Die Mann­schaft der FF Hei­de (SH)

Feuerwehr-Magazin - - Inhalt - Text und Fo­tos: Ti­mo Jann, Feu­er­wehr-ma­ga­zin-au­tor, Schleswig-hol­stein-kor­re­spon­dent [5856]

scheut sich nicht, ein­ge­fah­re­ne Pfa­de zu ver­las­sen. Sie trifft sich nicht zu Di­ens­ten, son­dern zum Trai­ning. Die Kräf­te ha­ben die Uni­form ge­gen Ta­ges­dienst­klei­dung ge­tauscht. Es gibt ei­ne Staf­fel für den Atem­schutz­not­fall nach Ber­li­ner Vor­bild, Zu­stän­dig­kei­ten wer­den de­le­giert und die Mar­ke­ting-ag sorgt für ei­ne stär­ke­re Wahr­neh­mung der Feu­er­wehr in der Stadt.

Die Mann­schaft der FF Hei­de (SH) scheut sich nicht, ein­ge­fah­re­ne Pfa­de zu ver­las­sen. Sie trifft sich nicht zu Di­ens­ten, son­dern zum Trai­ning. Sie hat die Uni­form ge­gen Ta­ges­dienst­klei­dung ge­tauscht und es gibt ei­ne Staf­fel für den Atem­schutz­not­fall nach Ber­li­ner Vor­bild. Die Mar­ke­ting-ag sorgt au­ßer­dem da­für, dass die Feu­er­wehr in der Stadt wahr­ge­nom­men wird.

An die Ge­schich­te, wie er die Dreh­lei­ter (DLAK) 23/12 für „sei­ne“Feu­er­wehr ge­kauft hat, er­in­nert sich Ulf Ste­cher, der Bür­ger­meis­ter von Hei­de (Kreis Dith­mar­schen), ger­ne zu­rück. „Es war ein au­ßer­ge­wöhn­li­cher Coup. Wir hat­ten da­mals mit der al­ten Lei­ter tech­ni­sche Pro­ble­me und uns in Karls­ru­he bei Metz in­for­miert. Da be­ka­men wir ei­ne sehr güns­ti­ge Dreh­lei­ter an­ge­bo­ten, de­ren Kauf ich so­fort zu­ge­sagt ha­be. Oh­ne Be­schluss der Rats­ver­samm­lung. Als ich dann nach der Rück­kehr die Po­li­tik in­for­mier­te, war die Auf­re­gung groß. Als ich aber sag­te, wir könn­ten die Lei­ter mit 40.000 Eu­ro Ge­winn ja auch so­fort wei­ter­ver­kau­fen, gab es die Zu­stim­mung zu dem Schnäpp­chen doch ganz schnell“, be­rich­tet Ste­cher, der frü­her selbst ein­mal ak­tiv war.

Das neu­es­te Fahr­zeug der FF Hei­de ist ein Hil­fe­leis­tungs-lösch­grup­pen­fahr­zeug (HLF) 20 mit Zu­satz­be­la­dung: Nach dem Vor­bild

der Ber­li­ner Feu­er­wehr ist in der 22.000-Ein­woh­ner-stadt ei­ne Atem­schutz-not­fall trai­nier­te Staf­fel (A.N.T.S.) ein­satz­be­reit, die mit die­sem Fahr­zeug aus­rückt. Ro­sen­bau­er hat­te das HLF auf ei­nem MAN TGM 13.290 auf­ge­baut. „Ro­sen­bau­er war der ein­zi­ge Auf­bau­her­stel­ler, der in der Ka­bi­ne die von uns ge­for­der­ten vier Zwei­fla­schen­ge­rä­te für un­se­ren Vie­rer­trupp un­ter­brin­gen konn­te“, be­rich­tet Gui­do Brandt, Staf­fel­füh­rer der A.N.T.S.

„Wir pfle­gen seit 1984 ei­ne Part­ner­schaft zur Ber­li­ner Feu­er­wehr und konn­ten uns vor Ort von den Vor­tei­len des Kon­zep­tes zur Ret­tung ver­un­glück­ter Atem­schutz­ge­rä­te­trä­ger über­zeu­gen“, sagt Brandt. 3 Jah­re dau­er­te es, die Hei­der Staf­fel auf­zu­bau­en und aus­zu­bil­den. Brandt: „Es war zeit­lich be­trach­tet ein glück­li­cher Zu­fall, dass un­se­re Vor­be­rei­tun­gen mit der Be­schaf­fung des neu­en HLF par­al­lel lie­fen. Da konn­ten wir gleich al­les für die A.N.T.S. bei der Be­le­gung des Fahr­zeugs be­rück­sich­ti­gen und muss­ten kein Fahr­zeug aus dem Be­stand nach­rüs­ten.“

Ne­ben den Zwei­fla­schen­ge­rä­ten für den Trupp ge­hö­ren un­ter an­de­rem Wär­me­bild­ka­me­ra, Not­fall­ta­sche, Ret­tungs­hau­ben und ei­ne mo­di­fi­zier­te Schleif­korb­tra­ge zur Zu­satz­aus­stat­tung. Wer in Hei­des Son­der­staf­fel da­bei sein möch­te, muss min­des­tens 3 Jah­re Ein­satz­pra­xis als Atem­schutz­trä­ger mit­brin­gen und zu zahl­rei­chen Son­der­trai­nings be­reit sein. Denn nur mit über­durch­schnitt­lich aus­ge­bil­de­tem Per­so­nal kann ver­un­glück­ten Ka­me­ra­den op­ti­ma­le Hil­fe ge­bo­ten wer­den.

Ne­ben dem Staf­fel­füh­rer und dem Ma­schi­nis­ten gibt es den Vie­rer­trupp für den Ein­satz un­ter Atem­schutz. Nach Feu­er­wehr­Dienst­vor­schrift 7 wird ein min­des­tens zwei Mann star­ker Si­cher­heits­trupp ge­for­dert. Doch in dop­pel­ter Stär­ke und mit mehr Atem­luft­vor­rat am Mann ist die A.N.T.S. deut­lich bes­ser ein­setz­bar, ist Brandt über­zeugt. Je­des Trupp­mit­glied (Num­mer 1 bis 4) hat da­bei ei­ne fes­te Auf­ga­be: ## Num­mer 1 führt den Trupp und be­ur­teilt die Ge­fah­ren­la­ge. ## Num­mer 2 und 3 sind für

die Ret­tung zu­stän­dig. ## Num­mer 4 sorgt für den

Ei­gen­schutz.

