In Süd­ti­rol (Ita­li­en) gibt es ei­ne Be­rufs­feu­er­wehr: in der Lan­des­haupt­stadt Bo­zen.

Feuerwehr-Magazin - - Inhalt - Text und Fotos: Michael Rüf­fer, Fach­jour­na­list, Re­dak­teur Feu­er­wehr-ma­ga­zin [172]

Sie be­sitzt Spe­zi­al­aus­rüs­tung, die in der ge­sam­ten Pro­vinz zum Ein­satz kommt – bei­spiels­wei­se bei der Was­ser­ret­tung, Wald­brand­be­kämp­fung und Trink­was­ser­ver­sor­gung. Ihr Ka­ta­stro­phen­schutz-equip­ment steht un­ter an­de­rem in über hun­dert 20-Fu­ßCon­tai­nern be­reit.

In Süd­ti­rol (Ita­li­en) gibt es nur ei­ne Be­rufs­feu­er­wehr: in der Lan­des­haupt­stadt Bo­zen. Sie be­sitzt Spe­zi­al­aus­rüs­tung, die in der ge­sam­ten Pro­vinz zum Ein­satz kommt – bei­spiels­wei­se bei der Was­ser­ret­tung, Wald­brand­be­kämp­fung und Trink­was­ser­ver­sor­gung. Ihr Ka­ta­stro­phen­schutz-equip­ment steht un­ter an­de­rem in über 100 See­con­tai­nern be­reit.

Bren­ner­au­to­bahn am 25. Ja­nu­ar 2017 um kurz vor 7 Uhr. Auf der wich­tigs­ten Tran­sit­rou­te zwi­schen Ita­li­en und Deutsch­land rast bei der An­schluss­stel­le Bo­zen-süd ein Sat­tel­zug auf ei­nen wei­te­ren Lkw. Der Fah­rer wird le­bens­ge­fähr­lich ver­letzt und in sei­ner völ­lig de­for­mier­ten Ka­bi­ne ein­ge­klemmt. In der Lan­des­not­ruf­zen­tra­le (LNZ) in Bo­zen nimmt ein Di­s­po­nent den ers­ten An­ruf ent­ge­gen und gibt die In­for­ma­tio­nen um­ge­hend an die Feu­er­wehr­leit­stel­le wei­ter: Alarm für die Be­rufs­feu­er­wehr der Süd­ti­ro­ler Lan­des­haupt­stadt, das

Ro­te Kreuz und den dienst­ha­ben­den Not­arzt der LNZ.

We­nig spä­ter öff­nen sich drei Stock­wer­ke tie­fer in der Fahr­zeug­hal­le der BF fünf To­re. Zwölf Mann des Tur­nus­diens­tes (Wach­ab­tei­lung) und der Ein­satz­of­fi­zier (ge­ho­be­ner Di­enst) rü­cken mit Ein­satz­leit­wa­gen (ELW), Vor­aus­rüst­wa­gen ( VRW), Rüst­wa­gen-kran (Rw-kran), Tank­lösch­fahr­zeug ( TLF) 12000/1000 und Kr­an­wa­gen (KW) aus.

Noch ist es dun­kel an die­sem Win­ter­mor­gen. Die Fas­sa­den der um­lie­gen­den Ge­bäu­de re­flek­tie­ren das Blau­licht der Fahr­zeu­ge. Ihr Ein­satz­horn klingt ty­pisch ita­lie­nisch: Statt im gleich­mä­ßi­gen Vier­ton­ab­stand wie in Deutsch­land er­tönt das Si­gnal mit ei­nem lan­gen Grund­ton und schnel­len Sprün­gen sechs Ton­stu­fen hin­auf.

Im­mer wie­der die Bren­ner­au­to­bahn

Als die Feu­er­wehr­leu­te ein­tref­fen, hat die Po­li­zei die Bren­ner­au­to­bahn – of­fi­zi­ell Au­to­bahn/au­tostra­da 22 – be­reits kom­plett ge­sperrt. So kann die Feu­er­wehr die Ein­satz­stel­le von zwei Sei­ten an­fah­ren. Vor Ort be­frei­en die Ret­tungs­kräf­te den Fah­rer mit hy­drau­li- schem Ret­tungs­ge­rät. Doch für den Mann kommt je­de Hil­fe zu spät: Er stirbt noch an der Un­fall­stel­le.

Der ki­lo­me­ter­lan­ge Rück­stau wird ei­nem wei­te­ren Lkw-fah­rer zum Ver­häng­nis. Ge­gen 10.15 Uhr über­sieht er bei Ne­u­markt das En­de und prallt auf ei­nen Sat­tel­zug. Bei­de Fahr­zeu­ge ver­kei­len sich mit ei­nem wei­te­ren Lkw. Für die er­neut an­rü­cken­de Be­rufs­feu­er­wehr, die­ses Mal un­ter­stützt von der FF Ne­u­markt, bie­tet sich ein ähn­li­ches Bild wie St­un­den zu­vor: Mit Sche­re und Sprei­zer müs­sen die Kräf­te ei­nen ein­ge­klemm­ten Fah­rer aus ei­ner völ­lig zer­stör­ten Ka­bi­ne be­frei­en.

Die Be­sat­zung des Ret­tungs­hub­schrau­bers „Pe­li­kan 1“aus Bo­zen bringt den Ver­letz­ten in ein Kran­ken­haus.

