Im­mer mehr Her­stel­ler fer­ti­gen Trag­krafts­prit­zen­fahr­zeu­ge Lo­gis­tik an.

Feuerwehr-Magazin - - Inhalt - Text: Olaf Preu­sch­off, Feu­er­wehr-ma­ga­zinRe­dak­teur und Fahr­zeug­ex­per­te; Alex Mül­ler, Feu­er­wehr-ma­ga­zin-au­tor und Fahr­zeug­ex­per­te

Die Mei­nun­gen über die­ses Fahr­zeug ge­hen je­doch aus­ein­an­der: Sinn­vol­le Er­gän­zung oder schlicht über­flüs­sig? Wir stel­len das Kon­zept und sei­ne Ent­wick­lung vor.

Seit 2015 gibt es in Bay­ern das Trag­krafts­prit­zen­fahr­zeug Lo­gis­tik. Im­mer mehr Her­stel­ler ha­ben mitt­ler­wei­le TSF-L in ih­rem Pro­gramm. Die Mei­nun­gen über die­ses Fahr­zeug ge­hen je­doch aus­ein­an­der. Die ei­nen hal­ten es für ei­ne sinn­vol­le Er­gän­zung, die an­de­ren fin­den es schlicht über­flüs­sig. Wir stel­len das Kon­zept und sei­ne Ent­wick­lung vor.

Im April 2015 ver­öf­fent­lich­te das da­ma­li­ge Baye­ri­sche Staats­mi­nis­te­ri­um des In­nern, für Bau und Ver­kehr – heu­te Baye­ri­sches Staats­mi­nis­te­ri­um des In­nern und für In­te­gra­ti­on – ei­ne tech­ni­sche Bau­be­schrei­bung (sie­he Kas­ten „Tech­ni­sche Bau­be­schrei­bun­gen des Lan­des Bay­ern“) für ein neu­es Feu­er­wehr­fahr­zeug: das TSF-L. Mit die­sem Trag­krafts­prit­zen­fahr­zeug Lo­gis­tik soll­te es den Feu­er­weh­ren er­mög­licht wer­den, nicht nur ei­ne Staf­fel nebst ih­rem Ma­te­ri­al für Brand­be­kämp­fung und ein­fa­che Tech­ni­sche Hil­fe­leis­tun­gen zum Ein­satz­ort zu brin­gen. Im Heck des Fahr­zeugs soll­te zu­dem va­ria­bel Aus­rüs­tung trans­por­tiert wer­den kön­nen, die in­di­vi­du­ell und schnell auf den je­wei­li­gen Ein­satz­zweck an­ge­passt wer­den kann.

Wie schon bei dem seit ei­ni­gen Jah­ren auf dem Markt be­find­li­chen Lösch­fahr­zeug-lo­gis­tik (LF-L), wie es die Feu­er­weh­ren auf der Nord­see­insel Bor­kum, in Dort­mund oder Frei­berg am Neckar (sie­he un­ser edos­sier „Ent­wick­lung der Lf-lo­gis­tik) oder die Werk­feu­er­wehr des Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums Müns­ter (Feu­er­wehr-ma­ga­zin 10/2017) ein­set­zen, wur­de auch beim TSF-L das ei­gent­li­che Fahr­zeug um die Kom­po­nen­te Lo­gis­tik er­wei­tert.

Be­reits zur In­ter­schutz 2015 war ei­ne ers­te Stu­die zu die­sem neu­en Fahr­zeug­typ zu se­hen. Am dem Stand der Fir­ma Mey­er Feu­er­wehr­be­darf aus Rhe­den (NI) stand ein Tsf-w-lo­gis­tik auf ei­nem VW Craf­ter mit zu­sätz­li­cher drit­ter Ach­se. Je nach Fahr­ge­stell be­trägt die zu­läs­si­ge Ge­samt­mas­se 7,2 be­zie­hungs­wei­se 7,49 Ton­nen. Die feu­er­wehr­tech­ni­sche Aus­rüs­tung fin­det in Ge­rä­te­käs­ten so­wie auf zwei Schwer­last­aus­zü­gen Platz. Au­ßer­dem gibt es ei­nen Aus­zug für bis zu vier Atem­schutz­ge­rä­te. Im Heck ist Platz für zwei Roll­wa­gen. Op­tio­nal bie­tet das Un­ter­neh­men tief­ge­zo­ge­ne Ge­rä­te­räu­me, Tra­ver­sen­käs­ten, Licht­mast, 500-Li­ter-was­ser­tank oder ei­ne Mög­lich­keit zur Schlauch­ver­le­gung an.

