Flug­platz Ahl­hor­ner Hei­de

Feuerwehr-Magazin - - Reportage -

Der Flug­platz Ahl­hor­ner Hei­de wur­de wäh­rend des Ers­ten Welt­kriegs 1916 als Mi­li­tär­luft­schiff­ha­fen der Kai­ser­li­chen Ma­ri­ne er­rich­tet. Die rund 25 dort sta­tio­nier­ten Luft­schif­fe dien­ten un­ter an­de­rem der Fern­auf­klä­rung auf der Nord­see. 1918 kam es in ei­ner der Luft­schiff­hal­len auf dem Ge­län­de zu ei­nem Feu­er. Nach­dem die Flam­men auf Gas­be­stän­de über­ge­grif­fen wa­ren, zer­stör­te ei­ne ge­wal­ti­ge Ex­plo­si­on meh­re­re Hal­len und Luft­schif­fe.

Zwi­schen 1938 und 1945 dien­te der Flie­ger­horst der Luft­waf­fe der Wehr­macht als Stütz­punkt. Bis zu sei­ner Zer­stö­rung 1945 durch die Roy­al Air Force flo­gen Kampf­gesch­wa­der von dort An­grif­fe ge­gen al­li­ier­te Schiffs­ver­bän­de.

Die Bri­ten stell­ten den Flug­platz nach En­de des Zwei­ten Welt­kriegs und in An­bah­nung des Kal­ten Kriegs wie­der her. Sie nutz­ten ihn un­ter an­de­rem für Me­te­or-nf11-nacht­jä­ger. De­ren Vor­gän­ger wur­den im Zwei­ten Welt­krieg für die Be­kämp­fung deut­scher V1-RA­ke­ten ein­ge­setzt. Da­für setz­te sich das Flug­zeug ne­ben die Bom­be und der Pi­lot brach­te die V1 durch Ab­kip­pen mit dem Flü­gel („tip­ping“) zum Ab­sturz. Dies galt als un­ge­fähr­li­cher als der Ab­schuss aus nächs­ter Nä­he.

Im Ok­to­ber 1958 über­gab die Roy­al Air Force die Sta­ti­on an die Luft­waf­fe der Bun­des­wehr, die ihn bis 2005 nutz­te. Seit 2009 ge­hört das 307 Hek- tar gro­ße Ge­län­de der Jo­hann Bun­te Bau­un­ter­neh­mung Gm­bh & Co. KG und seit 2013 baut die Be­trei­ber­ge­sell­schaft Me­tro­pol­park Han­sa­li­nie Gm­bh es zu ei­nem Lo­gis­tik-, Tech­no­lo­gie- und Ge­wer­be­park mit dem Na­men „Me­tro­pol­park Han­sa­li­nie“aus.

To­wer und Flug­feld­be­feue­rung blei­ben er­hal­ten, um ei­ne flie­ge­ri­sche Nut­zung wei­ter­hin zu ge­währ­leis­ten. Ne­ben der zi­vi­len Nut­zung, wie zum Bei­spiel für Fahr­si­cher­heits­trai­nings und Pkw-test­fahr­ten von Au­to­zeit­schrif­ten, mie­tet die Luft­waf­fe den Flug­platz ge­le­gent­lich für Luft­lan­de­übun­gen. Au­ßer­dem be­fin­den sich ein As­phalt­misch­werk, ein So­lar­park, ein Wohn­park für Ern­te­hel­fer und ein Gleis­an­schluss auf dem Are­al.

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