ERFOLG Magazin

Ha­rald Glööckler

Bleib dir treu!

- Man sab­belt sich voll mit die­sem gan­zen Hor­ror und dann braucht man sich auch nicht wun­dern, wenn übe­r­all nur noch Ge­walt und Bru­ta­li­tät ist. Lifehacks · Lifestyle · Instagram · God · Lotto · Sean Combs · Hamm · Germany · Tuscany · School Strike for Climate · New York City · Nestle · Western Sahara · Dubai · Grodno · Evian-les-Bains

Wie ist das mit der Ver­ant­wor­tung? Du hast da in der Ver­gan­gen­heit sehr kla­re Wor­te ge­fun­den. Das ist ja das Ge­heim­nis und das Prin­zip des Le­bens, dass wir geis­ti­ge We­sen sind, die kör­per­li­che Er­fah­run­gen ma­chen und dass wir eben al­les ma­chen kön­nen, das aber eben ver­ant­wor­ten müs­sen. Des­halb sag ich im­mer: Wenn ihr Fleisch esst, dann soll­tet ihr euch des­sen be­wusst sein, dass für euch Tie­re ge­tö­tet wur­den. Das ist kei­ne An­kla­ge, das steht mir nicht zu. Ich bin ei­ner der li­be­rals­ten, to­le­ran­tes­ten Men­schen über­haupt. Die Ta­ge wur­de ich wie­der auf Ins­ta­gram an­ge­gan­gen: „War­um tra­gen Sie Le­der­schu­he?“Soll das ein Ver­hör wer­den? Das bringt ei­nen nicht wei­ter. Ihr könn­tet ja auch je­man­den um­brin­gen, ihr müsst halt nach­her da­für ge­ra­de­ste­hen, aber theo­re­tisch kön­nen wir hier al­les tun, da Gott nicht ein­greift. Wenn‘s Schei­ße läuft, fra­gen die Leu­te im­mer, war­um Gott nicht ein­greift. Ich ha­be noch kei­nen er­lebt, der im Lot­to ge­won­nen und ge­sagt hat: War­um greift Gott da nicht ein? Al­so lasst Gott mal aus dem Spiel, der hat mit der Ge­schich­te gar nichts zu tun.

Du hast ja ein neu­es Buch ver­fasst, „Vor Zwölf – High ti­me“. Was hat dich da­zu in­spi­riert und für wen hast du das ge­schrie­ben?

Mein Buch hat den An­spruch, dass es je­der gut le­sen kann, über das man auch nach­denkt aber nicht mit zu viel Hor­ror. Es ist wich­tig, dass sie kurz und schmerz­los ist. Ich sa­ge nicht, dass es für al­le an­de­ren rich­tig ist. Es ist mei­ne Sicht der Din­ge, Mein Ein- und Aus­druck, mei­ne Phi­lo­so­phie im Le­ben, wie es frü­her war und heu­te ist und wie es nicht wei­ter­ge­hen kann. Das ist ge­fähr­li­ches Ter­rain, die­ses Love, weil die Leu­te schnell sa­gen, der hat völ­lig ei­nen an der Waf­fel. An­de­rer­seits sind die, die die­ses Buch le­sen, auch eher eso­te­risch und of­fen. Die Idio­ten le­sen es ja so­wie­so nicht.

Das ist nicht an den Haa­ren her­bei­ge­zo­gen. Ich hat­te wirk­lich die­se Vi­si­on von die­sem Le­ben. Da war kein Neid und al­les hat sich so­fort ma­ni­fes­tiert. Ich fin­de das aber auch ganz gut, weil so ein Buch et­was in­ter­es­san­ter zu le­sen ist mit ei­nem Dia­log, als wenn im­mer nur ich er­zäh­le.

Wenn Love sagt: „Ihr Men­schen be­nehmt euch al­le ab­ar­tig“, dann ist das bes­ser, als wenn ich das sa­ge. Man­che wer­den sa­gen, das ist mir zu eso­te­risch, too much, aber da­mit kann ich le­ben. Auch das ist ei­ne Mes­sa­ge des Bu­ches: Es gibt so vie­le Din­ge zwi­schen Him­mel und Er­de, die wir nicht be­grei­fen. Ich fin­de, das ge­hört sich so.