Nach der Mes­se kauf­te die FF Höx­ter (NW, Re­gie­rungs­be­zirk Det­mold) das Vor­führ­fahr­zeug. Es ist seit Ok­to­ber 2015 bei der Lösch­grup­pe Bruch­hau­sen sta­tio­niert. „Ein wei­te­res Fahr­zeug ha­ben wir auf ei­nem Ive­co Dai­ly an die Ge­mein­de Wa­gen­feld, Orts­feu­er­wehr Strö­hen ge­lie­fert“, so Ste­pha­nie Schul­ze von der Fir­ma Mey­er. Ein TSF-L oh­ne Was­ser­tank fer­tig­te das Un­ter­neh­men für die FF Kirch­heim in Hes­sen.

De­tails zum TSF-L

Ge­nau wie beim Trag­kraft­spit­zen­fahr­zeug nach DIN 14530-16 han­delt es sich beim TSF-L nach Tech­ni­scher Bau­be­schrei­bung des Lan­des Bay­ern um ein Lösch­fahr­zeug mit ei­ner Trag­krafts­prit­ze (PFPN, Por­ta­ble Fi­re Pump Nor­mal Pres­su­re, deutsch: trag-

ba­re Feu­er­lösch­pum­pe für Norm­al­druck) und ei­ner feu­er­wehr­tech­ni­schen Be­la­dung für ei­ne Grup­pe (1/8). Sei­ne Be­sat­zung be­steht eben­falls aus ei­ner Staf­fel (1/5), was be­deu­tet, dass das feh­len­de Per­so­nal mit ei­nem an­de­ren Fahr­zeug nach­ge­führt wer­den muss. Dies kön­nen Mann­schafts­trans­port­fahr­zeu­ge der Feu­er­wehr sein, aber auch Pri­vat-pkw. Für den Mann­schafts­trans­port ist die Dop­pel­ka­bi­ne des Ba­sis­fahr­zeugs vor­ge­se­hen.

Für die feu­er­wehr­tech­ni­sche Stan­dard­be­la­dung ist ein fes­ter Ge­rä­te­kof­fer vor­ge­schrie­ben. Auf dem Dach des Fahr­zeugs darf kei­ne Be­la­dung ver­staut wer­den. Dar­über hin­aus muss das TSF-L die Mög­lich­keit bie­ten, wei­te­re Aus­rüs­tungs­ge­gen­stän­de zu trans­por­tie­ren, die nicht zur Stan­dard­be­la­dung ge­hö­ren. Die­ser Ge­rä­te­raum darf Teil

des Kof­fer­auf­baus sein. Wahl­wei­se kann er aber auch als La­de­flä­che mit Bord­wän­den so­wie Pla­ne und Sprie­gel be­ste­hen. Aus die­sem Grund ist das TSF-L mit 7.300 Mil­li­me­tern et­wa 1,3 Me­ter län­ger als ein TSF, auch darf es 200 Mil­li­me­ter brei­ter und mit 3.100 Mil­li­me­tern fast so hoch wie ein re­gu­lä­res Lösch­fahr­zeug sein.

Sei­ne zu­läs­si­ge Ge­samt­mas­se darf 8.000 Ki­lo­gramm nicht über­schrei­ten. Bei ei­ner Re­du­zie­rung der Ge­samt­mas­se auf 7.500 Ki­lo­gramm be­nö­ti­gen die Ma­schi­nis­ten zum Füh­ren des Fahr­zeu­ges le­dig­lich ei­nen Feu­er­wehr­füh­rer­schein bis 7.500 Ki­lo­gramm (sie­he Baye­ri­sche Fahr­be­rech­ti­gungs­ver­ord­nung – FBERV) oder den al­ten Pkw-füh­rer­schein 3 be­zie­hungs­wei­se den neu­en Füh­rer­schein C1.