Der Staf­fel steht ei­ne ein­ge­schweiß­te Kar­te zur Ver­fü­gung, die zeigt, was die Funk­tio­nen 1 bis 4 im Ein­satz mit­neh­men müs­sen.

Hand­schal­tung nicht mehr zeit­ge­mäß

Das HLF 20 ver­fügt über ein All­rad­fahr­ge­stell und ein Au­to­ma­tik­ge­trie­be. „Hand­schal­tung ist nicht mehr zeit­ge­mäß“, er­klärt Hei­des Ge­mein­de­wehr­füh­rer An­dré Ei­chert. 1.600 Li­ter Was­ser und 180 Li­ter Schaum­mit­tel ste­hen als Lösch­mit­tel zur Ver­fü­gung. Op­tisch hebt sich das in Ver­kehrs­rot (RAL 3020) la­ckier­te HLF 20 vom üb­li­chen Feu­er­rot (RAL 3000) ab. Ei­chert: „Die neue Far­be fällt mehr auf.“Fast al­le Hei­der Fahr­zeu­ge ver­fü­gen über ei­ne wei­ße Schraf­fur am Heck als Warn­mar­kie­rung, die neu­en Fahr­zeu­ge auch über ei­ne re­flek­tie­ren­de Kon­tur­be­kle­bung. Kommt es im Kreis Dith­mar­schen zu ei­nem grö­ße­ren Brand mit ei­nem be­son­de­ren Ge­fähr­dungs­po­ten­zi­al (Tief­ga­ra­ge, ver­zweig­te Kel­ler, gro­ße Wohn­an­la­gen) für die ein­ge­setz­ten Atem­schutz­ge­rä­te­trä­ger, kann der Ein­satz­lei­ter

die A.N.T.S. an­for­dern. Brandt: „Aber ei­ne Staf­fel ist zu we­nig. Da­mit wirk­lich al­le Feu­er­wehr­leu­te im Kreis im Not­fall von den Fä­hig­kei­ten ei­ner A.N.T.S. pro­fi­tie­ren, wä­ren wei­te­re Staf­feln wün­schens­wert. Es könn­ten sich ja bei­spiels­wei­se auch meh­re­re klei­ne Weh­ren zu­sam­men­schlie­ßen. Ent­schei­dend ist, dass die Aus­bil­dung ein­heit­lich ist und die Hand­grif­fe sit­zen. Wir wol­len mal gu­cken, dass wir da noch ein biss­chen was auf den Weg brin­gen kön­nen.“

Wie wich­tig sol­che Staf­feln sind, zeigt ein Bei­spiel aus der un­mit­tel­ba­ren Nach­bar­schaft. Bei ei­nem Atem­schutz­not­fall im Jahr 2015 im Kreis­ge­biet starb ein Feu­er­wehr­mann (31). Da­mals hat­te es et­wa 40 Mi­nu­ten nach dem ge­funk­ten „May­day“ge­dau­ert, ehe der Ver­un­glück­te ge­fun­den wer­den konn­te.

Neue Mit­glie­der durch Schnup­pe­r­a­ben­de

Zum Fuhr­park der FF Hei­de-stadt ge­hö­ren ne­ben drei (Hil­fe­leis­tungs-)lösch­grup­pen­fahr­zeu­gen, der DLAK 23/12, dem Ein­satz­leit­wa­gen (ELW) 1 und dem Kom­man­do­wa­gen (Kdow) auch noch je­weils ein Tank­lösch­fahr­zeug (TLF) 24/50 und TLF 16-T (sie­he Kas­ten „Al­ter Schatz“), ein Rüst­wa­gen (RW) 2, ein LF 16-TS und zwei Mehr­zweck­fahr­zeu­ge (MZF). Von de­nen ist ei­nes der Ju­gend­feu­er­wehr zu­ge­ord­net. Ei­chert: „Den RW 2 wol­len wir durch ei­nen Ge­rä­te­wa­gen Lo­gis­tik 2 er­set­zen. Da­mit kön­nen wir dann dank ei­nes Sys­tems mit ver­schie­de­nen Roll­con­tai­nern fle­xi­bler auf mög­li­che Ein­sät­ze re­agie­ren.“

Mit ei­nem Feu­er­wehr-be­darfs­plan, der ein­heit­lich für Schleswig-hol­stein in Ab­hän­gig­keit un­ter an­de­rem von Ein­woh­ner­zahl, In­fra­struk­tur und Ge­wer­be­be­trie­ben die An­for­de­run­gen an die per­so­nel­le und tech­ni­sche Aus­stat­tung der je­wei­li­gen Feu­er­wehr be­schreibt, hat die Feu­er­wehr die Ar­gu­men­te für not­wen­di­ge Er­satz­be­schaf­fun­gen auf ih­rer Sei­te. „Wir sind fi­nan­zi­ell nicht auf Ro­sen ge­bet­tet, aber wir ver­su­chen, die Feu­er­wehr gut aus­zu­stat­ten“, sagt Ste­cher.

Per­so­nell ist die FF Hei­de auf ei­nem gu­ten Weg. Ei­chert: „Wir la­den ein­mal jähr­lich zum Tag der of­fe­nen Tür ein, an dem sich auch die Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen be­tei­li­gen. Au­ßer­dem bie­ten wir Schnup­pe­r­a­ben­de an, bei de­nen man mal rein­schau­en und mit­ma­chen kann.“Ein Kon­zept, das Wir­kung zeigt. „Zwei bis fünf neue Mit­glie­der blei­ben bei die­sen Schnup­pe­r­a­ben­den meis­tens bei uns hän­gen und ma­chen an­schlie­ßend ak­tiv mit“, sagt Zug­füh­rer Micha­el Stef­fen.

