UG-ÖEL Bay­ern

Feuerwehr-Magazin - - Fahrzeuge - Text und Fotos: Max Kun­kel, Feu­er­wehr-ma­ga­zin-au­tor [4579]

Durch das Baye­ri­sche Ka­ta­stro­phen­schutz­ge­setz ist ein­deu­tig fest­ge­legt, dass die je­weils zu­stän­di­ge Ka­ta­stro­phen­schutz­be­hör­de (in der Re­gel die kreis­freie Stadt oder der Land­kreis) be­reits vor­ab fach­lich ge­eig­ne­te Per­so­nen als Ört­li­che Ein­satz­lei­ter (ÖEL) zu be­nen­nen hat. Im Ka­ta­stro­phen­fall ob­liegt al­so die Ein­satz­lei­tung am Ort des Ge­sche­hens dem vor­be­nann­ten Ört­li­chen Ein­satz­lei­ter, wel­cher so­mit al­len ein­ge­setz­ten Kräf­ten wei­sungs­be­fugt ist.

Der ÖEL hin­ge­gen un­ter­liegt auch den Wei­sun­gen der zu­stän­di­gen Ka­ta­stro­phen­schutz­be­hör­de, kon­kre­ter der Füh­rungs­grup­pe Ka­ta­stro­phen­schutz (FÜGK), wel­che in der Re­gel aus ei­nem fest de­fi­nier­ten Füh­rungs­zen­trum her­aus agiert. Zu die­sem Zweck wird in den meis­ten Fäl­len ein La­ge- und Füh­rungs­raum im Rat­haus, im Land­rats­amt oder in­ner­halb ei­ner Feu­er­wa­che/in­te­grier­ten Leit­stel­le vor­ge­hal­ten.

Al­ler­dings kann bay­ern­weit die je­wei­li­ge Ört­li­che Ein­satz­lei­tung auch zu grö­ße­ren Ein­satz­la­gen un­ter­halb der Ka­ta­stro­phen­schwel­le alar­miert wer­den, so­fern die­se ei­nen er­höh­ten Ko­or­di­nie­rungs­be­darf er­for­dern. Dies ist dann ge­ge­ben, wenn das Aus­maß des Scha­dens­er­eig­nis­ses so groß ist, dass das Zu­sam­men­wir­ken meh­re­rer Be­hör­den, Or­ga­ni­sa­tio­nen und Fach­diens­te not­wen­dig wird. Ein klas­si­sches Bei­spiel für ei­ne der­ar­ti­ge La­ge stellt ein aus­ge­dehn­ter Groß­brand dar, der sich auch auf die lo­ka­le In­fra­struk­tur (Ver­kehr, Strom, Was­ser und Ähn­li­ches) aus­wirkt.

In je­dem Fall wird dem Ört­li­chen Ein­satz­lei­ter ei­ne Un­ter­stüt­zungs­grup­pe (UG), die UG-ÖEL, zur Sei­te ge­stellt, wel­che die­sen so­wohl tech­nisch als auch per­so­nell ent­las­tet. Ana­log da­zu gibt es für die – dem ÖEL eben­falls un­ter­stell­te – Sa­ni­täts­ein­satz­lei­tung (SANEL: Lei­ten­der Not­arzt (LNA) und Or­ga­ni­sa­to­ri­scher Lei­ter Ret­tungs­dienst (OR­GEL)) ei­ne UG-SANEL. In Bay­ern ist es in der Re­gel üb­lich, dass die UG-ÖEL als Ein­heit des Ka­ta­stro­phen­schut­zes ei­ner Feu­er­wehr zu­ge­ord­net ist, wel­che sich so­wohl für Fahr­zeug und Tech­nik als auch das Per­so­nal ver­ant­wort­lich zeich­net.

ei­nen 9,5-kva-end­ress-strom­er­zeu­ger ESE 907 DBG ES DIN, ei­ne mo­bi­le Be­schal­lungs­an­la­ge zur War­nung der Be­völ­ke­rung, Aus­rüs­tung zur Ver­kehrs­ab­si­che­rung, Ab­sperr­ma­te­ria­li­en, Hand­feu­er­lö­scher und di­ver­se Ka­bel­trom­meln be­inhal­tet. Au­ßer­dem wird hier ein Po­wer­moon ge­la­gert, wel­cher zu­sätz­lich an dem heck­sei­ti­gen Funk­mast be­fes­tigt wer­den kann, um den Be­reich rund um den ELW groß­zü­gig aus­leuch­ten zu kön­nen. Dies stellt ei­ne op­ti­ma­le Er­gän­zung zu der LEDUm­feld­be­leuch­tung dar, wel­che auf al­len Sei­ten im Kof­fer­auf­bau in­te­griert ist.