Für die zu­sätz­li­che Be­la­dung sieht die Bau­be­schrei­bung zwei Roll­con­tai­ner, Eu­ro­pa­let­ten, Git­ter­bo­xen oder an­de­re ver­gleich­ba­re Klein­la­dungs­trä­ger vor. Sie sol­len das Grund­maß 1.200 x 800 Mil­li­me­ter (Eu­ro­pa­let­ten­maß) ha­ben. Für de­ren Si­che­rung müs­sen Ar­re­tie­rungs­leis­ten als Zurr­schie­nen und Be­fes­ti­gungs­mög­lich­kei­ten für Qu­er­bal­ken be­zie­hungs­wei­se im Bo­den ein­ge­las­se­ne Zur­rö­sen vor­han­den sein. Sie sol­len so aus­ge­legt sein, dass Las­ten bis 500 Ki­lo­gramm ge­si­chert wer­den kön­nen.

An­de­re Her­stel­ler zie­hen nach

Mitt­ler­wei­le bie­ten zahl­rei­che Auf­bau­her­stel­ler das TSF-L an (sie­he auch Kas­ten „Tech­ni­sche Da­ten TSF-L“). Al­len vor­an die Fir­ma Hen­sel, die ne­ben dem Ive­co Dai­ly auch TSF-L auf MAN TGL so­wie Mer­ce­des Ate­go an­bie­tet. Ro­sen­bau­er stell­te im April 2017 das neue Fahr­zeug­kon­zept Com­pact Li­ne-pro­fi­le vor. Auch hier hat­ten die Kon­struk­teu­re das TSF-L als mög­li­che Auf­bau­va­ri­an­te im Blick.

Lent­ner bau­te ein TSF-L für die FF Mar­tins­kir­chen (BY) auf ei­nem MAN TGL 8.220. Die Feu­er­wehr er­setz­te da­mit ein TSF. Die­ses Fahr­zeug wird in sei­ner be­ste­hen­den Form je­doch ein Ein­zel­stück blei­ben, teil­te Lent­ner mit. Das Un­ter­neh­men ha­be sich ent­schlos­sen, den Bau die­ser Fahr­zeug­klas­se nicht wei­ter­zu­ver­fol­gen.

Wei­te­re Va­ri­an­ten: TSF-GW und GW-TS

Be­reits 1968 ver­öf­fent­lich­te Schles­wig-hol­stein die Bau­richt­li­nie für ein Trag­krafts­prit­zen­fahr­zeug mit Ge­rä­teaus­rüs­tung (TSF-GW). Zu­sätz­lich zur Aus­stat­tung für die Brand­be­kämp­fung war die­ses Fahr­zeug noch mit ei­ner Aus­rüs­tung zur Tech­ni­schen Hil­fe­leis­tung nach ört­li­chen Ge­ge­ben­hei­ten be­stückt. Kurz vor der Jahr­tau­send­wen­de war die Not­wen­dig­keit für das TSF-GW je­doch nicht mehr ge­ge­ben und die Bau­richt­li­nie wur­de zu­rück­ge­zo­gen.

Rhein­land-pfalz spe­zi­fi­zier­te vor al­lem in den Krei­sen Tri­er-saar­burg und Bit­burg-prüm den Ge­rä­te­wa­gen Trag­krafts­prit­ze (GW-TS). Hier sind über 50 Pro­zent der Feu­er­weh­ren noch mit ei­nem Trag­kraft­spit­zen­an­hän­ger (TSA) aus­ge­rüs­tet. Die Be­la­dung ei­nes GW-TS ent­spricht ei­nem TSA, ist aber um ei­ne vier­tei­li­ge Steck­lei­ter so­wie ein Funk­ge­rät er­gänzt. Größ­ter Vor­teil je­doch: Durch das ei­ge­ne Fahr­ge­stell ist er von Trak­to­ren un­ab­hän­gig, deut­lich schnel­ler und mit ei­ner Son­der­si­gnal­an­la­ge aus­ge­rüs­tet. Zu­dem macht er durch sei­ne ge­rin­ge Bau­grö­ße – han­dels­üb­li­che Kas­ten-pkw – den Um­bau be­ste­hen­der klei­ner Feu­er­wehr­häu­ser un­nö­tig. Nach­tei­le: Er be­sitzt im Ge­gen­satz zum TSF kei­ne Atem­schutz­ge­rä­te und bie­tet nur Platz für zwei Mann Be­sat­zung – wie frü­her das TSF-T (TSF mit Trupp-be­sat­zung).