„Den Schnup­pe­r­a­bend ha­be ich mal im Kreis Nord­fries­land er­lebt und mir ge­dacht, dass das für uns auch et­was wä­re“, sagt Stef­fen. Mitt­ler­wei­le ma­chen im Kreis Dith­mar­schen 19 Weh­ren zeit­gleich mit. Wer von den Be­su­chern möch­te, kann sich Schutz­be­klei­dung über­zie­hen und dann mit den Feu­er­wehr­leu­ten ge­mein­sam trai­nie­ren, um das Eh­ren­amt haut­nah ken­nen­zu­ler­nen. Auf Pla­ka­ten und Hand­zet­teln wirbt die Feu­er­wehr für die­se Ak­ti­ons­ta­ge.

Weg mit Alt­ba­cke­nem

„Un­ser gro­ßes Plus in Sa­chen Nach­wuchs­ge­win­nung ist un­se­re Ju­gend­feu­er­wehr. Drei von vier Ak­ti­ven sind zu­letzt über die Ju­gend­feu­er­wehr in die Ein­satz­ab­tei­lung ge­kom­men. Wir ha­ben en­ga­gier­te Aus­bil­der, die gu­te Ar­beit leis­ten“, er­klärt Ei­chert. Als Ju­gend­wart trägt Thor­ben Bir­ker die Ver­ant­wor­tung in der Nach­wuchs­ab­tei­lung. „Ein­mal wö­chent­lich tref­fen wir uns zur Aus­bil­dung“, sagt er.

Ab 17 Jah­ren dür­fen die Ju­gend­li­chen beim Trai­ning der Ak­ti­ven mit­ma­chen, mit 18 Jah­ren wech­seln sie in die Ein­satz­ab­tei­lung. „Bei der Aus­bil­dung bin­den wir die äl­te­ren Jf-mit­glie­der mit ein, die er­klä­ren es oft den Jün­ge­ren“, sagt Bir­ker. „Das klappt gut und es för­dert den Zu­sam­men­halt“, ist der Ju­gend­wart über­zeugt. 30 Mäd­chen und Jun­gen ge­hö­ren der Ju­gend­feu­er­wehr an.

Das Durch­schnitts­al­ter in der Ein­satz­ab­tei­lung mit ih­ren zur­zeit 103 Ak­ti­ven liegt bei nur 34 Jah­ren. „Wir ha­ben vie­le jun­ge Ka­me­ra­den in un­se­ren Rei­hen, die na­tür­lich auch ei­nen ge­wis­sen Fort­schritt for­dern. Da­her hei­ßen un­se­re Aus­bil­dun­gen auch nicht mehr wie alt­her­ge­bracht Di­ens­te, son­dern Trai­ning. Wir ver­su­chen, uns von alt­ba­cke­nen Din­gen zu tren­nen und fah­ren da­mit ganz gut“, be­rich­tet Ei­chert.

Die klas­si­sche Uni­form ver­wen­den nur noch die Vor­stands­mit­glie­der bei ent­spre­chen­den An­läs­sen. Trifft sich die Mann­schaft of­fi­zi­ell, wird ei­ne Ta­ges­dienst­klei­dung ge­tra­gen. Wei­te­res Plus in Sa­chen Mit­glie­der­ge­win­nung: Hei­de ist Stand­ort ei­ner Fach­hoch­schu­le. Vie­le Stu­den­ten, die aus­ge­bil­de­te Feu­er­wehr­leu­te sind und aus an­de­ren Or­ten für ihr Stu­di­um in die Stadt zie­hen, stei­gen ger­ne bei der Feu­er­wehr ein. „Auch wenn das oft nur zeit­lich be­fris­tet ist, hilft es uns na­tür­lich“, sagt der Ge­mein­de­wehr­füh­rer.

Ge­fah­ren­klas­se 5 für Hei­de

Tags­über kann Ei­chert auf et­wa ein Drit­tel der ver­füg­ba­ren Kräf­te zäh­len. „Das hängt von den Schich­ten ab, in de­nen ei­ni­ge Ka­me­ra­den ar­bei­ten“, so Ei­chert. Vor al­lem mit­tel­stän­di­sche Be­trie­be prä­gen die Wirt­schaft in Hei­de. Ein Un­ter­neh­men fällt un­ter die Stör­fall­ver­ord­nung. Vie­le Ein­woh- ner pen­deln per Bahn nach Ham­burg oder Kiel zur Ar­beit.

In der Stadt tref­fen sich die Bahn­stre­cke Ham­burg-sylt so­wie die von Hei­de nach Bü­sum und Ne­u­müns­ter füh­ren­den Tras­sen. Um in die öst­li­chen Stadt­tei­le zu ge­lan­gen, muss des­halb auch stets die Bahn ge­quert wer­den. Meis­tens über die Stra­ßen­brü­cke im Zu­ge der Bun­des­stra­ße 203, die sich in Hei­de mit der B 5 trifft. An der Stadt vor­bei führt die Au­to­bahn 23 (Ham­burg-hei­de), die hin­ter Hei­de als B 5 fort­ge­führt wird.

„Für ei­nen Teil­ab­schnitt der Au­to­bahn sind wir mit zu­stän­dig, aber mit schwe­ren Un­fäl­len ha­ben wir es dort zum Glück nur sel­ten zu tun. Eher in hei­ßen Som­mer­mo­na­ten bei Staus im Rei­se­ver­kehr mit Pkw-brän­den“, sagt Ei­chert. Dann schlägt die St­un­de des TLF 24/50 mit sei­nem gro­ßen Was­ser-

vor­rat. Un­fäl­le pas­sie­ren häu­fi­ger am Über­gang der A 23 auf die B 5, doch dort sind die Hei­der im ers­ten Ab­marsch nicht zu­stän­dig.

Der Feu­er­wehr-be­darfs­plan stuft Hei­de in die höchs­te Ge­fah­ren­klas­se 5 ein. Un­ter an­de­rem auch durch das West­küs­ten­kli­ni­kum (WKK) mit 801 Bet­ten und 2.300 Be­schäf­tig­ten. Auch Ei­chert ar­bei­tet hier, als In­ten­siv­pfle­ger. Die Raf­fi­ne­rie Hei­de steht trotz des Na­mens auf dem Ge­biet der Nach­bar­ge­mein­de. Gleich­wohl be­fin­den sich im Stadt­ge­biet Pi­pe­lines und Roh­öl­ka­ver­nen. Die Bun­des­wehr be­treibt in der Stadt ei­ne Ka­ser­ne, aber nicht mit nen­nens­wer­tem mi­li­tä­ri­schen Ge­rät, haupt­säch­lich haupt­säch­lich als Schu­lungs­be­trieb.

