ERFOLG Magazin

Stu­re Men­schen über­zeu­gen

Wie man stu­re Men­schen über­zeu­gen kann

- Ein Tipp von Dr. Ma­ri­on Bour­geois Lifehacks · Lifestyle · Meghan, Duchess of Sussex · Harvard University · Orange Belgium · Sussex

Sie gel­te als über­heb­li­cher Stur­kopf, der sich nicht im­mer an die roya­len Spiel­re­geln hal­te“. Auch wenn die dpa-mel­dung von nicht ge­nau de­fi­nier­ten „Qu­el­len“spricht, ist klar, dass es um Prinz Har­rys Frau Meg­han, Her­zo­gin von Sussex, geht. Die bei­den „schei­nen ihr ei­ge­nes Ding ma­chen zu wol­len“, heißt es wei­ter im Be­richt des Ham­bur­ger Abend­blatts. Wir al­le ken­nen stu­re Men­schen, die sich nicht über­zeu­gen las­sen. Aber was kann man tun, wenn der an­de­re par­tout nicht will?

Wie oft ha­ben wir schon ver­sucht, je­man­dem et­was zu ver­mit­teln und er oder sie be­greift es ein­fach nicht. 25 Mal ha­ben wir es ihm/ihr ge­sagt und trotz­dem nimmt er/ sie es nicht an. Was pas­siert, wenn wir den­ken „der Typ ist ein Stur­kopf!“und ge­nau mit der Hal­tung auf die­sen Stur­kopf zu­ge­hen? Wir sind der fel­sen­fes­ten Über­zeu­gung, dass wir im Recht sind. Ja­wohl! Ich muss ein­fach nur so lan­ge auf mei­nen Stand­punkt be­har­ren, bis er es end­lich ka­piert hat. Ist doch of­fen­sicht­lich: Der an­de­re ist im Un­recht! Aber ei­gent­lich mei­nen wir: Der an­de­re ist nicht o.k., so wie er ist!

Ich bin o.k. – Du bist o.k.

Tho­mas A. Har­ris hat mit Eric Ber­ne die Trans­ak­ti­ons­ana­ly­se wis­sen­schaft­lich be­grün­det. Sie be­sagt, dass je­de Ak­ti­on ei­nen Reiz aus­übt und zu ei­ner Re­ak­ti­on des Ge­gen­übers führt. Je nach­dem, wie die Grund­ein­stel­lung bei­der ist, wird das je­wei­li­ge Ver­hal­ten aus­fal­len. Die Wahr­schein­lich­keit für ein lö­sungs­ori­en­tier­tes Den­ken und Han­deln ist re­la­tiv hoch, wenn je­mand aus der Hal­tung "Ich bin o.k. – Du bist o.k." her­aus agiert. Nur so ist ei­ne gu­te Ge­sprächs­grund­la­ge ge­ge­ben und ein po­si­ti­ver Dis­kurs über­haupt erst mög­lich.

An­de­re Per­spek­ti­ven zu­las­sen – ganz oh­ne Be­wer­tung

Ha­ben wir tat­säch­lich ei­nen Stur­kopf ge­gen­über, gibt es al­so letzt­end­lich nur ei­ne Mög­lich­keit: Mit ei­nem po­si­ti­ven Mind­set in jeg­li­che Dis­kus­si­on zu star­ten. Das geht al­ler­dings nur dann, wenn wir fel­sen­fest da­von über­zeugt sind, dass der an­de­re schon ei­nen Grund ha­ben wird, war­um er so re­agiert, wie er re­agiert. Und dass es mög­lich ist, die­sen Grund zu ver­ste­hen. Ha­be ich das nicht, bil­de es mir nur ein, oder – noch schlim­mer – täu­sche es nur vor, dann wird der an­de­re durch un­se­re Kör­per­spra­che „den Bra­ten rie­chen“– und ge­nau die nö­ti­ge Grund­la­ge für ein kon­struk­ti­ves Mit­ein­an­der

fehlt. Es ist ein gro­ßer Un­ter­schied, ob ich in ei­ne Dis­kus­si­on ein­stei­ge un­ter dem Mot­to: „Mei­ne Mei­nung ist die (ein­zig) rich­ti­ge und ich hau dir jetzt mal mei­ne Ar­gu­men­te um die Oh­ren, war­um das so ist!“Oder ob ich ei­ne Dis­kus­si­on star­te in der Über­zeu­gung: „Ich ha­be mei­ne Mei­nung, die ist für mich rich­tig und ich ha­be da­für auch gu­te Ar­gu­men­te, aber das ist nur ei­ne Sei­te der Me­dail­le! Der an­de­re steht auf ei­ner an­de­ren Sei­te. Er hat ei­ne an­de­re Per­spek­ti­ve, denn er sieht ja das, was hin­ter mir ist, nicht das, was hin­ter ihm ist. Erst wenn ich ver­ste­he, wel­che Ar­gu­men­te ihn an­trei­ben und da­zu be­we­gen, sei­ne Hal­tung nicht auf­ge­ben zu wol­len, dann – und erst dann – kann ich ei­ne rich­ti­ge Dis­kus­si­on, die den Na­men ver­dient hat, füh­ren.“

Auf dem Irr­weg – zwi­schen Po­si­ti­on und In­ter­es­se

Das klas­si­sche Har­vard-kon­zept un­ter­schei­det zwi­schen Po­si­ti­on und In­ter­es­se. Neh­men wir an, es gibt Po­si­ti­on A und Po­si­ti­on B. A: „Ich brau­che das Bud­get!“