Ganz vie­le sa­gen, Tie­re ha­ben kei­ne Ge­füh­le, was un­glaub­lich im­per­ti­nent und ar­ro­gant ist, denn die ha­ben na­tür­lich Ge­füh­le. Mein Hund ist so sen­si­bel, der merkt, wenn er mal bes­ser Ru­he gibt oder wenn er was will, gibt‘s erst­mal ein Küss­chen. Das ist auch cle­ver: wenn ich was will, dann ge­be ich erst­mal was. Mir ist schon klar, dass ich mit so ei­nem The­ma im Buch an­ecke, aber ich glau­be, es ist Teil mei­nes Da­seins, dass ich vie­le Men­schen er­rei­che und ich bin au­ßer­dem sehr au­then­tisch.

Die Men­schen hö­ren auch auf das, was ich sa­ge und ich glau­be ich kann auch vie­le zum Um­den­ken be­we­gen. Men­schen soll­ten ei­ne ei­ge­ne Mei­nung ha­ben und ver­tre­ten und auch auf Miss­stän­de auf­merk­sam ma­chen, weil wir ja al­le so sorg­los in den Tag hin­ein­le­ben. Al­le jam­mern und be­kla­gen sich, dass der Ama­zo­nas-re­gen­wald brennt und über die­sen schreck­li­chen Prä­si­den­ten. Aber vor ih­rem Haus ha­ben sie ei­nen St­ein­gar­ten, in dem kein

Tier le­ben kann, kei­ne ein­zi­ge Pflan­ze, kein Baum. Dann pflanzt mal ei­nen Baum.

Wuss­test du im Üb­ri­gen, dass es in Deutsch­land ver­bo­ten ist, St­ein­gär­ten zu ha­ben?

Aber die ha­ben doch al­le.

Ja, ja, aber wenn die er­wischt wer­den, dann wer­den sie ab­ge­mahnt.

Ja aber, wenn nur ei­ne Mil­li­on Men­schen ei­nen Baum pflan­zen in ih­rem Vor­gar­ten, dann ha­ben wir 1 Mil­li­on mehr Bäu­me in Deutsch­land. Aber es ist na­tür­lich viel ein­fa­cher, sich über den Ama­zo­nas aus­zu­las­sen, an­statt zu­hau­se ei­ne Blu­men­wie­se zu pflan­zen. Ich muss mir nichts vor­wer­fen, ich ha­be hun­der­te von Bäu­men hier ge­pflanzt. Ich ha­be al­lein 80 Glanz­mis­pel-hoch­stäm­me aus der Tos­ka­na hier pflan­zen las­sen. Aber wie­so ma­chen die Leu­te nicht mal so­was, da kön­nen sie doch an­fan­gen. Wir kön­nen ja nicht ins gro­ße Welt­ge­sche­hen ein­grei­fen, aber je­der kann für sich was be­wir­ken. Wenn je­der in sei­ner klei­nen Par­zel­le ein biss­chen was macht, dann ist schon ganz viel pas­siert. Es wird nur ge­re­det. Ich ver­su­che über das Buch auch so ein biss­chen schlech­tes Ge­wis­sen zu ma­chen. Auf­grund des­sen, dass ich kein Fleisch mehr es­se, ha­be ich ha­be schon ei­ni­ge da­zu ge­bracht, dass sie jetzt auch we­ni­ger es­sen, be­wuss­ter. Auch, dass sie drü­ber nach­den­ken. Ich fin­de, nach­den­ken soll­te man im­mer.

Ist Nach­den­ken aber bes­ser als schlech­tes Ge­wis­sen?

Es ist bei­des gut, es ge­hört zu­sam­men.

Weil das schlech­te Ge­wis­sen klagst du auch oft an.

Ja aber das schlech­te Ge­wis­sen mach ich ja nicht, dass be­kom­men sie ja von sich aus. Das hat man ja nur, wenn man et­was ge­tan hat, was nicht so gut war. Ich ha­be das auch, dass kommt da­zu, wenn man schreibt. Au­ßer­dem bin ich ei­nes Metz­gers Sohn. Fleisch war ja mei­ne Süß­spei­se, wenn man so will. Trotz­dem ha­be ich er­lebt, dass die Metz­ger frü­her an­ders mit Tie­ren um­ge­gan­gen sind als heu­te und

Wenn Love sagt: „Ihr Men­schen be­nehmt euch al­le ab­ar­tig“, dann ist das bes­ser, als wenn ich das sa­ge.

man hat dem Tier in die Au­gen ge­schaut, wenn man es ge­schlach­tet hat. Heu­te wird das Fleisch von der The­ke ge­kauft und mit tö­ten hat das an­schei­nend nichts zu tun. Doch in dem Mo­ment, wenn man Fleisch hat, hat man auch mit Tö­ten zu­tun ob man‘s hö­ren will oder nicht.

