Zu­las­sun­gen

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Um ei­nen Blau­licht­bal­ken of­fi­zi­ell ver­wen­den zu kön­nen, muss ei­ne licht­tech­ni­sche Typ­ge­neh­mi­gung vor­lie­gen. Bis zur Ein­füh­rung von in­ter­na­tio­na­len Re­ge­lun­gen war da­zu Pa­ra­graph 22a der Stra­ßen­ver­kehrsZu­las­sungs-ord­nung (STVZO), Tech­ni­sche An­lei­tung (TA) Nr. 13a und Er­läu­te­rung zur TA 13a, für die na­tio­na­le Zu­las­sung maß­geb­lich. Seit dem 3. Ju­li 1994 ist die Re­ge­lung Nr. 65 (ECE-R 65) „Ein­heit­li­che Be­din­gun­gen für die Ge­neh­mi­gung von Kenn­leuch­ten (Warn­leuch­ten) für Blink­licht für Kraft­fahr­zeu­ge“der Uni­ted Na­ti­ons Eco­no­mic Com­mis­si­on for Eu­ro­pe (ECE, = Wirt­schafts­kom­mis­si­on für Eu­ro­pa der Ver­ein­ten Na­tio­nen) in Deutsch­land an­er­kannt und in na­tio­na­les Recht über­nom­men.

Vor­ge­ge­ben wer­den hier un­ter an­de­rem die Licht­stär­ke, Licht­ver­tei­lung, Licht­far­be und die Blink­fre­quenz. Un­ter­schie­den wird zwi­schen Leuch­ten mit nur ei­nem Licht­stär­ke­pe­gel (Klas­se 1) und mit zwei Licht­stär­ke­pe­geln (um­schalt­ba­re Tag-/nacht-licht­stär­ke = Klas­se 2). Auch der Be­triebs­tem­pe­ra­tur­be­reich und die Was­ser­dicht­heit wer­den in der ECE-R 65 de­fi­niert.

Ein wei­te­res Muss für die Zu­las­sung von Blau­licht­bal­ken ist der Nach­weis der elek­tro­ma­gne­ti­schen Ver­träg­lich­keit (EMV), zum Bei­spiel nach der EGRicht­li­nie 72/245/EWG in der Fas­sung der Richt­li­nie 95/54/EG vom 31. Ok­to­ber 1995 be­zie­hungs­wei­se der Richt­li­nie 2004/104/EG vom 14. Ok­to­ber 2004. Die Emv-typ­ge­neh­mi­gung kann aber auch nach der ECE-R 10, Re­vi­si­on 2 „Ein­heit­li­che Be­din­gun­gen für die Ge­neh­mi­gung der Fahr­zeu­ge hin­sicht­lich der elek­tro­ma­gne­ti­schen Ver­träg­lich­keit“er­fol­gen.

Man­che Her­stel­ler bie­ten als Op­ti­on zu­sätz­lich ei­ne Zu­las­sung nach den Vor­schrif­ten der In­ter­na­tio­na­len Zi­vil­luft­fahrt­or­ga­ni­sa­ti­on (In­ter­na­tio­nal Ci­vil Avia­ti­on Or­ga­niza­t­i­on, ICAO) an. Wenn Fahrt­rich­tungs­an­zei­ger so­wie Be­gren­zungs-, Schluss- und Brems­leuch­ten in den Bal­ken ein­ge­baut wer­den, müs­sen die­se der ECE-R 6 be­zie­hungs­wei­se ECE-R 7 ent­spre­chen. Wer­den Blau­licht­bal­ken mit ei­ner akus­ti­schen Son­der­si­gnal­an­la­ge kom­bi­niert, ist für die­se wie­der­um die Er­fül­lung der DIN 14610 „Akus­ti­sche War­nein­rich­tun­gen für be­vor­rech­tig­te We­ge­be­nut­zer“maß­ge­bend.