Ein­ge­mein­dung hat Feu­er­wehr gut­ge­tan

Un­ter­stüt­zung bei grö­ße­ren Ein­sät­zen in Hei­de-stadt kommt pri­mär durch die Orts­feu­er­wehr Hei­de-sü­der­holm. Hier hat Cars­ten Kös­ter-witt­g­re­fe das Kom­man­do über 40 Ak­ti­ve. Er ist Stell­ver­tre­ter von Ei­chert als Ge­mein­de­wehr­füh­rer. „So hal­ten wir die Struk­tu­ren mög­lichst klein“, sagt Ei­chert. Stell­ver­tre­ter von Kös­ter-witt­g­re­fe in Sü­der­holm ist An­dré Dith­mer. Die Orts­wehr kann auf ein LF 8 (Zieg­ler auf Mer­ce­des 814) und ein LF 8/6 (Ma­gi­rus auf Ive­co 75 E 14) so­wie ein MZF zu­rück­grei­fen.

„Das LF 8/6 ist zwar erst 17 Jah­re alt, es macht uns aber nur Är­ger. Vier­mal hat uns die Tech­nik zu­letzt im Stich ge­las­sen, zwei­mal da­von bei Ein­sät­zen“, be­rich­tet Kös­ter-witt­g­re­fe. Das be­reits 27 Jah­re al­te LF 8 hin­ge­gen ist deut­lich so­li­der, heißt es. Den Mer­ce­des hat­te die Stadt kurz­fris­tig ge­braucht be­schafft. „2016 gab es in un­se­rem Aus­rü­cke­be­reich ei­nen Ver­kehrs­un­fall mit sie­ben Schwer­ver­letz­ten, de­nen wir nicht wirk­lich gut hel­fen konn­ten, be­vor die Ka­me­ra­den aus Hei­de-stadt vor Ort wa­ren“, er­in­nert sich der Orts­wehr­füh­rer.

Dar­auf­hin kam Be­we­gung in die Pla­nun­gen, in Sü­der­holm ei­nen Ret­tungs­satz zu sta­tio­nie­ren. Das LF 8 wur­de in Würz­burg ge­kauft und in gut 1.000 St­un­den Ei­gen­leis­tung auf Vor­der­mann ge­bracht. Nun steht auch ein hy­drau­li­scher Ret­tungs­satz zur Ver­fü­gung. Die Front­pum­pe des LF 8 leis­tet 1.600 Li­ter pro Mi­nu­te, ins Heck ein­ge­scho­ben ist ei­ne Trag­krafts­prit­ze (TS) 8/8. Ne­ben der TS der Ju­gend­feu­er­wehr ist sie üb­ri­gens die ein­zi­ge im ge­sam­ten Stadt­ge­biet: Die FF Hei­de-stadt führt kei­ne Trag­krafts­prit­ze mit.

„2019 soll un­ser LF 8/6 end­lich durch ein neu­es HLF 10 er­setzt wer­den. Dann wol­len wir das LF 8 für die Was­ser­för­de­rung über lan­ge Wegstre­cken nut­zen. Der Ret­tungs­satz kommt dann auf das neue Fahr­zeug“, be­rich­tet Kös­ter-witt­g­re­fe. Zieg­ler wird das HLF 10 auf ei­nem MAN auf­bau­en.

Die Wa­che der FF Sü­der­holm be­fin­det sich seit Jahr­zehn­ten an der Sü­der­hol­mer

Stra­ße 73. Sie ist ge­gen­über dem ur­sprüng­li­chen Bau aber nicht mehr wie­der­zu­er­ken­nen. „Bei uns ist es Tra­di­ti­on, dass bau­li­che Maß­nah­men in Ei­gen­leis­tung rea­li­siert wer­den“, sagt Kös­ter-witt­g­re­fe. So wur­de die mit ei­nem Flach­dach ver­se­he­ne Ga­ra­ge auf­ge­stockt und so Platz für ei­nen Grup­pen­raum, Bü­ro und Kü­che ge­schaf­fen. Spä­ter kam im rück­wär­ti­gen Be­reich ein drit­ter Stell­platz hin­zu. Ak­tu­ell ist der Bau­an­trag für den An­bau ei­nes Um­klei­de­trakts ein­ge­reicht, dann ver­schwin­det die Schutz­be­klei­dung end­lich aus der Fahr­zeug­hal­le.

1967 wur­de Sü­der­holm von Hei­de ein­ge­mein­det. Bis da­to hat­te die Feu­er­wehr nur ei­nen VW Bul­li als TSF. „Der Ent­wick­lung der Feu­er­wehr hat die Ein­ge­mein­dung gut ge­tan“, ist der Orts­wehr­füh­rer über­zeugt. Klei­ne Ein­sät­ze fah­ren die Sü­der­hol­mer al­lein, bei grö­ße­ren La­gen kommt die FF Hei­de-stadt mit da­zu. Durch­schnitt­lich rückt die Orts­wehr et­wa 15 bis 20 Mal pro Jahr aus.

Zu ih­ren Trai­nings tref­fen sich die bei­den aus je­weils drei Grup­pen be­ste­hen­den Zü­ge der Stadt­feu­er­wehr al­le 2 Wo­chen mon­tags um 19 Uhr in der Feu­er­wa­che am Kirch­spiels­weg 3. „Aus­bil­dung am Ge­rät“ist dann das Mot­to, das die Grup­pen­füh­rer in­di­vi­du­ell ge­stal­ten kön­nen. Da­zu kom­men je­de Men­ge Son­der­the­men wie Hy­dran­ten­kon­trol­le, Aus­bil­dungs­ein­hei­ten der A.N.T.S., das nor­ma­le Atem­schutz­trai­ning und Ob­jekt­kun­de. Auch die FF Sü­der­holm ab­sol­viert ih­re Trai­nings an die­sen Ta­gen, je­doch un­ter ei­ge­ner Re­gie.