Du sag­test eben, man ver­langt im­mer von an­de­ren Ak­ti­on, an­statt selbst was zu ma­chen. Ich glau­be, in dem Buch bist du, weil es da­mals noch nicht so ak­tu­ell war, noch nicht auf die Fri­days for Fu­ture Ge­schich­te ein­ge­gan­gen, oder? Nein, weil ich da über­haupt nicht drauf ein­ge­hen will, weil das nach mei­ner Mei­nung ei­ne gro­ße Far­ce ist. Das ist ei­ne dum­me, fre­che Gö­re, die an­de­re Kin­der da­zu auf­ruft, von der Schu­le fern zu blei­ben. So wie ich es mir gleich ge­dacht ha­be, steckt da ganz viel da­hin­ter, was nicht ganz so ast­rein ist. Da kommt plötz­lich so ein Mä­del, springt auf und ruft an­de­re auf, sie sol­len jetzt pro­tes­tie­ren ge­hen und schon wird sie für den Frie­dens­no­bel­preis vor­ge­schla­gen. Wie­so kommt ei­nem das nicht ko­misch vor? So­fort wird sie in­stru­men­ta­li­siert und von der Po­li­tik be­nutzt. Es ist na­tür­lich prak­tisch, ei­ne Gre­ta hoch­zu­he­ben. Da­durch kann man von vie­lem an­de­ren ab­len­ken.

Ich will gar nicht so auf das klei­ne Mä­del ein­ge­hen, son­dern eher auf das Ge­dan­ken­gut, das da­hin­ter­steckt, zu sa­gen, ihr müsst et­was tun. So wie du es eben so schön ge­sagt hast, könn­te man jetzt theo­re­tisch ar­gu­men­tie­ren, dann geht doch zu­sam­men in den Gar­ten und pflanzt ei­nen Baum.

Und muss man das ma­chen, wenn man Schu­le hat? Das fin­de ich nicht ganz so lus­tig. Wenn wir jetzt al­le auf­hö­ren zu ar­bei­ten und de­mons­trie­ren ge­hen und auch die Ärz­te hö­ren auf zu ope­rie­ren, fin­den wir das dann auch toll, oder wie? Al­so ich bin nicht ganz so be­geis­tert. Ich bin be­geis­tert von jun­gen Leu­ten, die sind ins­ge­samt sehr viel be­wuss­ter als an­de­re Ge­ne­ra­tio­nen, denn sie wis­sen, dass es so nicht wei­ter­ge­hen kann. Und ich fin­de auch gut, wenn sich da wel­che her­vor­tun und sa­gen, komm lass was ma­chen. Aber bei mir kommt dann der Un­ter­neh­mer durch. Man kann nicht ein­fach so auf­hö­ren zur Schu­le oder zur Ar­beit zu ge­hen, um zu de­mons­trie­ren. Sol­len sie halt Sams­tag oder Sonn­tag de­mons­trie­ren.

Dann se­gelt Gre­ta nach New York und auf Fo­tos da­von steht die Evi­an Fla­sche von Nest­le da­ne­ben. Na, wie passt denn das? Ich mei­ne, ich ha­be auch Evi­an hier ste­hen, aber ich bin auch nicht Gre­ta. Aber wenn man so mi­li­tant ist, dann passt das nicht so rich­tig und dann wird sie un­glaub­wür­dig in mei­nen Au­gen.

Ich glau­be, das macht sie auch erst, seit­dem sie ex­trem da­für kri­ti­siert wur­de, dass sie an­dau­ernd im Flug­zeug zu ir­gend­wel­chen Pres­se­ter­mi­ne flog. Seit­dem reist sie mit Schif­fen.

Dann muss sie aber nicht die Evi­an Fla­schen da­ne­ben­ste­hen ha­ben. Ich fin­de, bei den jun­gen Leu­ten tut sich ganz viel, auch oh­ne Gre­ta. Das ist auch gut so, weil man nur jun­ge Leu­te mo­ti­vie­ren kann. Die al­ten sind eh schon ver­krus­tet. Guck mal, in mei­nem Al­ter sind vie­le schon stur und bo­ckig. Ich kann mit sol­chen Vie­chern von Men­schen nichts an­fan­gen. Die sind so un­fle­xi­bel und des­to äl­ter sie wer­den, des­to schlim­mer wirds.

