­ne Ent­schei­dung und zieh sie durch.

Bist du schon mal ei­nen Ma­ra­thon ge­lau­fen? Wie läuft man ei­nen Ma­ra­thon, 42 km? In­dem du ers­tens ei­ne Ent­schei­dung triffst, zwei­tens da­für mit al­ler Kon­se­quenz trai­nierst und drit­tens den Ma­ra­thon auch wirk­lich durch­läufst. Auf den 42 km gibt es im­mer wie­der die Ge­le­gen­heit ab­zu­kür­zen, den nächs­ten Bus, die nächs­te U-bahn, das nächs­te Ta­xi zu neh­men, zu­rück nach Hau­se, ins Ho­tel un­ter die war­me Du­sche und wenn es nicht der kom­plet­te Ab­bruch ist, dann zu­min­dest an den Ver­pfle­gungs­sta­tio­nen ein paar Me­ter zu ge­hen. Doch ich war­ne dich, ich weiß, wo­von ich spre­che: du darfst nicht be­gin­nen zu ge­hen. Du kannst so lang­sam lau­fen, wie du willst, doch du darfst nie­mals an­fan­gen zu ge­hen. Wenn du ein­mal da­mit be­ginnst, wird es bei je­der Ver­pfle­gungs­sta­ti­on ein­fa­cher zu ge­hen, län­ger zu ge­hen. Don’t walk!

Triff ei­ne Ent­schei­dung und zieh sie durch.

Blei­ben wir bei dem The­ma lau­fen. Wenn ich mir vor­neh­me mor­gens ei­ne St­un­de zu lau­fen und ich kom­me nach 58 Mi­nu­ten wie­der an mei­ner Haus­tü­re oder am Ho­tel­ein­gang vor­bei, dann drü­cke ich nicht den Knopf der Stopp­uhr, son­dern lau­fe noch ei­ne Run­de um den Block. Du darfst die Uhr erst bei ei­ner St­un­de und ei­ner Mi­nu­te stop­pen, frühs­tens.

Wenn du dich schon mor­gens auf dei­ner Trai­nings­run­de selbst be­lügst, wenn du schon mor­gens Aus­re­den fin­dest und Ab­kür­zun­gen suchst, das was du vor­hat­test zu un­ter­wan­dern, dann wirst du es auch bei den ganz gro­ßen Din­gen tun. Des­halb triff ei­ne Ent­schei­dung und zie­he es durch, kei­ne Ab­kür­zung.

Wer et­was nur ver­su­chen will, lässt sich im­mer ei­ne Hin­ter­tür auf.

Wenn du es nicht fer­tig machst, dann ist es so, als hät­test du es nie be­gon­nen.

Dirk Kreu­ter ist Vor­den­ker zu den The­men Ver­trieb, Ver­kauf und Ak­qui­se. Der viel­fach aus­ge­zeich­ne­te Spea­ker be­geis­tert mit "Ver­triebs­of­fen­si­ve" jähr­lich Tau­sen­de.

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