Mit Led-tech­nik las­sen sich fla­che und ae­ro­dy­na­misch ge­form­te Blau­licht­bal­ken bau­en, die ei­ne ho­he Warn­wir­kung bie­ten.

Feuerwehr-Magazin - - Inhalt - Text: Michael Rüf­fer, Fach­jour­na­list, Re­dak­teur Feu­er­wehr-ma­ga­zin [5374]

Wir er­klä­ren, wel­che An­for­de­run­gen die Si­gnal­an­la­gen er­fül­len müs­sen, wel­che Op­tio­nen sie bie­ten und stel­len ei­ne Aus­wahl von Mo­del­len vor.

Mit LEDS las­sen sich fla­che und ae­ro­dy­na­misch ge­form­te Blau­licht­bal­ken bau­en. Sie er­mög­li­chen ei­ne ho­he Warn­wir­kung, ei­nen ge­rin­gen Ener­gie­ver­brauch und ei­ne ho­he Lang­le­big­keit. Wir er­klä­ren, wel­che Op­tio­nen die Si­gnal­an­la­gen bie­ten und wel­che An­for­de­run­gen sie er­fül­len müs­sen. Da­zu stel­len wir ei­ne Aus­wahl von sie­ben ak­tu­el­len Mo­del­len vor.

Alarm­fahr­ten be­deu­ten Stress – in ers­ter Li­nie für den Ma­schi­nis­ten des Ein­satz­fahr­zeugs. Denn mit der Zu­nah­me des In­di­vi­du­al­ver­kehrs und der da­mit ver­bun­de­nen Fahr­zeug­dich­te ha­ben es Be­hör­den und Or­ga­ni­sa­tio­nen mit Si­cher­heits­auf­ga­ben (BOS) im­mer schwe­rer, sich auf Alarm­fahr­ten freie Bahn zu ver­schaf­fen. Hin­zu kommt, dass man­che Au­to­fah­rer her­an­na­hen­de Feu­er­wehr­fahr­zeu­ge gar nicht oder zu spät wahr­neh­men. An­de­re mes­sen ih­nen kei­ne gro­ße Be­deu­tung bei und ver­hal­ten sich eher gleich­gül­tig. Die in­ten­si­ve Warn­wir­kung von Son­der­si­gnal­an­la­gen spielt da­her ei­ne im­mer grö­ße­re Rol­le.

Herz­stück der op­ti­schen Warn­an­la­gen für Ein­satz­fahr­zeu­ge sind Blau­lich­ter, die für ei­ne 360-Grad-ab­strah­lung sor­gen. In Deutsch­land wer­den sie in der Stra­ßen­ver­kehrs-zu­las­sungs-ord­nung (STVZO), Pa­ra­graph 52, als „Kenn­leuch­ten für blau­es Blink­licht – Rund­um­licht“be­zeich­net. Sie sind – in Ver­bin­dung mit dem Ein­satz­horn – die Min­dest­vor­aus­set­zung, um ge­mäß Stra­ßen­ver­kehrs-ord­nung (STVO), Pa­ra­graph 38, We­ge­recht in An­spruch neh­men zu kön­nen.

Klas­sisch sind die Rund­um­kenn­leuch­ten in Form von ein­zel­nen Blau­lich­tern. Seit den 1980er Jah­ren ha­ben sich in Deutsch­land Blau­licht­bal­ken – auch

Licht-, Warn- oder Son­der­si­gnal­bal­ken ge­nannt – auf dem Markt eta­bliert (sie­he Kas­ten „Ge­schich­te des Blau­lichts“). Zu­nächst mit Dreh­spie­gel­leuch­ten, dann mit Xe­non-blitz­tech­nik.

Mitt­ler­wei­le hat sich die en­er­gie­spa­ren­de und lang­le­bi­ge LED (light-emit­ting di­ode, deutsch lich­te­mit­tie­ren­de Di­ode) als Leucht­mit­tel durch­ge­setzt. Dank ih­rer ge­rin­gen Grö­ße und ho­hen Leucht­kraft las­sen sich sehr fla­che, ae­ro­dy­na­misch güns­ti­ge Ge­häu­se rea­li­sie­ren. Raf­fi­nier­te Lin­sen­sys­te­me vor den LEDS sor­gen für die ge­wünsch­te Ab­strah­lung.