Feu­er­wehr-fe­ri­en­haus an der Nord­see

Die Feu­er­wehr Hei­de hat al­ler­dings auch noch ei­nen drit­ten Stand­ort: Un­weit der Nord­see be­fin­det sich das Fe­ri­en­haus „Glück im Win­kel“. Es wur­de in den 1960er Jah­ren in Ei­gen­leis­tung durch Hei­der Feu­er­wehr­leu­te aus ei­ner ehe­ma­li­gen Holz­ba­ra­cke des Kran­ken­hau­ses als Fe­ri­en­un­ter­kunft für Feu­er­wehr­leu­te und ih­re Fa­mi­li­en her­ge­rich­tet. Ei­ne Ge­mein­schafts­woh­nung mit drei Zim­mern und ins­ge­samt neun Bet­ten, ei­ne Fe­ri­en­woh­nung mit zwei und ei­ne mit vier Bet­ten gibt es in dem Ge­bäu­de im be­schau­li­chen Ort St­inteck bei Bü­sum. „St­inteck ist zwar nur et­wa 25 Ki­lo­me­ter von Hei­de ent­fernt. Doch als das Fe­ri­en­haus ge­baut wur­de, war Ur­laub für vie­le Men­schen nicht drin. Die Fa­mi­li­en wur­den teil­wei­se mit dem Feu­er­wehr­bus hin­ge­fah­ren“, be­rich­tet Ei­chert.

Um die Ver­wal­tung des Fe­ri­en­do­mi­zils küm­mert sich Hart­mut Sel­zer. „Mitt­ler­wei­le ist das Fe­ri­en­haus nicht nur für Feu­er­wehr­leu­te, son­dern für al­le Gäs­te ge­öff­net und im Som­mer meis­tens aus­ge­bucht“, sagt er. Die Ein­rich­tung ist ein­fach, der Preis güns­tig. Die Ein­nah­men rei­chen aus, dass sich das Ob­jekt al­lei­ne trägt. Über­legt wird, es dem För­der­ver­ein der Feu­er­wehr zu­zu­ord­nen.

Der bie­tet Un­ter­stüt­zung fi­nan­zi­el­ler Art für die Eh­ren­amt­li­chen, die die klam­me Stadt nicht leis­ten kann. Ei­chert: „Der För­der­ver­ein wächst noch, aber er hilft uns be­reits bei An­schaf­fun­gen, wel­che die Stadt nicht er­mög­li­chen kann.“

Un­ter der Re­gie des För­der­ver­eins wä­re die Stadt aus der Ver­ant­wor­tung für das 2012 ent­kern­te und neu aus­ge­bau­te „Glück im Win­kel“raus. Manch­mal fragt die Po­li­tik – ge­ra­de in neu­er Zu­sam­men­set­zung nach Kom­mu­nal­wah­len – an, was es denn mit der Im­mo­bi­lie auf sich hät­te. Ei­nen Ver­kauf möch­te die Feu­er­wehr un­be­dingt ver­mei­den. „Das ist un­ser Kind, in dem un­se­re Ar­beit steckt“, sagt Ei­chert.

Größ­ter Markt­platz in Deut­schand

Be­kannt ist Hei­de der­weil auf­grund des Markt­plat­zes – der gilt als größ­ter sei­ner Art in Deutsch­land. Auf dem 4,7 Hekt­ar gro­ßen Ge­län­de fin­det seit 500 Jah­ren re­gel­mä­ßig ein Wo­chen­markt statt, au­ßer­dem ist es der Ver­an­stal­tungs­platz für vie­le Fes­te in der Re­gi­on. „Da sind oft mehr als 20.000 Men­schen zu Gast, so dass sich un­se­re Ein­woh­ner­zahl mal eben ver­dop­pelt“, be­rich­tet Ei­chert. Er ver­legt dann grund­sätz­lich ei­nen Lösch­zug an den Fest­platz. „Nicht nur, falls dort et­was pas­siert, son­dern auch, um bei dem über­durch­schnitt­li­chen Ver­kehrs­auf­kom­men in der Stadt schnell an an­de­re mög­li­che Ein­satz­or­te kom­men zu kön­nen“, be­rich­tet der Ge­mein­de­wehr­füh­rer.

Für den Fest­platz selbst ver­fügt die FF Hei­de über ei­nen mo­bi­len Cafs-lö­scher (Com­pres­sed Air Fo­am Sys­tem = Druck­luft­schaum-am­la­ge). 49,25 Li­ter Was­ser, 0,75 Li­ter Schaum­mit­tel und ei­ne Druck­luft­fla­sche er­zeu­gen auf Wunsch Druck­luft­schaum. Der kann über ein Strahl­rohr ge­zielt ab­ge­ge­ben wer­den. Dank sei­ner wen­di­gen Bau­wei­se auf ei­ner Ach­se ist der mo­bi­le Lö­scher auch dort ein­setz­bar, wo Groß­fahr­zeu­ge nur schwer durch­kä­men oder lan­ge Schlauch­lei­tun­gen ver­legt wer­den müss­ten.

Ei­chert: „Die Prä­senz am Markt­platz bei den Ver­an­stal­tun­gen ist auch ein Stück weit Öf­fent­lich­keits­ar­beit.“Zum tra­di­tio­nel­len „Hei­der Markt­frie­den“, ei­nem Mit­tel­al­ter­markt, ist die Feu­er­wehr im­mer auch selbst mit ei­ner Bu­de ver­tre­ten. Die war 2015 beim Brand ei­nes Car­ports an der Feu­er­wa­che in Flam­men auf­ge­gan­gen. „Es herrsch­te ei­ne Stim­mung, wie wir sie nicht oft an Ein­satz­stel­len ha­ben“, er­in­nert sich Ei­chert an die Emo­tio­nen der Ka­me­ra­den wäh­rend der Lösch­ar­bei­ten auf dem ei­ge­nen Hof.