Be­reits 2006 stell­te die FF Lohr am Main (BY) ein Tsf-son­der in Di­enst. Die­ser Ive­co Dai­ly 50 C 17 D mit ei­ner zu­läs­si­gen Ge­samt­mas­se von 5.000 Ki­lo­gramm be­sitzt im Heck ein ein­ge­scho­be­nes Pum­pen- und Schlauch­mo­dul. Die­ses kann mit ei­nem Ga­bel­stap­ler ent­nom­men wer­den, so­dass

ei­ne La­de­flä­che für Lo­gis­tik­auf­ga­ben ent­steht. Das Fahr­zeug wur­de 2017 zur Ein­heit Rup­perts­hüt­ten um­ge­setzt und er­gänzt dort ein Mitt­le­res Lösch­fahr­zeug (MLF).

Vom Ret­tungs­wa­gen zum Trag­krafts­prit­zen­fahr­zeug

Zu ei­nem der ers­ten Her­stel­ler, die ein TSF-L auf­ge­baut und aus­ge­lie­fert ha­ben, ge­hört die Fir­ma Com­point aus Forch­heim in Ober­fran­ken. Emp­fän­ger ei­nes von drei zeit­gleich aus­ge­lie­fer­ten Fahr­zeu­gen auf Ive­co Dai­ly 170 C 18 war die Feu­er­wehr Fron­hof im mit­tel­frän­ki­schen Land­kreis Er­lan­gen-höch­stadt (BY). Aus­ge­rückt war die­se zu­vor mit ei­nem ehe­ma­li­gen Ret­tungs­wa­gen Mer­ce­des Va­rio 510 D aus dem Jahr 1992. Den hat­te die Fir­ma Schwäb­le zum Feu­er­wehr­fahr­zeug mit Front­pum­pe um­ge­baut. Lösch­was­ser gab es kei­nes. Denn: Gan­ze 700 Me­ter ist das Ge­rä­te­haus der Feu­er­wehr Fron­hof vom Stand­ort der Nach­bar­feu­er­wehr ent­fernt, an dem mit ei­nem LF 16/12 ein was­ser­füh­ren­des Fahr­zeug vor­han­den ist.

„Für uns die Lo­gis­tik-kom­po­nen­te bei un­se­rem neu­en Fahr­zeug ein wert­vol­ler Zu­ge­winn“, er­klärt Ste­fan So­j­ka, Kom­man­dant in Fron­hof. Im Kof­fer­raum, al­so der La­de­flä­che im hin­te­ren Be­reich des TSF-L, ist im­mer zu­sätz­li­ches Schlauch­ma­te­ri­al auf ei­nem Roll­wa­gen mit da­bei. „Zu­sam­men mit der Norm­be­la­dung ei­nes TSF kön­nen wir so ei­gen­stän­dig ei­ne schlag­kräf­ti­ge Was­ser­ver­sor­gung auch über län­ge­re Schlauch­stre­cken auf­bau­en,“sagt der Kom­man­dant.