„Die Bren­ne­r­ach­se macht viel Ar­beit“, sagt Dr.-ing. Flo­ri­an Al­ber, seit 2017 Kom­man­dant der Be­rufs­feu­er­wehr Bo­zen. „Täg­lich pas­sie­ren bis zu 40.000 Fahr­zeu­ge un­se­ren Au­to­bahn­ab­schnitt, ein Vier­tel da­von sind Lkw. Da kommt es so häu­fig zu Un­fäl­len, dass sich Prak­ti­kan­ten bei uns wun­dern, wie viel Ein­sat­z­er­fah­rung sie im Un­ter­schied zu ih­rer Hei­mat­feu­er­wehr sam­meln kön­nen. Von un­se­ren 3.072 Ein­sät­zen im Jahr 2017 wa­ren al­lein 2.488 Tech­ni­sche Hil­fe­leis­tun­gen, da­zu ka­men 584 Brän­de. Im Ret­tungs­dienst sind wir nicht tä­tig, son­dern das Ita­lie­ni­sche Ro­te Kreuz und der Lan­des­ret­tungs­ver­ein Wei­ßes Kreuz.“

Zu­sam­men mit Haupt­brand­in­spek­tor Hans­jörg Els­ler, Pres­se­spre­cher der BF, sit­zen wir im Ar­beits­zim­mer des Feu­er­wehr­chefs im neun­stö­cki­gen Bü­ro­turm der Haupt­feu­er­wa­che im Wes­ten der Stadt. Rund ei­nen Ki­lo­me­ter von uns ent­fernt, am Ufer des Flus­ses Ei­sack, ver­läuft die A22. Da­hin­ter ragt ei­ne der Berg­ket­ten auf, die Bo­zen um­schlie­ßen. „Un­se­re Lan­des­haupt­stadt hat et­wa 107.000 Ein­woh­ner, ein Vier­tel der ge­sam­ten Be­völ­ke­rung Süd­ti­rols“, er­klärt Els­ler. „Wir sind die ein­zi­ge Be­rufs­feu­er­wehr in der ge­sam­ten Au­to­no­men Pro­vinz.“

„Ei­gent­lich ist das Feu­er­wehr­we­sen in Ita­li­en zen­tral or­ga­ni­siert und dem In­nen­mi­nis­te­ri­um un­ter­stellt, aber Süd­ti­rol ist auch in die­ser Hin­sicht au­to­nom“, sagt Al­ber (sie­he Kas­ten „Feu­er­weh­ren in Süd­ti­rol“). „Da es in Ita­li­en kei­ne Be­am­ten mehr gibt, sind al­le 149 Bf-mit­ar­bei­ter An­ge­stell­te der Süd­ti­ro­ler Lan­des­ver­wal­tung.“

Der Funk­ti­ons­be­reich Brand­schutz mit der Be­rufs­feu­er­wehr und dem Amt für Brand­ver­hü­tung ist ei­ne von acht Ein­rich­tun­gen, die zur 2016 ge­grün­de­ten Agen­tur für Be­völ­ke­rungs­schutz ge­hö­ren. Sie ist – bis auf den Funk­ti­ons­be­reich Wild­bach­ver­bau­ung – in dem Bü­ro­turm auf dem Ge­län­de der Feu­er­wa­che un­ter­ge­bracht.

In­ge­nieu­re sind die Brand­ex­per­ten

Vier ver­schie­de­ne Lauf­bah­nen un­ter­schei­det die BF Bo­zen. Es be­ginnt im ein­fa­chen Di­enst mit Feu­er­wehr­mann, Ober- und Haupt­feu­er­wehr­mann. Wie in Deutsch­land bil­det meist ei­ne hand­werk­li­che Leh­re die Ba­sis für die Ein­stel­lung. Die Brand­meis­ter (Un­ter­of­fi­zie­re) im mitt­le­ren Di­enst wer­den als Mann­schafts- oder Grup­pen­füh­rer ein­ge­setzt. Ei­ne neun­jäh­ri­ge Di­ens­ter­fah­rung in der ein­fa­chen Lauf­bahn und ein zwei­mo­na­ti­ger Auf­bau­kurs mit Ab­schluss­prü­fung sind da­für Vor­aus­set­zung.

Im ge­ho­be­nen Di­enst fol­gen Brand­in­spek­tor, Ober- und Haupt­brand­in­spek­tor, „Of­fi­zie­re“ge­nannt. Sie müs­sen vor der Aus­bil­dung ei­nen Ab­schluss an ei­ner tech­ni­schen Ober­schu­le vor­wei­sen. Die hö­he­re Lauf­bahn reicht vom Brand­ex­per­ten (ent­spre­chend dem deut­schen Brand­rat) über den Ober­brand­ex­per­ten bis zum Brand­di­rek­tor. Für die­se Lauf­bahn sind ein ab­ge­schlos­se­nes In­ge­nieur­stu­di­um so­wie ei­ne Be­rufs­aus­bil­dung im In- und Aus­land er­for­der­lich. Da­her auch die in­ter­ne Be­zeich­nung „In­ge­nieu­re“.

„Feu­er­wehr­leu­te ver­die­nen bei uns we­ni­ger als in Deutsch­land“, be­rich­tet Els­ler. „Da­für ha­ben wir ei­ne 38-St­un­den-wo­che. Ei­ne Schicht dau­ert 12 St­un­den. Al­le An­we­sen­hei­ten sind Ar­beits­zeit. Au­ßer­ge­wöhn­li­ches wie Brand­schutz­diens­te, Aus­bil­dung und das Kom­pen­sie­ren von Kran­ken­stän­den wird durch Über­stun­den­leis­tun­gen ab­ge­deckt.“

„Das ist für un­se­re Mit­ar­bei­ter ei­ne gro­ße Be­las­tung und for­dert viel En­ga­ge­ment“, be­tont Al­ber, der in Wien Elek­tro­tech­nik stu­diert hat. „Aber mit der Ein­hal­tung der EUVor­ga­ben, in 7 Ta­gen die durch­schnitt­li­che Ar­beits­zeit von 48 St­un­den ein­schließ­lich Über­stun­den nicht zu über­schrei­ten, ha­ben

wir kei­ne Pro­ble­me.“Rund die Hälf­te der Mit­ar­bei­ter ge­he noch ei­nem Ne­ben­er­werb nach. Al­ler­dings ge­be es ei­ne Zeit- und Ein­kom­mens­gren­ze, die nicht über­schrit­ten wer­den dür­fe. Ei­ne ei­ge­ne Fir­ma und ein fes­tes An­ge­stell­ten­ver­hält­nis sei­en grund­sätz­lich nicht er­laubt.