Du bist ja für mich im­mer schon ein gro­ßes Bei­spiel für Ve­rän­de­rung. Wo ist denn der Un­ter­schied zwi­schen „sich au­then­tisch treu blei­ben“, „mit der der Zeit ge­hen“und „sich ver­än­dern“.

Wir ver­än­dern uns je­den Tag, se­künd­lich, das kann so­wie­so nicht auf­hal­ten. Beim The­ma Schön­heits-ops, wenn sie zu mir sa­gen, „ich wür­de das nie ma­chen, weil man nicht mehr wie vor­her aus­sieht“- so siehst du doch jetzt schon nicht mehr aus, guck dich doch mal im Spie­gel an. „Ja, mach ich doch“. Ja, dann putz den Spie­gel!

Und das ,sich treu blei­ben‘ ist auch so ein gro­ßes Wort. Je­mand, der wahr­haf­tig ist, bleibt sich so­wie­so treu. Das sind Men­schen, die ein star­ken Cha­rak­ter ha­ben, die aut­ark sind, die kei­ne Angst ha­ben an­zu­ecken. Aber al­le, die Angst ha­ben an­zu­ecken, die mit dem Wind ge­hen, blei­ben sich nicht treu, geht ja nicht. Wenn du dir treu bleibst, wirst du na­tür­lich schnell als schwie­rig, als ex­zen­trisch an­ge­se­hen. So je­man­den pro­te­giert man nicht gern, son­dern lie­ber Leu­te, die man kon­trol­lie­ren kann. Mich kann man nicht kon­trol­lie­ren, des­halb ha­ben auch man­che Jour­na­lis­ten pa­ni­sche Angst, wenn sie auf mich tref­fen. Als wä­re ich ei­ne Bom­be, die je­den Mo­ment hoch­ge­hen kann. Ich bin nicht ein­schätz­bar und auch die­ses gan­ze Do­mes­ti­zie­ren hat bei mir schon in Kin­der­ta­gen nicht funk­tio­niert. Sich treu zu blei­ben ist auch ei­ne ge­wis­se Men­ta­li­tät. Ich bin schon im­mer so ge­we­sen. Als Kind war ich eher ru­hig. Mein Va­ter war ge­walt­tä­tig und ich muss­te im­mer auf­pas­sen. Ich ha­be sehr früh ge­lernt,

Das ist ei­ne dum­me, fre­che Gö­re, die an­de­re Kin­der da­zu auf­ruft, von der Schu­le fern zu blei­ben.

den Mund zu hal­ten und un­auf­fäl­lig mein Ding zu ma­chen. Das Al­ler­bes­te ist, dass die Er­wach­se­nen dich dann in Ru­he las­sen. Wenn du aber drü­ber re­dest, dann kommt der Fun­ke rein (dann funkt dir ei­ner da­zwi­schen )und dann sa­gen sie im­mer, nein, das geht nicht.