Bei man­chen Blau­licht­bal­ken lässt sich die Licht­stär­ke zwi­schen Tag- und Nacht-

Mo­dus um­stel­len, teil­wei­se ge­schieht dies auch au­to­ma­tisch. „ Aus un­se­rer Sicht ist die Um­schal­tung ei­ne wich­ti­ge Op­ti­on“, be­tont Klaus Pfif­fer, Tech­ni­scher Sup­port bei Warn­sys­tem-her­stel­ler Stand­by Pinsch. „So wird bei Dun­kel­heit die Blend­wir­kung re­du­ziert und die Ener­gie­bi­lanz noch­mals ver­bes­sert.“

Mo­du­la­rer Auf­bau

Grund­sätz­lich bie­ten Bal­ken-sys­te­me den Vor­teil, dass die Kenn­leuch­ten im Ge­häu­se nicht nur an den Ecken, son­dern ban­dar­tig ne­ben­ein­an­der mon­tiert und um wei­te­re op­ti­sche Kom­po­nen­ten er­gänzt wer­den kön­nen. „Bei Blau­licht­bal­ken gibt es kei­ne Stan­dard­lö­sung“, sagt Tho­mas Du­min, Ac­count Ma­na­ger beim Licht- und Elek­tro­nik­ex­per­ten Hel­la. „Sie sind als Bau­kas­ten­sys­tem mo­du­lar auf­ge­baut. Durch ei­ne Viel­zahl von Kon­fi­gu­ra­ti­ons­mög­lich­kei­ten lässt sich die Aus­stat­tung in­di­vi­du­ell an den Fahr­zeug­typ und des­sen Funk­ti­on an­pas­sen.“

Bei man­chen Her­stel­lern kön­nen Feu­er­weh­ren zwi­schen farb­los-trans­pa­ren­ten Hau­ben mit blau­en LEDS und blau­en Hau­ben wäh­len. Au­ßer­dem las­sen sich – je nach Her­stel­ler – wei­te­re op­ti­sche so­wie akus­ti­sche Kom­po­nen­ten in das Bal­ken­ge­häu­se in­te­grie­ren, bei­spiels­wei­se:

Zu­satz­blit­zer,

Fern­blitz (auch Po­wer­blitz ge­nannt) für weit­rei­chen­de Warn­wir­kung bei schnel­len Fahr­ten, et­wa auf Au­to­bah­nen,

LEDS für gel­bes Blink­licht

zur Ab­si­che­rung,

nach hin­ten ge­rich­te­te Blitzer

als Heck­warn­leuch­ten,

Front­schein­wer­fer (Ta­ke Down Light) als Ar­beits­leuch­te für den Be­reich vor dem Fahr­zeug,

Sei­ten­schein­wer­fer (Al­ley Light) als

Um­feld­be­leuch­tung links und rechts,

360-Grad-such­schein­wer­fer,

Fahrt­rich­tungs­an­zei­ger und Brems­leuch­ten nach STVZO (nur mit ge­son­der­ter Ge­neh­mi­gung),

Si­gnal­leuch­ten zur Kenn­zeich­nung

der Ein­satz­lei­tung,

In­fra­rot­licht-mo­du­le für die Er­kenn­bar­keit aus der Luft mit Hub­schrau­ber-nacht­sicht­ge­rä­ten,

Be­schrif­tun­gen, hin­ter­leuch­te­te Trans­pa­ren­te mit Be­schrif­tung oder in­di­vi­du­ell pro­gram­mier­ba­re LEDVoll­ma­trix zur An­zei­ge von Tex­ten,

in­te­grier­te elek­tro­ni­sche

Ton­fol­ge­an­la­ge, ## ein oder meh­re­re Laut­spre­cher, in­te­griert oder ab­ge­setzt, für Son­der­si­gnal und Sprach­durch­sa­gen,

in­te­grier­te Kom­pres­sor­an­la­ge, um auf dem Bal­ken Press­luft­hör­ner mon­tie­ren zu kön­nen. Zu den Kon­fi­gu­ra­ti­ons-mög­lich­kei­ten ge­hö­ren meist auch ver­schie­de­ne Montage-ar­ten:

Fest auf dem Dach ver­baut.

An der Dach­re­ling mon­tiert.

Mit Ma­gnet­hal­tern be­fes­tigt.

Je nach Her­stel­ler wer­den uni­ver­sel­le so­wie fahr­zeug­spe­zi­fi­sche Trä­ger­sys­te­me an­ge­bo­ten.