Wei­te­re Roll­wa­gen sind mit Aus­rüs­tung für Hoch­was­ser­ein­sät­ze, Öl­spur­be­sei­ti­gung und dem De­kon-satz be­stückt. Um die Roll­wa­gen be- und ent­la­den zu kön­nen, ist am Heck ei­ne La­de­bord­wand von Dhol­lan­dia vor­han­den. Zur Aus­nut­zung der ma­xi­ma­len Zu­la­dung ist der Kof­fer ent­spre­chend di­men­sio­niert. Er ragt mit ei­ner Hö­he von 3.020 Mil­li­me­tern und ei­ner Brei­te von 2.460

Mil­li­me­tern deut­lich über das Füh­rer­haus und die Mann­schafts­ka­bi­ne hin­aus.

Die klas­si­sche Tsf-be­la­dung hat ih­ren Platz in zwei Ge­rä­te­räu­men im vor­de­ren Be­reich des Auf­baus. Die­se sind tief nach un­ten ge­zo­gen. So wird zwar ei­ne sehr ge­rin­ge Ent­nah­me­hö­he er­reicht, al­ler­dings geht das auf Kos­ten der Bo­den­frei­heit. Zwi­schen dem Aus­puff, der un­ter dem G1 liegt, und dem Bo­den blei­ben nur we­ni­ge Zen­ti­me­ter Luft. Das TSF-L ist so­mit aus­schließ­lich für Ein­sät­ze auf be­fes­tig­ten We­gen vor­ge­se­hen. Selbst beim Be­fah­ren ei­ner fes­ten, tro­cke­nen und kurz ge­mäh­ten Wie­se – wie bei un­se­ren Fo­to­auf­nah­men – muss der Ma­schi­nist kon­zen­triert auf Une­ben­hei­ten oder Lö­cher im Bo­den ach­ten, um ein Auf­set­zen zu ver­mei­den.

Die in G1 un­ter­ge­brach­te Trag­krafts­prit­ze ist da­für je­doch auf ei­nem ein­fa­chen, nach un­ten kip­pen­den Aus­zug ge­la­gert. Auf ei­ne auf­wen­di­ge und so­mit schwe­re so­wie teu­re Ab­senk­hil­fe konn­te ver­zich­tet wer­den. Trotz­dem ist un­ter der Pum­pe noch aus­rei­chend Platz für acht ge­roll­te B-schläu­che. Wei­ter ha­ben auf der lin­ken Sei­te des Fahr­zeu­ges noch die Schlauch­t­ra­ge­kör­be C, Ar­ma­tu­ren und Hohl­strahl­roh­re ih­ren Platz.

Im ge­gen­über­lie­gen­den G2 sind ein Strom­er­zeu­ger H 7400 von Ei­se­mann, Py­lo­nen und Falt­si­gna­le für die Ver­kehrs­ab­si­che­rung, ei­ne Mo­tor­ket­ten­sä­ge mit ent­spre­chen­dem Zu­be­hör und ei­ne Be­leuch­tungs­ein­heit ver­la­den. In ei­nem gro­ßen Aus­zug, der oben in die­sem Ge­rä­te­raum ein­ge­baut, ist ha­ben Schau­fel, Be­sen, Feu­er­wehraxt, Hal­li­gan Tool und wei­te­re Werk­zeu­ge ih­ren Platz.

Weil die­ser Aus­zug weit nach un­ten ge­klappt wer­den kann, ist auch hier die Ent­nah­me­hö­he der Ge­rät­schaf­ten sehr ge­ring. Da ei­ne Dach­be­la­dung beim TSF-L nicht zu­läs­sig ist, sind die vier Steck­lei­ter­tei­le in ei­ner Hal­te­rung un­ter dem Dach des Ge­rä­te­kof­fers ge­la­gert. Die­se ist so aus­ge­rich­tet, dass auf der La­de­flä­che die Roll­wa­gen dar­un­ter ge­scho­ben wer­den kön­nen.

Ei­ne fla­che Heck­war­nein­rich­tung ist auf dem Dach des Ge­rä­te­kof­fers mon­tiert. Am vor­de­ren Auf­bau­en­de be­fin­det sich in der Mit­te des Kof­fers ei­ne Ni­sche. Die­se nimmt den ein­ge­fah­re­nen Licht­mast auf. Er ist mit vier Led-schein­wer­fern be­stückt und wird mit­tels ei­ner Fern­be­die­nung ge­steu­ert.