Blau­licht als Son­der­si­gnal gibt es in Deutsch­land zwar schon seit den 1930er Jah­ren. Blau üb­ri­gens des­halb, weil die­se Far­be für feind­li­che Bom­ber-pi­lo­ten nicht so gut zu er­ken­nen sein soll­te. Aber zu­nächst ver­wen­de­ten die Kon­struk­teu­re nach vorn ge­rich­te­te Schein­wer­fer mit blau­en Schei­ben.

Die ers­te Rund­um­kenn­leuch­te brach­te die Fir­ma Au­er um 1955 auf den Markt. Durch den wirt­schaft­li­chen Auf­schwung im Nach­kriegs­deutsch­land hat­te der Stra­ßen­ver­kehr zu­ge­nom­men und die Sicht­bar­keit der Ein­satz­fahr­zeu­ge muss­te ver­bes­sert wer­den. Da­her gab die le­gen­dä­re Au­er-leuch­te ein rund­um sicht­ba­res, fla­ckern­des Blin­ken von sich. Er­mög­licht wur­de die­se 360-Grad-ab­strah­lung durch ein Lin­sen­sys­tem. Spä­ter ent­wi­ckel­ten an­de­re Her­stel­ler das Dreh­spie­gel-prin­zip: Un­ter ei­ner blau­en Licht­hau­be dreht sich um ei­ne fest­ste­hen­de Glüh­bir­ne ein Hohl­spie­gel.

Be­reits in den 1970er Jah­ren ka­men in den USA die ers­ten Dach­bal­ken­sys­te­me auf den Markt. In Deutsch­land stell­te Hel­la im Jahr 1984 als ei­ne der ers­ten Fir­men ei­nen Blau­licht­bal­ken in Mo­dul­bau­wei­se vor: die RTK 4-SL (Rund­um-ton-kom­bi­na­ti­on mit Stadt-land-schal­tung des akus­ti­schen Si­gnals). Sie ging 1986 in Se­ri­en­pro­duk­ti­on.

Seit den 1990er Jah­ren rüs­te­ten die Her­stel­ler ih­re Kenn­leuch­ten zu­neh­mend mit Dop­pel-blitz­Tech­nik (St­ro­bo­skop-tech­nik) aus. Die da­für ver­wen­de­ten Xe­n­onLam­pen bie­ten im Ver­gleich zu kon­ven­tio­nel­len Leucht­mit­teln bes­se­re Licht­wer­te, ei­nen ge­rin­gen Ener­gie­ver­brauch und ei­ne län­ge­re Le­bens­dau­er. Als ge­rich­te­te Blitz­leuch­ten fan­den sie mas­sen­haft in Form von Front­blit­zern im Küh­ler­grill Ver­wen­dung.

Im Ver­lauf der letz­ten 10 Jah­re hat sich im Blau­licht­be­reich die Led-tech­nik im­mer mehr durch­ge­setzt. Sie er­mög­licht ei­ne noch bes­se­ren Ener­gie­bi­lanz, ei­ne hö­he­re Lang­le­big­keit und klei­ne­re Bau­grö­ßen der Kenn­leuch­ten. Die LEDS wur­den von Jahr zu Jahr leis­tungs­fä­hi­ger. Durch den Aus­bau von Fer­ti­gungs­ka­pa­zi­tä­ten wur­de das An­ge­bot im­mer grö­ßer, die Prei­se fie­len dem­ent­sp­re- chend. So sind Ein­satz­fahr­zeu­ge mitt­ler­wei­le Stand der Tech­nik, bei de­nen nicht nur die Blau­lich­ter, son­dern auch die Warn- und Ar­beits­lich­ter so­wie die Um­feld­und Ge­rä­te­räum­be­leuch­tung LEDS ent­hal­ten.

Ers­tes Blau­licht mit 360-Grad-ab­strah­lung in Deutsch­land: die so ge­nann­te Au­er-leuch­te aus den 1950er Jah­ren.

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