Auf dem Weg ins Trep­pen­haus spricht ein Kol­le­ge den Feu­er­wehr­chef an – auf Ita­lie­nisch. „Zwei­spra­chig­keit ist bei uns Ein­stel­lungs­vor­aus­set­zung“, er­klärt Al­ber. „Je nach Lauf­bahn müs­sen die Kennt­nis­se auf un­ter­schied­li­chen Ni­veaus nach­ge­wie­sen wer­den. Tei­le der Aus­bil­dung fin­den an der staat­li­chen Feu­er­wehr­schu­le in Rom statt. Und im Ein­satz ist es ganz nor­mal, dass je­mand in der ei­nen Spra­che an­ge­funkt wird und in der an­de­ren Spra­che ant­wor­tet. “

Ein paar Trep­pen tie­fer und ei­ni­ge Gän­ge wei­ter weist uns ein Schild an ei­ner durch­fen- ster­ten Tür den Weg in die „Fahr­zeug­hal­le/ Sa­la Mac­chi­ne”. Vor uns ste­hen die meis­ten der 82 Ein­satz­fahr­zeu­ge der Be­rufs­feu­er­wehr Bo­zen, auf Ita­lie­nisch Cor­po per­ma­nen­te Vi­gi­li del Fuo­co di Bol­za­no (sie­he Kas­ten „Feu­er­wehr-wör­ter­buch“). An der Wand hängt die Ein­satz­klei­dung der so ge­nann­ten ers­ten Mann­schaft, die das Stan­dard-ein­satz­mit­tel der BF be­setzt: ein Tank­lösch­fahr­zeug (TLF) 2500 von BAI auf Vol­vo-ba­sis. Ge­nau ge­nom­men sind es zwei TLF – wie bei vie­len Fahr­zeug­ty­pen der Bo­ze­ner exis­tiert ein bau­glei­ches zwei­tes Ex­em­plar.

Vie­le Red­un­dan­zen im Fuhr­park

„Wir ha­ben vie­le Red­un­dan­zen im Fuhr­park, weil wir in ganz Süd­ti­rol und manch­mal auch dar­über hin­aus tä­tig sind“, be­tont Haupt­brand­in­spek­tor Martin Gas­ser, der für den Be­reich Tech­nik zu­stän­dig ist. „2017 sind wir zu 167 Ein­sät­zen au­ßer­halb der Ge­mein­de Bo­zen aus­ge­rückt: 74-mal wa­ren wir in­ner­halb des Be­zirks Bo­zen, 91-mal in der rest­li­chen Pro­vinz und zwei­mal au­ßer­halb Süd­ti­rols tä­tig. Dem­ent­spre­chend lang sind die Fahrt­zei­ten. Bei Par­al­lel­ein­sät­zen kön­nen wir dann ein zwei­tes Fahr­zeug be­set­zen.“

So ste­hen bei­spiels­wei­se zwei vier­ach­si­ge Groß­t­ank­lösch­fahr­zeu­ge (TLF 12000/1000), zwei kom­pak­te Rüst­wa­gen-kran (Rw-kran) und zwei ge­län­de­gän­gi­ge Vor­aus­rüst­wa­gen (VRW) auf Mer­ce­des G auf der Wa­che. Be­ein­dru­ckend ist auch der Be­stand an Hu­bret­tungs­fahr­zeu­gen: Auf vier Dreh­lei­tern (DLK) 23-12 von Bau­jahr 1989 bis 2015 von vier ver­schie­de­nen Her­stel­lern plus ei­ne 44-Me­terHu­bret­tungs­büh­ne von Bron­to Sky­lift kann die Be­rufs­feu­er­wehr zu­grei­fen.

„Als Lan­des­ein­rich­tung ha­ben wir all das, was es in Süd­ti­rol nur ein­mal gibt, zum Bei­spiel zwei Kr­an­wa­gen und Aus­rüs­tung für Ein­sät­ze mit ra­dio­ak­ti­vem Ma­te­ri­al“, sagt Al­ber. „Fahr­zeu­ge und Aus­rüs­tung be­schaf­fen wir selbst. Mein Ziel ist es, den Fuhr­park zu ver­ein­heit­li­chen und nicht wei­ter aus­zu­bau­en. Wir ha­ben das Ma­xi­mum er­reicht.“

Im Haus­halt sei­en die Per­so­nal­kos­ten der größ­te Pos­ten. „Un­se­re Per­so­nal­de­cke ist zwar dünn, aber wir kom­men da­mit gut klar“, er­klärt der Feu­er­wehr­chef. In vier Schich­ten – ge­nannt Tur­nus – ar­bei­ten die Mann­schafts­dienst­gra­de auf der Haupt­wa­che. Pro Tur­nus ste­hen 17 Kräf­te be­reit. Ei­ner da­von ist ein Haupt­brand­meis­ter, der als Tur­nu­s­lei­ter (Wach­ab­tei­lungs­lei­ter) fun­giert. Zwei be­set­zen die Ein­satz­leit­stel­le im obers­ten Ge­schoss über der Fahr­zeug­hal­le. Zu ih­nen wer­den die Feu­er­wehr-no­t­ru­fe aus Bo­zen

durch­ge­stellt, die ne­ben­an in der Lan­des­not­ruf­zen­tra­le ein­ge­hen.