B: „Nein, du be­kommst es nicht!“

A: „Ich will die­se An­zahl an Mit­ar­bei­tern!“B: „Nein, du be­kommst sie nicht!“

Um von der Po­si­ti­on zum The­ma In­ter­es­se zu kom­men, gibt es ei­nen ein­fa­chen Trick: Die Fra­ge nach dem `War­um`: „War­um gibst du mir das Bud­get nicht? Was ist dein In­ter­es­se, dein Be­dürf­nis da­hin­ter?“Das Har­vard-kon­zept er­klärt es an­hand ei­ner

Ge­schich­te: Zwei Müt­ter stür­zen auf ei­nen Markt­ver­käu­fer zu, der lei­der nur noch ei­ne Oran­ge hat. Bei­de wol­len die­se Oran­ge ha­ben. Sie strei­ten sich laut­hals. Was soll der Markt­ver­käu­fer tun? Öko­no­misch ge­trie­ben könn­te er die Oran­ge dem­je­ni­gen ver­kau­fen, der das meis­te zahlt. Aus Grün­den der Fair­ness könn­te man zu ei­nem Kom­pro­miss kom­men und je­dem die Hälf­te ge­ben. Viel schlau­er ist es zu fra­gen: „Wo­für brauchst du die Oran­ge?“Ei­ne Mut­ter ant­wor­tet: „Mein Kind liegt krank zu Hau­se und ich möch­te ei­nen fri­schen Oran­gen­saft pres­sen!“Die an­de­re Mut­ter sagt: „Mein Sohn hat mor­gen Ge­burts­tag und er möch­te ei­nen le­cke­ren Ku­chen mit in die Schu­le neh­men. Da­für brau­che ich die Oran­gen­scha­le!“Nun kann der Markt­ver­käu­fer ge­recht und sinn­voll tei­len: Ei­ner Mut­ter kann er die Scha­le ge­ben und der an­de­ren Mut­ter die Frucht, um Saft dar­aus zu ma­chen.

Zu­rück zu un­se­rem Stur­kopf. So­bald wir fra­gen: „War­um ist es für dich so wich­tig? Was steckt da­hin­ter, dass du das so siehst?“ist auch der Stur­kopf of­fen für ei­ne ehr­li­che Dis­kus­si­on – wenn wir es ehr­lich mei­nen!

Ha­ben wir tat­säch­lich ei­nen Stur­kopf ge­gen­über, gibt es al­so letzt­end­lich nur ei­ne Mög­lich­keit: Mit ei­nem po­si­ti­ven Mind­set in jeg­li­che Dis­kus­si­on zu star­ten.

 ??  ?? Meg­han, Du­ch­ess of Sussex (dt. Her­zo­gin von Sussex), wur­de 1981 in Los Angeles, Ka­li­for­ni­en, als Meg­han Mark­le ge­bo­ren. Die als Schau­spie­le­rin be­kann­te Meg­han Mark­le ist seit ih­rer Hoch­zeit mit Prinz Har­ry im Mai 2018 Mit­glied der bri­ti­schen Kö­nigs­fa­mi­lie und trägt den Ti­tel Du­ch­ess of Sussex.
Sie ist be­kannt für ih­re Stur­heit und hat da­mit, als Du­ch­ess of Sussex, im­mer wie­der Auf­se­hen er­regt.
Meg­han, Du­ch­ess of Sussex (dt. Her­zo­gin von Sussex), wur­de 1981 in Los Angeles, Ka­li­for­ni­en, als Meg­han Mark­le ge­bo­ren. Die als Schau­spie­le­rin be­kann­te Meg­han Mark­le ist seit ih­rer Hoch­zeit mit Prinz Har­ry im Mai 2018 Mit­glied der bri­ti­schen Kö­nigs­fa­mi­lie und trägt den Ti­tel Du­ch­ess of Sussex. Sie ist be­kannt für ih­re Stur­heit und hat da­mit, als Du­ch­ess of Sussex, im­mer wie­der Auf­se­hen er­regt.
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 ??  ?? ist pro­mo­vier­te Phy­si­ke­rin, zwei­fa­che Mut­ter und Ge­schäfts­frau. Mit 49 Jah­ren macht sie sich als zer­ti­fi­zier­ter Bu­si­ness-coach, Me­dia­to­rin und Mo­de­ra­to­rin selbst­stän­dig. Sie bringt mit Ih­ren Vor­trä­gen und in pra­xis­na­hen Trai­nings Men­schen in die Selbst­ver­ant­wor­tung und Un­ter­neh­men zum Kul­tur­wan­del. Dr. Ma­ri­on Bur­geois
ist pro­mo­vier­te Phy­si­ke­rin, zwei­fa­che Mut­ter und Ge­schäfts­frau. Mit 49 Jah­ren macht sie sich als zer­ti­fi­zier­ter Bu­si­ness-coach, Me­dia­to­rin und Mo­de­ra­to­rin selbst­stän­dig. Sie bringt mit Ih­ren Vor­trä­gen und in pra­xis­na­hen Trai­nings Men­schen in die Selbst­ver­ant­wor­tung und Un­ter­neh­men zum Kul­tur­wan­del. Dr. Ma­ri­on Bur­geois

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