Um wirk­lich die größt­mög­li­che Zu­la­dung zu er­rei­chen, hat sich die Feu­er­wehr Fron­hof bei ih­rem TSF-L für ein Fahr­ge­stell von Ive­co ent­schie­den. Der Dai­ly 70 C 18 be­sitzt ei­nen Eu­ro 5-Die­sel­mo­tor mit ei­ner Leis­tung von 180 PS und ein 6-Gang-schalt­ge­trie­be. Leer bringt das Fahr­zeug 4.210 Ki­lo­gramm auf die Waa­ge. Bei ei­ner zu­läs­si­gen Ge­samt­mas­se von 7 Ton­nen bleibt ei­ne Zu­la­dung von 2.790 Ki­lo­gramm. „Wir sind über­zeugt, dass un­ser TSF-L ge­nau das rich­ti­ge Fahr­zeug für uns ist“, be­tont Kom­man­dant Ste­fan So­j­ka ab­schlie­ßend.

Auch die­ses Fahr­zeug be­sitzt Tief­ge­rä­te­räu­me so­wie Tra­ver­sen­käs­ten. In G1 la­gert die Trag­krafts­prit­ze. Die heck­sei­ti­ge Warn­an­la­ge klappt bei der Ge­rä­teent­nah­me über die La­de­bord­wand hoch.

Ein Ein­zel­stück bleibt wohl das TSF-L, wel­ches Lent­ner für die FF Mar­tins­kir­chen fer­tig­te. Fahr­ge­stell ist ein MAN TGL 8.220. Ne­ben dem G2 gibt es ei­nen wei­te­ren Roll­la­den für Zu­griff auf den La­de­raum. So kön­nen Ge­rä­te ent­nom­men wer­den, oh­ne die La­de­bord­wand her­un­ter­fah­ren zu müs­sen. Fo­tos: Preu­sch­off

Das ers­te in Deutsch­land ge­bau­te TSF-L setzt die Lösch­grup­pe Bruch­hau­sen der FF Höx­ter (NW) ein. Fahr­ge­stell ist ein all­rad­ge­trie­be­ner VW Craf­ter (163 PS) mit drit­ter Ach­se so­wie ei­nem Auf­bau von Mey­er. Be­son­der­hei­ten: 800-l-lösch­was­ser­tank, PFPN 4/5 mit Schnellan­griff, 800 m B-schlauch zur Ver­le­gung wäh­rend der Fahrt, pneu­ma­ti­scher Licht­mast mit sechs Led-schein­wer­fern.

TSF-L von Zieg­ler, eben­falls auf Ive­co Dai­ly 70-180. In die­sem Fall mit ei­ner klapp­ba­ren La­de­bord­wand aus­ge­rüs­tet zur Ver­le­gung von Schläu­chen wäh­rend der Fahrt – ana­log zum GW-L2.

* nach Tech­ni­scher Bau­be­schrei­bung Bay­ern ➊ Bei ei­ner Re­du­zie­rung der zu­läs­si­gen Ge­samt­mas­se auf 7.500 kg be­nö­ti­gen die Ma­schi­nis­ten zum Füh­ren des Fahr­zeu­ges le­dig­lich ei­nen Feu­er­wehr­füh­rer­schein bis 7.500 kg (sie­he Baye­ri­sche Fahr­be­rech­ti­gungs­ver­ord­nung – FBERV).Im Heck ist ein Roll­wa­gen Be­leuch­tung mit Strom­er­zeu­ger, Licht­brü­cke, Sta­tiv, zwei Ka­bel­rol­lern und Zu­be­hör ver­la­den. Nach tech­ni­scher Bau­be­schrei­bung nicht zu­läs­sig: die La­ge­rung der Steck­lei­ter auf dem Dach.

Com­pact­li­ne-pro­fi­le nennt Ro­sen­bau­er sei­nen im April 2017 vor­ge­stell­ten Auf­bau­typ. Als ers­tes Fahr­zeug ent­stand die­ses TSF-L auf Ive­co Dai­ly 70-180. Die PFPN ist in G1 ver­las­tet.

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