„Zehn Mann sind bei uns Stan­dard­stär­ke, da­mit er­le­di­gen wir 95 Pro­zent der Ein­sät­ze. Dann blei­ben noch vier für wei­te­re Alar­me“, sagt Els­ler. „Bei Brän­den heißt das: Der Ret­tungs­trupp kommt erst im zwei­ten Mo­ment.“Als Füh­rungs­dienst ist ein Of­fi­zier im­mer auf der Wa­che an­we­send, ein wei­te­rer be­fin­det sich in Be­reit­schaft. Au­ßer­dem kann die Leit­stel­le je­der­zeit ei­nen der In­ge­nieu­re alar­mie­ren. Drei frei­wil­li­ge Feu­er­weh­ren mit wei­te­ren 150 Kräf­ten un­ter­stüt­zen die BF bei grö­ße­ren La­gen oder Par­al­lel­ein­sät­zen. „Je­de Wo­che hat ei­ne FF ‚hei­ße Be­reit­schaft‘ und be­setzt bei Be­darf die Wa­che“, so der Pres­se­spre­cher, der oft als Ein­satz­of­fi­zier Di­enst leis­tet.

Els­ler geht zu ei­nem Mer­ce­des 300 GD mit Kof­ler-aus­bau, der ei­ne ein­zel­ne blaue Rund­um­kenn­leuch­te auf dem Dach trägt. Auf der ei­nen Sei­te des Ge­län­de­wa­gens steht „Brand­ur­sa­che­nermitt­lung“, auf der an­de­ren „Ri­cer­ca Cau­sa In­cen­dio“.

„Als Mit­ar­bei­ter der Be­rufs­feu­er­wehr sind wir Of­fi­zie­re in der Aus­übung un­se­rer Funk­ti­on hö­he­re Amts­trä­ger der Ge­richts­po­li­zei“, er­zählt der Haupt­brand­in­spek­tor. „In den letz­ten Jah­ren sind wir im­mer häu­fi­ger von lo­ka­len Po­li­zei­kräf­ten zur Fest­stel­lung der Brand­ur­sa­chen hin­zu­alar­miert wor­den. Wir füh­ren im Jahr zir­ka 50 Er­mitt­lun­gen durch, oft mit meh­re­ren Orts­ter­mi­nen. Da­für nut­zen wir die­ses Fahr­zeug, das mit Schutz­klei­dung, Ana­ly­se­und Do­ku­men­ta­ti­ons­aus­rüs­tung, Leuch­ten und ei­ner te­le­sko­pier­ba­ren trag­ba­ren Lei­ter be­la­den ist.“

Mit dem Land Ro­ver zum Wald­brand

Ein Dis­play in der Fahr­zeug­hal­le zeigt die letz­ten fünf Ein­sät­ze an. „7:10 Uhr: Brand im Frei­en/all’aper­to, Eu­ro­päi­scher Fern­wan­der­weg“steht dort ganz oben. Auf ei­nem Kar­ten­aus­schnitt ist ei­ne kur­vi­ge Berg­stra­ße in­mit­ten von Wald- und Wie­sen­flä­chen zu se­hen. „Der Ein­satz­ort lag über 1.100 Me­ter über Nor­mal­hö­hen­null (NHN)“, be­rich­tet Els­ler. „Für uns ist das nichts Un­ge­wöhn­li­ches: Das Ge­mein­de­ge­biet von Bo­zen reicht von 232 Me­ter bis auf 1.616 Me­ter über NHN. Wir ha­ben klei­ne, wen­di­ge Fahr­zeu­ge, um auch ab­ge­le­ge­ne Stel­len er­rei­chen zu kön­nen. Das kön­nen wir ger­ne mal de­mons­trie­ren.“

Der Haupt­brand­in­spek­tor spricht kurz mit dem Tur­nu­s­lei­ter. Kur­ze Zeit spä­ter rü­cken wir von der Wa­che aus. Wie beim Lösch­zug Wald­brand üb­lich, fährt ein Elw-ge­län­de – wahl­wei­se auf BMW X5 oder Mer­ce­des G – vor­weg. Es fol­gen zwei Ge­län­de­fahr­zeu­ge (GLF) Wald­brand, auf Ita­lie­nisch viel klang­vol­ler als Vei­co­lo fuo­ri stra­da (VFS) per speg­ni­men­to in­cen­dio boschi­vo be­zeich­net. Sie ba­sie­ren auf Pick-ups: Land Ro­ver De­fen­der und Mer­ce­des G. Auf der La­de­flä­che sind auf Füh­rungs­schie­nen je­weils Lösch­con­tai­ner ein­ge­scho­ben.

Brand­meis­ter Nor­bert Bor­to­la­meot­ti lotst un­se­re Ko­lon­ne am Steu­er des ELW durch die Stadt und dann ei­ne Ser­pen­ti­ne nach der an­de­ren den Berg hin­auf. Den LZ kom­plet­tie­ren wür­de ei­gent­lich noch ein TLF 2500, das spe­zi­ell fürs Ge­län­de kon­zi­piert wur­de. Der Mer­ce­des 1124 be­sitzt All rad­an­trieb, Sing­le- be­rei­fung und zwei Hoch­druckSchnell an­gri ff shas­peln, von de­nen ei­ne ei­nen 150 Me­ter lan­gen flam­men be­stän­di­gen Schlauch ent­hält.