Wenn an­de­re er­zäh­len, sie ma­chen jetzt ei­nen La­den in Du­bai auf, sa­ge ich, Kin­der, wir brin­gen das erst auf den Weg und ge­hen dann raus. Wenn man zu früh den Kopf aus dem Fens­ter hält, schlägt ihn ei­ner ab. Die­ses ,sich selbst treu zu blei­ben‘ ist ganz wich­tig, denn als ich be­gon­nen ha­be, die­se Mo­de zu ma­chen, hat man mir im­mer ge­sagt, ich müs­se doch Mo­de ma­chen wie Boss. So­was will doch nie­mand tra­gen, dach­te ich. Wie­so soll ich Mo­de ma­chen wie Boss, die gibts doch schon. Dann wirst du ewig be­lacht, aber am En­de zahlt sich die Hart­nä­ckig­keit aus. Und dann schrei­ben sie auf Face­book „ich fin­de ihn ja so toll, es soll­te ihm aber mal je­mand sa­gen, dass er soll auf­hö­ren soll, so gro­ße Lip­pen zu ma­chen“, da mein­te je­mand an­ders, "ich glau­be, das kannst du dir spa­ren, das in­ter­es­siert ihn ei­nen Dreck“. Und das fin­den die Leu­te wie­der toll, auch jun­ge Leu­te, die sa­gen: „Ich fin­de den Ty­pen cool, das geht dem grad am Arsch vor­bei“, Du darfst dich nicht ab­hän­gig ma­chen von Mei­nung an­de­rer. Das ist ganz wich­tig aber auch schwie­rig in ei­ner Zeit, in der das Wort und Zu­sa­gen nichts mehr gel­ten, wo Leu­te kein Rück­grat mehr ha­ben. Ich dach­te, ich könn­te auch ein biss­chen vor­neh­mer wer­den und auch Din­ge nicht oder ein biss­chen net­ter sa­gen. Nein, sich kom­plett zu ver­ge­wal­ti­gen geht auch nicht. Der La­ger­feld hat auch manch­mal Sa­chen raus­ge­hau­en, da hat man fas­sungs­los ge­meint, das hat der jetzt nicht ernst­haft ge­sagt. Sol­che Leu­te wie ich sind ge­fähr­lich, un­kon­trol­lier­bar, weil sie an­de­re zur Re­vo­lu­ti­on auf­for­dern kön­nen. Es ist al­les ste­tig in Ve­rän­de­rung und im Mo­ment ex­trem schnell. Das macht die Leu­te auch ver­rückt. Und das macht auch Angst. Aber Angst ist ja kein gu­ter Rat­ge­ber, das ist ja das größ­te Pro­blem.

Angst isst die See­le auf.

Ja, Angst ist ja ganz schlecht und auch im­mer die­se wie­der­keh­ren­den Fra­gen. Kann man heu­te Kin­der in die Welt set­zen?

Konn­te ich 1914 noch Kin­der in die Welt set­zen? Die Fra­ge kann man sich im­mer stel­len. Heu­te ist es schwie­ri­ger als vor 20 Jah­ren sich selbst­stän­dig zu ma­chen. Wie­so ist es schwie­ri­ger? Heu­te durch So­ci­al Me­dia hast du viel mehr Mög­lich­kei­ten. Das ist doch al­les Quatsch. Al­les hat sei­ne Zeit und die Pro­ble­me wer­den nur durch un­se­re Po­li­ti­ker, un­se­re Me­di­en, auch durch die Kir­che ge­macht. Über Jahr­hun­der­te ha­ben sie im­mer nur das Schlech­te nach vor­ne ge­tra­gen. Und wenn man im­mer über das Schlech­te spricht, dann ver­stärkt man es nur. Wie Mut­ter Te­re­sa ge­sagt hat, ich wer­de nie an ei­ne An­ti-kriegs­de­mons­tra­ti­on, aber im­mer an ei­ner Frie­dens­de­mons­tra­ti­on teil­neh­men. Ich schau zum Bei­spiel kei­ne Nach­rich­ten, ich le­se auch kei­ne Zei­tung, ich krie­ge trotz­dem al­les mit, was ir­gend­wo pas­siert. Und was ich nicht mit­krie­ge, soll ich auch nicht mit­krie­gen. Man sab­belt sich voll mit die­sem gan­zen Hor­ror und dann braucht man sich auch nicht wun­dern, wenn übe­r­all nur noch Ge­walt und Bru­ta­li­tät ist. Man muss sich wirk­lich ei­ne ei­ge­ne Welt schaf­fen, um nicht in die­sen Mo­loch zu stür­zen. Und die Po­li­tik gibt es viel­leicht in 100 Jah­ren nicht mehr. Frü­her oder spä­ter schafft die sich so­wie­so ab, weil die Leu­te mer­ken, dass man über­haupt kei­ne Po­li­ti­ker braucht. Wir könn­ten ja al­le ne­ben­ein­an­der le­ben. Wenn wir kein Neid ha­ben, kei­ne Miss­gunst, kei­ne Ras­sen, dann bräuch­te man kei­ne Gren­zen. Dann gibt's auch kei­nen Krieg, dann brau­chen wir kei­ne Re­gie­rung mehr. Aber na­tür­lich er­zäh­len die uns, dass wir sie brau­chen. Ist doch klar, wie die Kir­che das auch er­zählt. Ich mei­ne, die Kir­che wä­re schön blöd, wenn sie sa­gen wür­de, ei­gent­lich braucht ihr uns nicht.

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