Brand­stif­ter in der JF

Sehr un­gern er­in­nern sich die Ka­me­ra­den auch an den Ok­to­ber 2014. „Da­mals er­schüt­ter­te ei­ne hef­ti­ge Brand­se­rie die Stadt. Lau­ben, Stäl­le, un­be­wohn­te Häu­ser und so­gar ei­ne Sport­hal­le gin­gen in Flam­men auf. Lei­der wa­ren auch zwei Jun­gen aus der Ju­gend­feu­er­wehr un­ter den Tat­ver­däch­ti­gen“, sagt Ei­chert. „Da­mit sind wir dann aber auch of­fen um­ge­gan­gen.“Die Jun­gen wur­den vom Di­enst be­ur­laubt und nach ih­rer Ver­ur­tei­lung aus­ge­schlos­sen. „Mit den El­tern der an­de­ren Ju­gend­feu­er­wehr­leu­te pfleg­ten wir da­mals ei­nen en­gen Aus­tausch, auch die Un­ter­stüt­zung durch den Lan­des­feu­er­wehr­ver­band war in der Zeit ei­ne gro­ße Hil­fe“, er­in­nert sich der Wehr­füh­rer. Die Pres­se ging da­mals üb­ri­gens fair mit der Feu­er­wehr um.

An­sons­ten pflegt die Feu­er­wehr zur Po­li­zei ein gu­tes Ver­hält­nis, eben­so wie zu den Orts­ver­ei­nen von Deut­schem Ro­tem Kreuz (DRK) und Tech­ni­schem Hilfs­werk (THW). Um den haupt­amt­li­chen Ret­tungs­dienst küm­mert sich die Ret­tungs­dienst-ko­ope­ra­ti­on in Schleswig-hol­stein (RKISH). Die RKISH hat in ei­nem Bü­ro­ge­bäu­de in Hei­de auch ih­re Zen­tra­le, von der aus der in meh­re­ren Land­krei­sen in Schleswig-hol­stein durch­ge­führ­te Ret­tungs­dienst ko­or­di­niert wird. „Da oft bau­li­che Ge­ge­ben­hei­ten in den Häu­sern schwie­rig und kör­per­li­che Li­mits, so­wohl bei Ret­tungs­dienst­lern wie auch bei Pa­ti­en­ten, er­reicht sind, wer­den wir ver­stärkt um Tra­ge­hil­fe ge­be­ten“, be- rich­tet Ei­chert. Das Per­so­nal des Ret­tungs­dienst­an­bie­ters wur­de ei­gens ge­schult, wie Pa­ti­en­ten­ret­tun­gen per Dreh­lei­ter ab­lau­fen.

Ei­chert: „Ei­ne er­schre­cken­de Zu­nah­me ver­zeich­nen wir auch beim Stich­wort Not­fall-tür­öff­nung. Vie­le äl­te­re Men­schen le­ben ver­ein­samt. Oft­mals weiß die Be­völ­ke­rung gar nicht mehr, wer ne­ben­an wohnt“, sagt der Ge­mein­de­wehr­füh­rer. 30-mal wur­de die FF Hei­de 2017 mit dem Stich­wort Tür­öff­nung alar­miert, 13-mal zu Per­so­nen­ret­tun­gen, acht da­von mit der DLAK 23/12.

Die Ar­beit der eh­ren­amt­li­chen Feu­er­wehr­leu­te wird durch zwei haupt­amt­li­che Ge­rä­te­war­te un­ter­stützt, die von mon­tags bis frei­tags be­schäf­tigt sind. Thi­mo Cor­nils und An­dré Wei­gert küm­mern sich un­ter an­de­rem um 85 Atem­schutz­mas­ken, 60 Lun­ge­nau­to­ma­ten und 80 Atem­luft­fla­schen. Wei­gert, ge­lern­ter Kfz-mecha­ni­ker, hat­te es nach der Wen­de von ei­ner auf­ge­lös­ten be­trieb­li­chen Feu­er­wehr in Ost­deutsch­land in den ho­hen Nor­den ver­schla­gen. „Ich be­reue das nicht“, sagt er.

Er kann in der Werk­statt in der Feu­er­wa­che auch klei­ne­re Re­pa­ra­tu­ren an den Ein­satz­fahr­zeu­gen durch­füh­ren. „Über die­se Un­ter­stüt­zung sind wir froh und die bei­den Ka­me­ra­den ha­ben auch ge­nug zu tun, nicht zu­letzt durch un­se­ren in­ten­si­ven Trai­nings­be­trieb“, sagt Ei­chert. Die Werk­statt be­fin­det sich im Flü­gel mit den Stell­plät­zen der Feu­er­wa­che am Kirch­spiels­weg. Der Stand­ort wur­de 1986 be­zo­gen, die al­te Un­ter­kunft in der In­nen­stadt wird seit­dem als Kul­tur­zen­trum ge­nutzt. Der Schlauch­turm er­in­nert dort noch heu­te an die frü­he­re Be­stim­mung des Ge­bäu­des.

Feu­er­wa­che ist zu klein, aber ex­trem gut ge­le­gen

Die „neue“Un­ter­kunft platzt mitt­ler­wei­le aus al­len Näh­ten. „Wir sind gut 30 Jah­re wei­ter, da hat sich in der Ent­wick­lung viel ge­tan und die An­for­de­run­gen sind heu­te ganz an­de­re“, be­rich­tet der Ge­mein­de­wehr­füh­rer. Pro­blem am Stand­ort: Bau­lich gibt es hier kaum noch Mög­lich­kei­ten für ei­ne Er­wei­te­rung. Ei­ne zu­sätz­li­che Hal­le als La­ger hat zu­min­dest im Haupt­ge­bäu­de für et­was Platz ge­sorgt. Rück­wär­tig soll ein An­bau für Klei­der­kam­mer und Bü­ros fol­gen, doch dann ist der Platz auch na­he­zu er­schöpft.

Auf dem Pro­gramm steht au­ßer­dem der Um­bau der Zen­tra­le. Von hier aus wer­den bei Flä­chen­la­gen wie Sturm und Stark­re­gen die Ein­sät­ze in­tern dis­po­niert. Dann schickt die Leit­stel­le die Ein­sät­ze rü­ber, die Prio­ri­sie­rung er­folgt durch die Füh­rungs­kräf­te, die die La­gen im Stadt­ge­biet er­kun­den und die Zen­tra­le wei­te­re Kräf­te zu­tei­len las­sen.