Wir ha­ben un­ser Ziel er­reicht: ei­nen ein­spu­ri­gen Weg im Grü­nen ober­halb Bo­zens, das sich vor uns im Tal aus­brei­tet. Bei bei­den Glf-wald­brand greift sich je­weils ein Feu­er­wehr­mann ei­ne Lösch­pis­to­le und rollt den form­sta­bi­len Schlauch von ei­ner Has­pel ab. Der Ma­schi­nist wirft der­weil den Zwei zy­lin­der- die­sel­mo­tor an, der die Dop­pel mem­bran pum­pe an­treibt. Mit ei­nem schma­len Sprüh­strahl strömt das Was­ser aus den Lösch­pis­to­len. „Der Edel­stahl-tank auf dem Con­tai­ner fasst 730 Li­ter Lösch­was­ser und 50 Li­ter Schaum­mit­tel“, sagt Bor­to­la­meot­ti. „Des­we­gen sind die Fahr­zeu­ge auch bei Tief­ga­ra­gen brän­den sehr prak­tisch .“

Was­ser­ret­tung aus der Luft

„Die Wald­brand be­kämp­fung ist ei­ne der Son­der­auf­ga­ben, die wir bei Be­darf in ganz Süd­ti­rol und in an­gren­zen­den Län­dern leis­ten“, so Pres­se­spre­cher Els­ler. „Da­für ste­hen uns auch drei Ab­roll­be­häl­ter Wald­brand zur Ver­fü­gung: ei­ner mit Schaum­mit­tel und zwei mit je­weils 28.000 Li­tern Lösch­was­ser. Au­ßer­dem be­sit­zen wir di­ver­se falt­ba­re Lösch­be­häl­ter, schwimm­fä­hi­ge Wald­brand­pum­pen, Ge­gen­feu­er fa­ckeln so­wieLöschk übel und Las­ten­net­ze für Hub­schrau­ber.“

Sze­nen­wech­sel: der Fluss Ei­sack, mit­ten in Bo­zen. Drei Ein­satz­kräf­te ha­ben ein Raf­ting­boot vom An­hän­ger ge­zo­gen und ins Was­ser ge­scho­ben. Zwei Mann in Fluss­ret­tungs­Schutz aus­rüs­tung stei­gen ein und ar­bei­ten sich mit Pad­deln ge­gen die Strö­mung vor. „Die Was­ser- und die Hö­hen­ret­tung sind wei­te­re Son­der­auf­ga­ben von uns“, er­zählt Els­ler. „Ein­sät­ze auf Flüs­sen neh­men zu. Vie­le Fließ­ge­wäs­ser wer­den zur Ener­gie­ge­win­nung auf­ge­staut. Da­durch kommt es teil­wei­se zu ei­nem plötz­li­chen An­stieg des Pe­gels mit ei­ner bis zu 100-fa­chen Was­ser­men­ge. Ein ty­pi­sches Sze­na­rio für uns: Tou­ris­ten sind von dem An­stieg über­rascht wor­den und sit­zen auf ei­ner In­sel im Fluss fest.“

Schon im Grund­lehr­gang wird je­der Bo­ze­ner Feu­er­wehr­mann in der Was­ser­ret­tung aus­ge­bil­det. „Da­her ha­ben wir ge­nug Kräf­te, um rund um die Uhr zu Was­ser­not­fäl­len aus­rü­cken zu kön­nen“, so der Pres­se­spre­cher. Un­ter­stützt wird die BF von der Was­ser­ret­tung Süd­ti­rol, die ih­re Tä­tig­keit im Rah­men des Zi­vil­schut­zes aus­übt. In Bo­zen hel­fen

au­ßer­dem noch die frei­wil­li­gen Be­zirks­feu­er­wehr­tau­cher mit.

Ei­ne Spe­zia­li­tät der BF ist der luft­ge­stütz­te Ein­satz, auf An­for­de­rung in ganz Süd­ti­rol. Da­für müs­sen die Kräf­te ei­ne Fort­bil­dung und al­le 6 Mo­na­te ei­ne Win­den­übung ab­sol­vie­ren. Beim Stich­wort „Per­son im Was­ser“alar­miert die Leit­stel­le ei­nen der bei­den ganz­jäh­rig be­setz­ten Ret­tungs­hub­schrau­ber (RTH) in Süd­ti­rol und zwei Fahr­zeu­ge der Be­rufs­feu­er­wehr. Meist ist es der Bo­ze­ner „Pe­li­kan 1“, der zur Feu­er­wa­che fliegt, um zwei fer­tig aus­ge­rüs­te­te Was­ser­ret­ter auf­zu­neh­men. Die­se flie­gen dann di­rekt zur Ein­satz­stel­le, wei­te­re Kräf­te fol­gen in den Fahr­zeu­gen.

Täg­lich Wech­sel auf der Flug­ha­fen­wa­che

Den Brand­schutz bei Start und Lan­dung des Hub­schrau­bers si­cher­zu­stel­len, ist für die Be­rufs­feu­er­wehr­leu­te ei­ne Rou­ti­ne-tä­tig­keit: Sie be­set­zen reih­um die zwei­te Feu­er­wa­che der BF auf dem Bo­ze­ner Flug­ha­fen und sind da­für ent­spre­chend aus­ge­bil­det.

Der Süd­ti­ro­ler Re­gio­nal­flug­ha­fen wird seit 2015 nicht mehr von Li­ni­en­flü­gen, son­dern nur noch von Char­ter­flü­gen, der all­ge­mei­nen Luft­fahrt (pri­va­te und ge­werb­li­che Flü­ge) und dem Mi­li­tär ge­nutzt. Von der In­ter­na­tio­na­len Zi­vil­luft­fahrt­or­ga­ni­sa­ti­on (In­ter­na­tio­nal Ci­vil Avia­ti­on Or­ga­niza­t­i­on, ICAO) wird der Air­port ak­tu­ell in die Brand­schutz­ka­te­go­rie 3 von ins­ge­samt 10 mög­li­chen ein­ge­stuft. Die­se Ka­te­go­ri­en rich­ten sich nach der Grö­ße der lan­den-

den Flug­zeu­ge und schrei­ben dem­ent­spre­chend Per­so­nal, Lösch­fahr­zeu­ge und Lösch­mit­tel vor.

