ERFOLG Magazin

Leo Mar­tin

Ich durch­schau dich!

- Auch · Seine · Fort Knox

Manch­mal hat man nur den Bruch­teil ei­ner Se­kun­de Zeit. Wird er ab­drü­cken oder nicht …? Auch wenn sol­che Si­tua­tio­nen für Sie eher sel­ten sind, auch Sie pro­fi­tie­ren von Ih­rer Men­schen­kennt­nis.

Mein Na­me ist Leo Mar­tin, ich war zehn Jah­re lang für ei­nen gro­ßen deut­schen Ge­heim­dienst im Ein­satz. Mein Job war es, Men­schen aus dem Mi­lieu der Or­ga­ni­sier­ten Kri­mi­na­li­tät als Ver­trau­ens­leu­te zu ge­win­nen. Ich bin trai­niert wor­den, Men­schen, ihr Ver­hal­ten, ih­re Mo­ti­ve, in Se­kun­den­schnel­le zu ana­ly­sie­ren und mein Ver­hal­ten ge­nau dar­auf­hin ab­zu­stim­men. Nur so hat­te ich ei­ne Chan­ce. Es gibt ei­ne gan­ze Rei­he wis­sen­schaft­li­cher – und sehr gu­ter – Ver­fah­ren um Men­schen in ver­schie­de­ne Ty­pen zu un­ter­schei­den.

Wenn ich mit mei­nem Kli­en­tel zu tun hat­te, hat­te ich al­ler­dings nicht die Mög­lich­keit el­len­lan­ge Per­sön­lich­keits­tests zu ma­chen, 150 Fra­gen zu stel­len und die Ant­wor­ten dann auch noch mit sta­tis­ti­schen Wer­ten ab­zu­glei­chen. Bei uns ging es dar­um, SO­FORT zu wis­sen, ist mein An­ge­bot für ihn in­ter­es­sant oder nicht? Was muss ich tun um ihn am Ball zu hal­ten? Oder um ihn zur Weiß­glut zu brin­gen? Was wä­re in Ih­rem Job der Vor­teil, wenn Sie ganz ge­nau wüss­ten, was Je­man­den an­treibt ganz be­stimm­te Din­ge zu tun oder zu las­sen? Wenn wir bes­ser ver­ste­hen wür­den, was dem An­de­ren wich­tig ist? Wo­zu wür­de das füh­ren? Wie wür­den wir die Sa­che dann an­ge­hen?

Men­schen­kennt­nis zum Mit­neh­men

Die al­te Volks­weis­heit: „Be­hand­le je­den so, wie du selbst be­han­delt wer­den möch­test!“, stößt hier schnell an ih­re Gren­zen. Wir sind al­le ver­schie­den, aber das Schö­ne ist, ge­wis­se Ten­den­zen gibt es doch.

Ge­nau die­se brin­gen uns auf die rich­ti­ge Spur. Als Agent be­ob­ach­te ich sehr ge­nau. Und im Ge­spräch tes­te ich stän­dig, bin ich auf dem rich­ti­gen Weg, oder muss ich nach­jus­tie­ren? Das Gu­te ist, wir al­le kön­nen das trai­nie­ren. Wenn wir nur wis­sen, wor­auf wir ach­ten soll­ten, wel­che Un­ter­schei­dun­gen Sinn ma­chen:

Ma­cher mö­gen Macht

Da ist bei­spiels­wei­se der „Ma­cher­typ“. Ihm sind schnel­le Er­geb­nis­se wich­tig, er trifft Ent­schei­dun­gen schnell, im­mer im In­ter­es­se der Sa­che. Er tritt sehr selbst­be­wusst auf, spricht in kur­zen prä­gnan­ten Sät­zen und wird so­fort un­ge­dul­dig, wenn ich nicht schnell auf den Punkt kom­me. Ihn von mir oder ei­nem Pro­dukt oder Pro­jekt zu über­zeu­gen, in dem ich ihn mit De­tail­wis­sen, Zah­len, Da­ten und Fak­ten über­häu­fe führt auf den Holz­weg. Auch der Ver­such ihn über die Be­zie­hungs­ebe­ne zu fan­gen kann schnell zur Sack­gas­se wer­den. Ei­nem „Ma­cher“muss ich zei­gen, wie er durch mich und mei­ne Hil­fe hö­her und wei­ter kommt. Und zwar schnell.