In ei­nem seit­li­chen St­au­fach wer­den zwei Tun­nel­te­le­fo­ne mit­ge­führt, da sechs Ei­sen­bahn­tun­nel der Ice-stre­cke Berlin-münchen im Be­reich des Land­krei­ses Eich­stätt ver­lau­fen. Zwei wei­te­re seit­li­che St­au­fä­cher die­nen ein­mal der Ein­spei­se­mög­lich­keit von Strom so­wie di­ver­sen Funk- und Me­di­en­an­schlüs­sen so­wie als War­tungs­zu­gang für die Kli­ma­an­la­ge. Auf der Bei­fah­rer­sei­te ist au­ßer­dem ei­ne Mar­ki­se aus dem Hau­se Thu­le über dem Zu­gangs­be­reich als Wet­ter­schutz an­ge­bracht.

Der ELW wur­de nach den De­si­gn­vor­ga­ben des Land­rats­am­tes gestal­tet und be­sticht durch ei­ne auf­fäl­li­ge gel­be, re­tro­re­flek­tie­ren­de Be­kle­bung so­wie je­weils ein groß­flä­chi­ges Land­kreis­wap­pen an den Sei­ten. Die Son­der­si­gnal­an­la­ge setzt sich aus ei­nem Hel­la RTK 7 Led-bal­ken samt Po­wer­blitz und in­te­grier­tem Druck­kam­mer­laut­spre­cher, zwei Hänsch Sput­nik Sl-front­blit­zern so­wie zwei Brit­ax R62 In­ter­sec­tion-lights in der Front­stoß­stan­ge zu­sam­men. Am Heck wird die Son­der­si­gnal­an­la­ge durch je­weils vier blaue und vier oran­ge Brit­ax PHLL140-001 Led-leuch­ten kom­plet­tiert.

Ins­ge­samt bie­tet das Fahr­zeug Platz für bis zu acht Ein­satz­kräf­te, so­dass bei Be­darf auch mit ei­ner dop­pel­ten Be­sat­zung aus­ge­rückt wer­den kann. Soll­te das 210.000 Eu­ro teu­re Fahr­zeug nicht aus­rei­chen, kann auf das Ein­satz­leit­kon­zept der Re­gi­on 10 – so wird der Groß­raum In­gol­stadt, wel­cher ne­ben der kreis­frei­en Stadt In­gol­stadt auch die Land­krei­se Eich­stätt, Neu­burg-schro­ben­hau­sen und Pfaf­fen­ho­fen um­fasst, auch ge­nannt – zu­rück­ge­grif­fen wer­den. Die­ses setzt sich aus ei­nem Ab­roll­be­häl­ter (AB) Ein­satz­lei­tung (BF In­gol­stadt) und ei­nem Ab-be­spre­chung (WF Au­di In­gol­stadt) zu­sam­men. Pro Jahr wer­den durch­schnitt­lich 20 bis 30 Ein­sät­ze durch die et­wa 20 Mit­glie­der der UG-ÖEL be­werk­stel­ligt.

„UG-ÖEL“– mit die­sen Wes­ten kenn­zeich­nen sich die Mit­glie­der der Un­ter­stüt­zungs­grup­pe Ört­li­che Ein­satz­lei­tung.

Ein 9,5-kva-strom­er­zeu­ger, Si­che­rungs­ma­te­ri­al und wei­te­res Zu­be­hör sind im Heck ver­staut.

Vor al­lem der Raum­ge­winn wird beim Ver­gleich des neu­en ELW mit sei­nem Vor­gän­ger auf VW Craf­ter deut­lich. Der Kof­fer­auf­bau bie­tet deut­lich mehr Vo­lu­men. Aber das Neu­fahr­zeug ist auch er­heb­lich län­ger.

Da­mit der Auf­bau im Be­trieb nicht zu sehr schau­kelt, müs­sen die­se Stüt­zen her­un­ter­ge­las­sen wer­den.

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