„Re­gu­lär leis­ten täg­lich von 5.30 Uhr bis 23.30 Uhr fünf Mann Di­enst hier auf der Wa­che“, be­rich­tet Els­ler, als wir vor dem drei­ge­schos­si­gen Flach­dach­bau ste­hen. „Vier Kräf­te be­set­zen ei­nen ELW und zwei Flug­ha­fen­lösch­fahr­zeu­ge (FLF). Ei­ne bleibt in der Zen­tra­le, die über ei­ne Stand­lei­tung zum To­wer ver­fügt.“

Schwe­re Rä­um­fahr­zeu­ge für Ka­ta­stro­phen­ein­sät­ze

Je­den Tag fin­det ein Per­so­nal­wech­sel zwi­schen den bei­den Feu­er­wa­chen statt. „Da­mit die Mann­schaft am Flug­ha­fen nicht ein­ros­tet und Er­fah­rung im klas­si­schen Ein­satz­dienst sam­melt“, so der Pres­se­spre­cher. In Spit­zen­zei­ten in den Mo­na­ten Ju­ni bis Au­gust, wenn die Char­ter­flü­ge zu­neh­men und die Brand­schutz­ka­te­go­rie auf 5 er­höht wird, stockt die BF das Per­so­nal auf acht Kräf­te auf. „Das wird aus der Frei­zeit ab­ge­deckt, das heißt mit Über­stun­den“, er­zählt Els­ler.

Bei ei­nem Flug­un­fall rückt auch die Haupt­wa­che nach, un­ter an­de­rem mit Groß­t­ank­lösch­fahr­zeu­gen so­wie ei­nem Wech­sel­la­der­fahr­zeug (WLF) und ei­nem Ab­roll­be­häl­ter Schnell-ein­satz-grup­pe Mas­sen­an­fall von Ver­letz­ten (AB SEG-MANV) für den Auf­bau ei­ne Be­hand­lungs­plat­zes für 30 Ver­letz­te oder Er­krank­te (BHP 30). „Pro Schicht ist min­des­tens ein Ret­tungs­sa­ni­tä­ter nach deut­schem Stan­dard im Di­enst, der zu­sam­men mit ei­nem Fah­rer das WLF be­setzt“, so der Pres­se­spre­cher. „Die SEG stellt dann das Ro­te Kreuz.“Sämt­li­che Feu­er­wehr­fahr­zeu­ge sind für Ein­sät­ze auf dem Flug­feld zu­sätz­lich zu den blau­en Kenn­leuch­ten auch mit gel­ben aus­ge­stat­tet.

Vor der Wa­che ist in ei­nem Was­ser­ne­bel­schlei­er die Sil­hou­et­te ei­nes Flug­zeugs er­kenn­bar. Der Ma­schi­nist des neu­es­ten FLF 7000/840 auf MAN TGS 33.540 6x6, Bau­jahr 2013, hat den Strahl des fern­ge­steu­er­ten Dach­wer­fers dar­auf ge­rich­tet. „Das üben die Flf-ma­schi­nis­ten je­den Mor­gen“, er­klärt Bor­to­la­meot­ti. „Un­se­re Schlos­ser ha­ben die Flug­zeugat­trap­pe selbst ge­baut – nach dem Vor­bild der Münch­ner Flug­ha­fen­feu­er­wehr.“

98 Pro­zent des Flug­ha­fen­diens­tes be­ste­hen aus Be­reit­schaft. Da­her kann sich die Mann­schaft um ein wei­te­res Auf­ga­ben­feld küm­mern, das die Be­rufs­feu­er­wehr ab­deckt: den Ka­ta­stro­phen­schutz (Kats). Bor­to­la­meot­ti öff­net ein gro­ßes Schie­be­tor auf der Rück­sei­te der Wa­che. In ei­ner gro­ßen Hal­le ste­hen je­de Men­ge ro­te 20-Fu­ßCon­tai­ner, sau­ber in zwei La­gen über­ein­an­der­ge­sta­pelt.

„In den ins­ge­samt 102 Con­tai­nern be­fin­det sich un­ter an­de­rem die Aus­rüs­tung für ei­ne Zelt­stadt, da­mit wir bei Ein­sät­zen aut­ark ar­bei­ten kön­nen. Das be­inhal­tet auch

die kom­plet­te In­fra­struk­tur mit Kü­che, Werk­stät­ten, Toi­let­ten und Was­ser­ver­sor­gung“, er­klärt der Brand­meis­ter. „Die See­con­tai­ner las­sen sich per Lkw, Flug­zeug oder Schiff trans­por­tie­ren.“

„Kats-ma­te­ri­al in die­sem Um­fang ist schon et­was Be­son­de­res“, sagt Haupt­brand­in­spek­tor Gas­ser. „Da es in Süd­ti­rol kein Tech­ni­sches Hilfs­werk gibt, sind wir für Groß­scha­dens­la­gen – et­wa nach Über­schwem­mun­gen, ex­tre­men Schnee­fäl­len und Erd­be­ben – aus­ge­rüs­tet. Üb­ri­gens ste­hen wir im Aus­tausch mit dem THW, wo wir bei­spiels­wei­se schon ei­nen Kurs zum Ab­stütz­sys­tem ab­sol­viert ha­ben.“

Zum Fuhr­park der BF Bo­zen zäh­len Rad­la­der und Schnee­frä­sen, die auf ei­ge­nen Sat­tel­zü­gen zum Ein­satz­ort trans­por­tiert wer­den kön­nen. Da­mit sind die Süd­ti­ro­ler nicht nur in der ei­ge­nen Pro­vinz, son­dern auch in an­de­ren ita­lie­ni­schen Re­gio­nen und im an­gren­zen­den Aus­land un­ter­wegs. „Wir sind dann je­weils dem ört­li­chen Kom­man­dan­ten un­ter­stellt“, er­zählt Gas­ser.