Um­zie­hen möch­te die Feu­er­wehr nicht. „Der Stand­ort ist ver­kehrs­güns­tig ge­le­gen, ei­ne ähn­lich gu­te Flä­che dürf­te sich kaum fin­den“, fürch­tet Ei­chert. Al­ler­dings ist die Bun­des­stra­ße 5, die quer durch Hei­de ver­läuft, die ein­zi­ge Zu­fahrt zum Feu­er­wehr­haus. Und die soll 2019 sa­niert wer­den.

Der rück­wär­ti­ge Be­reich bie­tet Platz für ei­nen ge­müt­li­chen Grill und fest mon­tier­te Ti­sche. Im Ober­ge­schoss zwi­schen Fahr­zeug­hal­le und Schu­lungs­trakt be­fin­det sich ei­ne Woh­nung, die ein Feu­er­wehr­mann nutzt. Dank des ent­spre­chen­den Füh­rer­scheins ist nachts so schnell der ers­te Ma­schi­nist zur Stel­le.

Ro­tie­ren­de Alar­mie­rung

Alar­miert wer­den die Feu­er­wehr­leu­te durch die Ko­ope­ra­ti­ve Leit­stel­le mit Sitz in Elms­horn. Dort war einst 2001 die bun­des­weit ers­te In­te­grier­te Re­gio­nal-lei­stel­le (IRLS) in Di­enst ge­gan­gen. Die­ser Leit­stel­le schloss sich spä­ter auch noch die Po­li­zei an. Beim Alarm­stich­wort mit dem Zu­satz „Y“(für ei­nen Ein­satz, bei dem Men­schen­le­ben in Ge­fahr sind) gibt es bei der FF Hei­de grund­sätz­lich ei­nen Vol­lalarm. Nor­ma­le Feu­er-la-

gen wer­den von ei­nem Lösch­zug ab­ge­ar­bei­tet, dann wer­den ro­tie­rend et­wa 50 Pro­zent der Wehr alar­miert. Grup­pen­alar­me für klei­ne­re La­gen gibt es eben­falls, auch die­se vier Schlei­fen wer­den ro­tie­rend aus­ge­löst. So hält die Wehr die Ein­satz­be­las­tung der ein­zel­nen Ak­ti­ven mög­lichst ge­ring.

Ei­ne Kurz­nach­richt im Alarm­fall auf ihr Han­dy be­kom­men aus­schließ­lich der Wehr­füh­rer und sein Ver­tre­ter Hart­mut Wiechmann. Ei­chert: „Da­mit wir wis­sen, was los ist, wenn wir ge­ra­de nicht in der Nä­he sind.“Si­re­nen gibt es in Hei­de ak­tu­ell nicht, die Feu­er­wehr wür­de aber ger­ne wie­der wel­che in­stal­lie­ren las­sen und möch­te die Po­li­ti­ker ent­spre­chend sen­si­bi­li­sie­ren. „Als Warn­mit­tel für die Be­völ­ke­rung hal­te ich die Tech­nik schon für re­le­vant“, sagt Ei­chert.

Ei­ge­ne Mar­ke­ting­grup­pe

2017 rück­te die FF Hei­de zu ins­ge­samt 235 Ein­sät­zen aus, 29 Mal war da­bei Atem­schutz nö­tig. „Das war ein gu­ter Mit­tel­wert der ver­gan­ge­nen Jah­re“, sagt Ei­chert mit Blick auf die Sta­tis­ti­ken. „Wir kon­zen­trie­ren uns auf die Din­ge, die wirk­lich die Feu­er­wehr er­for­dern“, sagt er. Öl­spu­ren streut der Bau­hof ab, auch um die Um­sied­lung von We­s­pen­nes­tern küm­mern sich die Feu­er­wehr­leu­te nicht mehr.

In 90 bis 95 Pro­zent der re­le­van­ten Ein­sät­ze schafft es die Feu­er­wehr, die vor­ge- schrie­be­ne Hilfs­frist (10 Mi­nu­ten von der No­t­ruf­an­nah­me bis zum Tä­tig­wer­den ei­ner Lösch­grup­pe an der Ein­satz­stel­le) ein­zu­hal­ten. „Dar­über lie­gen wir nur in den länd­li­chen Rand­be­rei­chen des Stadt­ge­bie­tes, die kaum be­sie­delt sind“, be­rich­tet der Ge­mein­de­wehr­füh­rer. Ne­ben 30 Klein­feu­ern und vier Mit­tel­brän­den weist die Sta­tis­tik für das ver­gan­ge­ne Jahr nur ei­nen Groß­brand auf.

Da­mit die Zahl grö­ße­rer Brän­de ge­ring bleibt, ist die Feu­er­wehr Hei­de eng durch die Di­enst­stel­le des Krei­ses ein­ge­bun­den. Als Ob­jekt­be­auf­trag­ter küm­mert sich Zug­füh­rer Mat­thi­as Scheel um die­sen Part. „Das ent­las­tet den Wehr­füh­rer, weil wir Auf­ga­ben auf meh­re­re Schul­tern ver­tei­len“, er­klärt Scheel, der auch Mit­glied im Fo­rum Brand­ver­hü­tung des Lan­des­feu­er­wehr­ver­ban­des ist. Er ist An­sprech­part­ner für Bau­her­ren, Ar­chi­tek­ten und Be­trei­ber von Ob­jek­ten mit be­son­de­ren An­for­de­run­gen. Vier- oder fünf­mal im Jahr lädt er die Füh­rungs­kräf­te zu Ob­jekt­be­ge­hun­gen ein.