Ver­brei­tet ist, bei den Bal­ken zwi­schen 12- und 24-Volt-ver­sio­nen wäh­len zu kön­nen. Die An­steue­rung er­folgt ent­we­der ana­log oder di­gi­tal über ein CAN-BUSPro­to­koll. Be­tä­tigt wer­den die Bal­ken mit Schal­tern be­zie­hungs­wei­se Tas­ten, die im Fahr­zeug fest in­stal­liert sind, oder über ab­ge­setz­te Be­dien­tei­le.

Be­trieb nur mit Zu­las­sung

Pas­send zum Fahr­zeug las­sen sich ver­schie­de­ne Balken­län­gen or­dern. Vie­le Her­stel­ler füh­ren ei­ne Pa­let­te von Stan­dard­län­gen im Pro­gramm, die den gän­gi­gen Ka­ros­se­rieb­rei­ten ent­spre­chen. Auf Wunsch lie­fern die An­bie­ter meist auch Son­der­län­gen. Au­ßer­dem sind (zwei-)ge­teil­te Va­ri­an­ten auf dem Markt. Sie er­mög­li­chen bei­spiels­wei­se bei Hu­bret­tungs­fahr­zeu­gen das Ab­le­gen des Lei­ter­parks be­zie­hungs­wei­se Hu­barms zwi­schen den bei­den Kenn­leuch­ten auf der Fah­rer­ka­bi­ne. Auch das Plat­zie­ren ei­ner Press­luft­horn-an­la­ge zwi­schen den bei­den Tei­len ist ei­ne gän­gi­ge Va­ri­an­te.

Für die Zu­las­sung im Stra­ßen­ver­kehr müs­sen die Licht­bal­ken ei­ne Typ­ge­neh­mi­gung ge­mäß Re­ge­lung Nr. 65 (ECE-R 65) „Ein­heit­li­che Be­din­gun­gen für die Ge­neh­mi­gung von Kenn­leuch­ten (Warn­leuch­ten) für Blink­licht für Kraft­fahr­zeu­ge“be­sit­zen (sie­he Kas­ten „Zu­las­sun­gen“). Au­ßer­dem ist die elek­tro­ma­gne­ti­sche Ver­träg­lich­keit (EMV) ent­spre­chend den gül­ti­gen Richt­li­ni­en nach­zu­wei­sen. So soll ver­hin­dert wer­den, dass die Bal­ken durch elek­tri­sche oder elek­tro­ma­gne­ti­sche Ef­fek­te an­de­re tech­ni­sche Ge­rä­te stö­ren oder durch die­se ge­stört wer­den.

In un­se­rer Markt­über­sicht stel­len wir sie­ben Led-blau­licht­bal­ken vor, die laut Her­stel­ler die­se Zu­las­sun­gen be­sit­zen. Sie stam­men von den Fir­men Ec­co/brit­ax, Fe­deral Si­gnal Va­ma, Hänsch, Haz­tec, Hel­la, Stand­by Pintsch und Whe­len.

Foto: Hel­la

Ho­he Warn­wir­kung: LEDBlau­licht­bal­ken las­sen sich für Feu­er­wehr­fahr­zeu­ge auf Pkw-, Trans­por­ter- und Lkw-ba­sis ver­wen­den, hier am Bei­spiel des Mo­dells Hel­la RTK7.

Foto: Whe­len

Für die Aus­leuch­tung der Ein­satz­stel­le links und rechts vom Fahr­zeug bie­ten vie­le Bal­kenHer­stel­ler op­tio­nal so ge­nann­te Al­ley Lights (Mit­te) an, so auch Whe­len beim Li­ber­ty II WC.

Die­se De­tail­an­sicht des 12+ Se­ries Van­ta­ge von Ec­co/ Brit­ax zeigt ein Lin­sen­sys­tem vor den LEDS, das für die ge­wünsch­te Streu­ung des Lichts sorgt.

Fotos (2): Rüf­fer

Bei­spiel für ei­ne nach vorn ge­rich­te­te Ar­beits­leuch­te (Ta­ke Down Light), hier im Bal­ken RTK7 von Hel­la.

In man­che Licht­bal­ken – wie den Hänsch DBS 4000 – kön­nen Heck­warn­sys­te­me in Form von gel­ben LED-BLIT­zern in­te­griert wer­den. Foto: Hänsch

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