Feu­er­wehr hilft bei Trink­was­ser-knapp­heit

Aus der Ka­ta­stro­phen­schutz­hal­le fährt Brand­meis­ter Bor­to­la­meot­ti ein be­son­de­res Ge­spann her­aus: ei­ne Man-zug­ma­schi­ne mit ei­nem 30.000-Li­ter-trink­was­ser­auf­lie­ger. „Der wird we­gen sei­ner Form ‚Schin­ken­wurst‘ ge­nannt“, schmun­zelt Els­ler. „Trink­was­ser­trans­por­te füh­ren wir in ganz Süd­ti­rol durch. Hö­her­ge­le­ge­ne Ge­mein­den ver­fü­gen über we­ni­ger Qu­el­len, nach ei- nem tro­cke­nen Win­ter gibt es im Som­mer oft Eng­päs­se.“

Bei ei­nem Trink­was­ser­man­gel ver­stän­digt sich der Bür­ger­meis­ter ei­nes Ber­gor­tes mit sei­nem Nach­barn im Tal. Dann fah­ren Bo­ze­ner Feu­er­wehr­leu­te dort­hin, fül­len die Tanks und brin­gen sie zur Qu­el­le, um das Was­ser dort ein­zu­spei­sen. Ne­ben dem Sat­tel­zug be­sitzt die BF auch noch Ab­roll­be­häl­ter und ei­nen Schnell­wech­sel­auf­bau für den Trink­was­ser­trans­port. „Mo­men­tan be­lie­fern wir drei Or­te“, er­zählt der Pres­se­spre­cher.

Im ELW fah­ren wir zu­rück zur Haupt­wa­che. Das Mit­tag­es­sen steht an. Ei­ne Mahl­zeit pro Tag er­hal­ten die Mit­ar­bei­ter gra­tis: Wer mehr als 9 St­un­den ar­bei­tet, hat in Ita­li­en An­recht auf ein Mit­tag- oder ein Abend­es­sen. Drei Gän­ge müs­sen es mit­tags sein – auf das Es­sen le­gen die Süd­ti­ro­ler viel Wert. Pro Schicht leis­tet ein Koch Di­enst, die Kol­le­gen un­ter­stüt­zen ihn. Heu­te gibt es Pas­ta mit Pil­zen als Vor­spei­se, Rin­der­bra­ten mit Reis und Ge­mü­se als Haupt­gang und zum Nach­tisch ein Des­sert. „Wir ha­ben vie­le Prak­ti­kan­ten hier, vor al­lem aus München, aber bei­spiels­wei­se auch aus Ham­burg und Berlin“, er­zählt Els­ler. „Die ge­hen nicht nur mit grö­ße­rer Ein­sat­z­er­fah­rung, son­dern auch mit 2 oder 3 Ki­los mehr nach Hau­se.“

Am Tisch sit­zen al­le bei­sam­men: Von der Se­kre­tä­rin über die Mann­schafts­dienst­gra­de, Of­fi­zie­re und In­ge­nieu­re bis hin zum Kom­man­dan­ten. Die Ge­sprä­che ge­hen mun­ter in Deutsch und Ita­lie­nisch durch­ein­an­der. Ei­ner be­rich­tet vom letz­ten Hö­hen­ret­tungs­ein­satz, ein an­de­rer stimmt sich mit ei­nem Kol­le­gen über ei­nen Trink­was­ser­trans­port ab, auch der letz­te Wald­brand ist ein The­ma. Al­le hof­fen, dass nicht wie­der ein Alarm das Es­sen un­ter­bricht.

„Wir neh­men zwar vie­le Son­der­auf­ga­ben wahr, kön­nen uns aber kei­ne Spe­zia­lis­ten leis­ten“, re­sü­miert Feu­er­wehr­chef Al­ber bei ei­ner Tas­se Espresso. „Eben noch beim Lk­wUn­fall auf der Bren­ner­au­to­bahn, musst du dich beim nächs­ten Ein­satz als Was­ser­ret­ter vom Hub­schrau­ber ab­win­schen. Und spä­ter stehst du vor ei­ner schma­len, kur­vi­gen Berg­stra­ße, die du mit dem Trink­was­ser-sat­tel­zug rück­wärts hoch­fah­ren musst.“ Kon­takt: Be­rufs­feu­er­wehr Bo­zen, Dru­su­s­al­lee 116, 39100 Bo­zen, Ita­li­en, Te­le­fon 0039/0471/415700, email bf-bz@pro­vinz.bz.it, www.pro­vinz.bz.it/feu­er­wehr­dienst/

Foto: Rüf­fer

Auf dem Walt­her­platz in der Alt­stadt ha­ben sich Ein­satz­kräf­te der BF Bo­zen vor den Fahr­zeu­gen des Lösch­zugs auf­ge­stellt: DLK, TLF 2500, Elw-ge­län­de (von links). Zehn Kräf­te sind die Stan­dard­stär­ke bei Alar­men.

Blick auf die Haupt­wa­che. Im drit­ten Ober­ge­schoss über der Fahr­zeug­hal­le be­fin­den sich die Feu­er­wehr­leit­stel­le und die Lan­des­not­ruf­zen­tra­le. 82 Ein­satz­fahr­zeu­ge um­fasst der Bf-fuhr­park.