Der zwei­te Zug­füh­rer Micha­el Stef­fen küm­mert sich um die „Ar­beits­grup­pe Mar­ke­ting“der FF Hei­de. „Wir ver­su­chen mit ei­ni­gen Ak­tio­nen, wie den Schnup­pe­r­a­ben­den, Wer­bung für un­ser Eh­ren­amt zu ma­chen“, sagt Stef­fen. „Ge­ra­de auch Quer­ein­stei­ger kön­nen wir so gut mo­ti­vie­ren, bei uns mit­zu­ma­chen“, be­rich­tet er aus den Er­fah­run­gen. Ei­ne Idee, die Ei­chert auch schon in den Ar­beits­kreis der Feu­er­weh­ren der Mit­tel­städ­te, die sich aus ganz Schleswig-hol­stein re­gel­mä­ßig tref­fen, hin­ein­ge­tra­gen hat.

Üb­ri­gens wur­de die FF Hei­de qua­si über Nacht zur äl­tes­ten Feu­er­wehr in Schles­wi­gHol­stein: Ur­sprüng­lich war man von ei­ner Grün­dung 1869 aus­ge­gan­gen. Ent­spre­chend wur­de 2004 das 135-jäh­ri­ge Ju­bi­lä­um ge­fei­ert. Doch dann tauch­ten neue Un­ter­la­gen auf – und 2012 fei­er­te die Wehr be­reits den 165. Ge­burts­tag. Sie gilt nun als ei­ne der vier äl­tes­ten Feu­er­weh­ren Deutsch­lands.

Und, wie zu­frie­den ist der Bür­ger­meis­ter mit sei­ner „al­ten“Feu­er­wehr? „Das ist ei­ne star­ke Trup­pe, auf die sich die Bür­ger je­der­zeit ver­las­sen kön­nen. Sie sorgt da­für, dass es in Sa­chen Si­cher­heit bei uns in der Stadt läuft“, so Ulf Ste­cher, der ger­ne zum tra­di­tio­nel­len Grup­pen­fo­to-ter­min fürs Feu­er­wehr-ma­ga­zin da­zu kam. Und bei 28 Grad im Schat­ten hin­ter­her prompt für al­le An­we­sen­den ein Eis spen­dier­te. Kon­takt: FF Hei­de, Kirch­spiels­weg 3, 25746 Hei­de, In­ter­net: www.feu­er­wehr-hei­de.de, www.feu­er­wehr-sue­der­holm.de, email: in­fo@feu­er­wehr-hei­de.de

Grup­pen­bild der Feu­er­wehr Hei­de mit Bür­ger­meis­ter Ulf Ste­cher (links), der der ge­sam­ten Mann­schaft hin­ter­her bei 28 Grad erst mal ein Eis spen­dier­te.

Die Feu­er­wa­che von Hei­de steht am Kirch­spiels­weg, ei­ner klei­nen Sack­gas­se. Rechts der Fahr­zeug­hal­le ist der So­zi­al­trakt, im Ver­bin­dungs­bau be­fin­det sich im Ober­ge­schoss ei­ne Woh­nung.

In Ei­gen­leis­tung wur­de die ur­sprüng­lich mit ei­nem Flach­dach ver­se­he­ne Ga­ra­ge der Orts­wehr Sü­der­holm auf­ge­stockt und er­wei­tert. Ein wei­te­rer An­bau ist ge­plant.

Ge­rä­te­wart An­dré Wei­gert ar­bei­tet in der Werk­statt an der Trag­krafts­prit­ze der Ju­gend­feu­er­wehr.

Zu­sätz­li­chen La­ger­raum und Stell­plät­ze für An­hän­ger bie­tet die­se als Er­satz für ei­nen ab­ge­brann­ten Car­port er­rich­te­te kal­te Hal­le auf dem Hof.

Im rück­wär­ti­gen Gar­ten ih­rer Un­ter­kunft ha­ben sich die Feu­er­wehr­leu­te die­sen Grill­platz samt fest mon­tier­ter Ti­sche her­ge­rich­tet.

Die Fahr­zeu­ge sind an ei­ne Ab­gas­ab­sau­gung an­ge­schlos­sen, dank de­rer sich die Ein­satz­kräf­te di­rekt in der Fahr­zeug­hal­le ih­re Schutz­be­klei­dung über­zie­hen kön­nen.

Simp­le Lö­sung für die si­che­re Auf­be­wah­rung kon­ta­mi­nier­ter Schutz­be­klei­dung: ei­ne Müll­ton­ne. Pas­sen­des De­tail des Trep­pen­ge­län­ders in der Feu­er­wa­che am Kirch­spiels­weg.

Las­se Off mit dem De­fi­bril­la­tor, der im Foy­er der Wa­che griff­be­reit plat­ziert ist.

Cars­ten Kös­terWitt­g­re­fe ist Wehr­füh­rer in Sü­der­holm und stell­ver­tre­ten­der Ge­mein­de­wehr­füh­rer.

An­dré Ei­chert lei­tet die Orts­wehr Hei­deS­tadt und ist auch Ge­mein­de­wehr­füh­rer.

Hart­mut Wiechmann ist stell­ver­tre­ten­der Orts­wehr­füh­rer der FF Hei­de-stadt.

An­dré Dith­mer ist stell­ver­tre­ten­der Orts­wehr­füh­rer in Sü­der­holm.

Das HLF 16 12 („HLF 1“) wur­de von Sch­ling­mann auf ei­nem Mer­ce­des Ate­go 1325 auf­ge­baut. 2005 kam das Lösch­grup­pen­fahr­zeug zur FF Hei­de. 2017 wur­de der Kdow in Di­enst ge­stellt. Den Au­di Q5 2.0 TDI quat­tro S tro­nic rüs­te­te die Fir­ma Schä­fer aus

Die DLAK 23/12 bau­te Metz 2010 auf ei­nem Mer­ce­des Eco­nic 1833 auf.

Das Er­stan­griffs­fahr­zeug bei al­len Stich­wor­ten ist die­ses HLF 20/16 (HLF 2). Sch­ling­mann hat es 2010 auf ei­nem Mer­ce­des 1529 auf­ge­baut. Da­vor ste­hen Grup­pen­füh­rer Mar­vin Boe­sel mit Fa­bi­an We­gers und Tim Rusch so­wie Ma­schi­nist Karsten Marktschef­fel (von rechts).

GSF bau­te auf ei­nem Mer­ce­des Sprin­ter 316 CDI die­sen ELW 1 aus. Er wur­de 2011 in Di­enst ge­stellt.

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