Kon­tak­ter mö­gen Men­schen

Bei ei­nem „Kon­tak­ter“, dem die Be­zie­hungs­ebe­ne wich­ti­ger ist als schnel­ler Er­folg, wä­re ge­nau das der Weg ins Aus. Er ist ge­sprä­chig, ge­sel­lig, ihm sind Ge­mein­schaft und Kol­le­gia­li­tät sehr wich­tig. Er ist sehr emo­tio­nal, ist Te­a­m­ori­en­tiert und be­rück­sich­tigt ger­ne die In­ter­es­sen an­de­rer. Ihm soll­te ich mehr Zeit ge­ben, mir mehr Zeit für ihn neh­men und hier und da mal et­was per­sön­li­ches von mir Preis ge­ben. Denn er braucht Ge­bor­gen­heit und Zu­spruch ums sich wohl zu füh­len.

Ana­ly­ti­ker in­ter­es­sie­ren sich für Zah­len, Da­ten und Fak­ten

Für den „Ana­ly­ti­ker“un­ter uns wä­re ge­nau das der blan­ke Hor­ror. Über­flüs­si­ge Ge­fühls­du­se­lei. Sei­ne In­ne­re Tü­re wä­re jetzt fest ver­schlos­sen wie Fort Kn­ox. Er ist sehr si­cher­heits­ori­en­tiert, im sind De­tails wich­tig, Zah­len, Da­ten und Fak­ten. Er ist sehr sach­lich, über­legt, prä­zi­se und ge­ord­net. Sein Le­ben hat Struk­tur und Pla­nung. Der „Ana­ly­ti­ker“wirkt ver­gleichs­wei­se zu­rück­hal­tend, still, ernst­haft und nach­denk­lich. „Kon­tak­ter“wür­den ihn als Ein­zel­kämp­fer be­zeich­nen. Ihn Mo­ti­viert die Qua­li­tät ei­ner Sa­che: Sys­te­ma­tik, Ord­nung, Per­fek­ti­on, Ge­nau­ig­keit und Voll­stän­dig­keit. Rei­ßen Sie ihn aus die­sem Sys­tem wer­den Sie bei ihm schei­tern.

Wer Men­schen ge­win­nen will, muss sie rüh­ren – nicht schüt­teln

Ge­nau dar­auf ach­ten Agen­ten. Auf den An­de­ren. Den Men­schen. Viel­leicht macht es auch Ih­nen enor­men Spaß zu Tes­ten … wel­che Stra­te­gie funk­tio­niert bei wem? „Be­hand­le je­den so, wie du selbst be­han­delt wer­den möch­test!“hat aus­ge­dient. Sie wis­sen jetzt war­um. „Be­hand­le je­den so, wie er selbst be­han­delt wer­den möch­te!“… Das ist der Schlüs­sel zu Er­folg und Spaß im Le­ben. Ver­su­chen Sie die Mo­ti­ve an­de­rer zu durch­schau­en. Prä­zi­se. Treff­si­cher. All­tags­taug­lich. Ich durch­schau dich! Du kannst das auch!

Ihm sind schnel­le Er­geb­nis­se wich­tig, er trifft Ent­schei­dun­gen schnell, im­mer im In­ter­es­se der Sa­che. Er ist ge­sprä­chig, ge­sel­lig, ihm sind Ge­mein­schaft und Kol­le­gia­li­tät sehr wich­tig.

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 ??  ?? Leo Mar­tin hat Kri­mi­nal­wis­sen­schaf­ten stu­diert und war zehn Jah­re lang für ei­nen gro­ßen deut­schen Ge­heim­dienst im Ein­satz. Wäh­rend die­ser Zeit deck­te er bri­san­te Fäl­le der or­ga­ni­sier­ten Kri­mi­na­li­tät auf. Heu­te über­führt er als Ge­schäfts­füh­rer des In­sti­tu­tes für fo­ren­si­sche Text­ana­ly­se Tä­ter, die Un­ter­neh­men an­onym an­grei­fen, be­dro­hen oder er­pres­sen.
Leo Mar­tin hat Kri­mi­nal­wis­sen­schaf­ten stu­diert und war zehn Jah­re lang für ei­nen gro­ßen deut­schen Ge­heim­dienst im Ein­satz. Wäh­rend die­ser Zeit deck­te er bri­san­te Fäl­le der or­ga­ni­sier­ten Kri­mi­na­li­tät auf. Heu­te über­führt er als Ge­schäfts­füh­rer des In­sti­tu­tes für fo­ren­si­sche Text­ana­ly­se Tä­ter, die Un­ter­neh­men an­onym an­grei­fen, be­dro­hen oder er­pres­sen.
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Sei­ne Bü­cher „Ich krieg dich!“und „Ich durch­schau dich!“sind Spie­gel-best­sel­ler.

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