Zu den Auf­ga­ben der Ein­satz­off­zie­re wie Flo­ri­an Schrof­fe­negger zählt auch die Brand­ur­sa­che­nermitt­lung. Für Orts­ter­mi­ne steht ein Mer­ce­des 300 GD zur Ver­fü­gung.

Pres­se­spre­cher HBI Hans­jörg Els­ler (Mit­te), be­rei­tet Espresso an der Bar zu. Da­vor be­fin­det sich Feu­er­wehr­chef Flo­ri­an Al­ber (links) im Ge­spräch mit Brand­meis­ter Paul Perk­mann (rechts).

Seit 2017 lei­tet Dr.-ing. Flo­ri­an Al­ber als Kom­man­dant die BF Bo­zen. Der Obrbrand­ex­per­te hat in Wien Elek­tro­tech­nik stu­diert.

Gleich zwei die­ser TLF 12.000/1000 auf vier­ach­si­gen MAN TGS 25.540 8x6h be­sit­zen die Bo­ze­ner. Auf dem Dach ist ein fern­steu­er­ba­rer Dachmo­ni­tor mon­tiert.

Aus ei­ner ita­lie­ni­schen Zen­tral­be­schaf­fung stammt die­ses TLF 2500 mit in­te­grier­ter Staf­fel­ka­bi­ne von BAI auf Vol­vo FL 290 4x2, Bau­jahr 2010. Es dient als Stan­dard-lösch­fahr­zeug im ers­ten Ab­marsch. Die BF ver­fügt über ein zwei­tes, bau­glei­ches Ex­em­plar.

Drei der vier Dreh­lei­tern, die zum Fuhr­park der Be­rufs­feu­er­wehr zäh­len. Die neu­es­te DLK auf Mer­ce­des Eco­nic 1830 (rechts) lie­fer­te Ro­sen­bau­er 2015 aus.

Als LF mit Lösch­ka­no­ne be­zeich­net die BF die­sen MAN 35.540 8x6h. Er trägt ei­nen Schnell­wech­sel­auf­bau von Pich­ler und Ja­c­in­to mit 10.000 l Was­ser, 1.000 l Schaum­mit­tel und Brand­be­kämp­fungs­tur­bi­ne EMI TT20.

Zwei­spra­chi­ges Är­me­l­ab­zei­chen der BF mit dem Wap­pen von Bo­zen (links) und Süd­ti­rol (rechts).

Was­ser­ret­tungs­übung auf dem Ei­sack. Dort kommt es oft zu Not­fäl­len, weil Tou­ris­ten von dem plötz­lich an­stei­gen­den Pe­gel über­rascht wer­den.

Die BF kann zu Was­ser­ret­tungs-ein­sät­zen in ganz Süd­ti­rol alar­miert wer­den. Um zwei Kräf­te schnell zum Ein­satz­ort brin­gen zu kön­nen, wer­den die­se mit dem Ret­tungs­hub­schrau­ber – hier „Pe­li­kan 1“aus Bo­zen – auf­ge­nom­men und hin­ge­flo­gen.

Ein Pkw ist in den Wolgs­grub­ner­see am Rit­ten ge­stürzt. Au­gen­zeu­gen ha­ben be­reits den schwer­ver­letz­ten Fah­rer ge­ret­tet. Vom Boot aus kon­trol­lie­ren Was­ser­ret­ter der BF Bo­zen, ob sich noch wei­te­re Per­so­nen im Fahr­zeug be­fan­den.

Auf ei­nem Mer­ce­des Vario 818 D ba­siert die­ser Ge­rä­te­wa­gen Tau­cher, den Kof­ler 2004 aus­bau­te.

Zwei LKW auf Ive­co LMV M 65 E 19 WM 4x4 ge­hö­ren zum Fuhr­park der BF. Sie wa­ren von Ive­co De­fen­se Ve­hi­cles, ei­nem in Bo­zen an­säs­si­gen Un­ter­neh­mens­teil für Mi­li­tär­fahr­zeu­ge, als Pro­to­ty­pen für den Zi­vil­be­reich ge­dacht. Die­ses Ex­em­plar hat Ja­c­in­to als Klein­lösch­fahr­zeug auf­ge­baut, das zwei­te dient als Mehr­zweck­fahr­zeug.

Wald- und Flä­chen­brän­de sind in dem ber­gi­gen Um­land oft nur schwer zu er­rei­chen. Da­her be­sitzt die BF zwei wen­di­ge Ge­län­de­fahr­zeu­ge (GLF) Wald­brand: ei­nen Land Ro­ver De­fen­der (links) und ei­nen Mer­ce­des G (rechts). An Bord sind je­weils ei­ne Lösch­an­la­ge mit 730 l Was­ser und 50 l Schaum­mit­tel.

Spe­zi­ell für die Wald­brand­be­kämp­fung: TLF 2500 von BAI auf Mer­ce­des 1124 4x4.

Auf der Wa­che: Wald­brand-aus­bil­dung an ei­nem Was­ser­be­häl­ter mit Mit­ar­bei­tern des Tur­nus­diens­tes ( Wach­ab­tei­lung).

Am Re­gio­nal­flug­ha­fen Bo­zen be­setzt die Be­rufs­feu­er­wehr die Feu­er­wa­che. Nur zur Char­ter­flug­zeit von Ju­ni bis Au­gust wird die Wach­stär­ke er­höht.

Brand­meis­ter Nor­bert Bor­to­la­meot­ti zeigt den In­halt ei­nes der See­con­tai­ner: Feld­bet­ten, Schlaf­sä­cke und De­cken.

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